mz_logo

Regensburg
Samstag, 30. Juli 2016 28° 3

Umwelt

Gift-Köder an der Donau entdeckt

Eine Spaziergängerin stellte angeblich einen verdächtigen Mann mit einem Sack „weißer Kügelchen“. Immer wieder tauchen vergiftete Happen auf.

Ein Großer Münsterländer, ein Labrador und eine Französische Bulldoggein einem Park: Hundebesitzer sollen ihre Tiere beim Spaziergang unter Aufsicht halten, weil an der Donau Giftköder entdeckt wurden, warnt ein Internet-Forum. Foto: dpa-Archiv

Regensburg. Regensburgs Hundefreunde sind alarmiert: Eine Facebook-Meldung warnte am Wochenende vor giftigen Hundeködern am Donauufer im Stadtwesten. Am Sonntagnachmittag wurde angeblich ein Mann „auf frischer Tat beim Giftauslegen“ beobachtet; er hatte, so die Meldung, „weiße bröselige Kügelchen mit einem blauen Giftkern in der Mitte“ bei sich. Ein Foto neben der Meldung zeigte eines der murmelgroßen Kügelchen.

Eine Frau, die den Verdächtigen auf dem Rückweg vom Donauufer in der Boessnerstraße zur Rede stellte, habe ihm noch eine ganze Tüte mit den giftigen Lockmitteln abnehmen können, bevor er davon geradelt sei, hieß es in dem Forum der Hundefreunde. Er wolle „nur Tauben töten“, zitiert eine Schreiberin den Mann, und warnt Tierfreunde: „Bitte seid vorsichtig!“

Die Meldung aus dem Internet-Forum ließ sich am Montagvormittag nicht weiter verifizieren. Anja Griesbeck vom Tierfreunde-Verein „Lucky Animals“ bestätigte aber, in Regensburg tauchten immer wieder Giftköder auf. Besonders grausam seien Leberwurstbrote, die mit Rasierklingen gespickt sind und zum qualvollen Tod führen. Ein solcher Fall hatte vor Jahren in Kumpfmühl für Schlagzeilen gesorgt.

Erst vor ein, zwei Wochen, so Griesbeck weiter, habe sie von einer Warnung vor Giftködern an der Donau erfahren. Janina Pavlicek von der „Tierhilfe Hohe Tatra“ bestätigt: „In Regensburg kommt es immer wieder vor, dass Hunde vergiftet werden.“ Sie wolle jetzt den Appell, besonders vorsichtig zu sein, auf Facebook teilen, um Tierfreunde zu warnen.

Warnungen in Internetforen

Regensburger Hundebesitzer tauschen sich in verschiedenen Internet-Foren aus. Sie posten Tipps und Neuigkeiten aus dem Bereich Tierschutz. In einem der Chats wurde am Sonntag die Warnung vor den Giftködern an der Donau veröffentlicht. Silvia Emperhoff, eine Hundefreundin, die sich regelmäßig in einer der losen Interessensgemeinschaften im Netz informiert, hatte ebenfalls von dem Appell zu erhöhter Vorsicht gelesen. Ein ähnlicher Aufruf, sagte sie am Montag der MZ, sei bereits in der vergangenen Woche gepostet worden. Solche Fälle gebe es in Regensburg öfter: „Es geht bald jeden Monat eine Warnung vor Giftködern raus.“

Emperhoff erinnert sich an einen Fall aus der Konradsiedlung, der länger zurückliegt. Damals war an einem Kinderspielplatz ein Dackel an einem giftigen Köder verendet.

Die Schilderung über den verdächtigen Mann, der am Sonntag im Stadtwesten aufgefallen war, war am Montag vom Administrator des Forums aus dem Netz gelöscht worden. Man wolle keiner Hetzjagd Vorschub leisten und möglicherweise Menschen in Verdacht bringen, die dem beschriebenen Mann ähnlich sehen, hieß es in dem Chat.

Silvia Emperhoff, die bei der Regensburger Gruppe des Internationalen Rasse-, Jagd- und Gebrauchshundeverbands aktiv ist, nennt ein paar Tipps, um seinen Hund vor tödlichen Lockmitteln zu schützen: „Den Hund nicht ins Gebüsch lassen und ihn immer unter Aufsicht behalten.“ Am besten sei es, dem Tier von Haus aus anzutrainieren, dass es nichts von Fremden annimmt und auch und nichts frisst, was es zufällig findet.

Bei der Polizei ging bis zum Montag keine Anzeige zu Giftködern ein. „Bei uns liegt nichts vor“, so Rudolf Forberger von der Polizeiinspektion Regensburg-Süd zur MZ. 2013 könne er sich auch an keinen ähnlichen Fall erinnern, der amtskundig geworden wäre.

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht