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Regensburg
Montag, 29. Mai 2017 30° 2

Biologie

Grandiose Einblicke: 3-D im Bienenstock

Ein Film im Naturkundemuseum zeigt das Leben der Bienen in dreidimensionaler Makrofotografie. Man sitzt mitten in der Blüte.
Von Heinz Klein, MZ

Eine Biene beim Nektarsaugen. Schön ist das Pollenkörbchen zu sehen, das die Biene am hintersten Bein trägt. Foto: dpa-Archiv/Schierenbeck

Regensburg.Dr. Hansjörg Wunderer schätzt sich glücklich, im Naturkundemuseum einen Film zeigen zu können, der seinesgleichen sucht. Die Frankfurter Filmemacher Verena und Günter Peschke schafften es, mit zwei Kameras in der Enge eines Bienenstocks einen 3-D-Film in Makrofotografie aufzunehmen. Um das zu erreichen, musste der Techniktüftler Peschke eigens für diesen Zweck spezielle Apparaturen entwickeln, erzählt der Leiter des Naturkundemuseums. Da dreidimensionales Fotografieren immer zwei Kamera- oder zumindest Objektivstandorte benötigt, musste das im engen Bienenstock mit wenigen Zentimetern Abstand gelingen.

Den Besucher führt der Film „Das Leben ist kein Honigschlecken“ in die faszinierende Welt unserer Honiglieferanten und mitten hinein in farbenprächtige Blütenkelche, wo Pollen gesammelt und Nektar gesaugt wird. Die Saugleistung der Bienen ist enorm, was der Film eindrucksvoll dokumentiert. Hochgerechnet auf menschliche Maße müsste ein Mensch sieben Liter in sechs Sekunden schaffen – ein Quantum, das nicht einmal auf dem Oktoberfest erreicht wird, wie die Filmemacher schmunzelnd anmerken.

Natürlich gibt es auch in den Blütenkelchen Konkurrenz. Der Zuschauer sitzt sozusagen mit in der Blüte, wenn dort eine Hummel brummelnd landet und eine Biene aus dem Blütenkelch wirft. Wohl einmalig in dieser Qualität dürften auch die Aufnahmen von Blattläusen sein, die an den Blättern wie an einer Zuckerpipline saugen und dann immer mal wieder einen Tropfen verdauten Zuckersaft durch ihren Allerwertesten hinausblubsen lassen. Honigtau nennt man schmeichelhaft das von Bienen eingesammelte Verdauungsergebnis der Blattläuse und Blattflöhe, das bei uns als Waldhonig auf den Frühstückstisch kommt.

Der Bienenfilm des Tüftlers Peschke ist ab sofort im Naturkundemuseum am Herzogspark zu sehen. Dr. Wunderer ist es gelungen, die Rechte zum Zeigen dieses einmaligen 3-D-Films für die Winterzeit zu bekommen. Der Film ist in dieser Zeit Ersatz für das Bienenvolk, das den Sommer über in seinem gläsernen Bienenstock im Naturkundemuseum lebt und dort schöne Einblicke ins Wohnzimmer dieser Insekten gibt.

Während des Winterhalbjahres sind die Museumsbienen nun bei dem Imker Franz Gabler in Moosham untergebracht. Gegen Ende April werden sie wieder ihren Bienenstock im Museum beziehen und dann fleißig Nektar im angrenzenden Herzogspark sammeln. Dann lösen die Originalbienen die Filmbienen im Naturkundemuseum wieder ab.

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