mz_logo

Regensburg
Montag, 29. August 2016 27° 6

Justiz

Hundehasser muss Geldstrafe zahlen

Köder mit Nadeln gespickt: Der angeklagte Rollstuhlfahrer leugnet die Tat. Er behauptet: „Ich würde keinem Tier was tun.“
Von Marion v. Boeselager, MZ

Eine mit Nadeln gespickte Wurst: Der Köder sollte offenbar Hunde töten. Archivfoto

Regensburg.Erhard B. (72, Name geändert) musste sich am Dienstag wegen versuchter Sachbeschädigung und Bedrohung verantworten. Für das Gericht stand am Ende der Verhandlung fest: Der Rollstuhlfahrer legte im Mai Wurst aus, die mit Nadeln gespickt war – um Hunden, die die präparierten Leckerbissen fressen, innere Verletzungen zuzufügen, vielleicht sogar den Tod.

Der beinamputierte 72-Jährige, bekleidet mit Bundeswehrjacke und Trachtenhut, bestritt am Dienstag den Hauptvorwurf vehement: „Ich war das nicht. Ich bin Tierfreund und habe in den 1960er Jahren beim Schierlinger Schäferhundverein selbst Hunde abgerichtet. Ich würde keinem Tier was tun.“

Peter Mirsberger (42) schilderte, wie er und seine Frau Brigitte ihre Schäferhündin Kaja im Mai in Kumpfmühl, in der Kriemhild- und Nibelungenstraße, Gassi führten. Der Angeklagte saß im Rollstuhl bei einem Grünstreifen, so Mirsberger. „Ich habe gesehen, wie er in seinen Beutel langt und etwas in die Wiesn wirft.“ Das Paar fand den „mit lauter feinen Nadeln gespickten Köder“, so Brigitte Mirsberger. Beim Absuchen der Gegend klaubte das Paar zwei weitere gespickte Köder auf. Brigitte Mirsberger: „Meine Hündin wär’ die erste, die das gefressen hätte.“

In der Siedlung hatte es im Vorjahr eine Serie von Hundevergiftungen gegeben. Auch Kaja war eines der Opfer und musste in die Hundeklinik. Das Tier überlebte – im Gegensatz zu drei anderen Vierbeinern. Wer hinter den Vergiftungen steckt, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Das Gericht hatte nach den sachlich vorgetragenen Aussagen keinen Zweifel mehr, dass der 72-Jährige „tatsächlich die Köder ausbrachte und Hunde damit absichtlich verletzen wollte“.

Das Urteil: Wie schon im Strafbefehl angegeben, muss Erhard B. eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen zahlen. Wegen seiner geringen Einkünfte reduzierte sich lediglich deren Höhe von 25 auf 20 Euro. Zu Lasten des nicht vorbestraften Angeklagten wertete das Gericht die „lebensverachtende Gesinnung“ hinter der „nahe an der Tierquälerei“ liegenden Tat.

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht