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Regensburg
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Entsorgung

Illegale Sammlung sorgt für Ärger

Mit Handzetteln sollen Regensburger dazu gebracht werden, ihren Sperrmüll an Unbekannte abzutreten. Das kann teuer werden.
Von Heike Haala, MZ

Mit einem Zettel wie diesem fordern die vermeintlichen Sammler Regensburger immer wieder dazu auf, ihnen ihren Müll zu überlassen. Foto: Haala

Regensburg.Das Angebot kommt zwar in sehr holprigem Deutsch daher, aber es ist ein verlockendes: Vor Kurzem fand ein Burgweintinger einen Zettel in seinem Postkasten, mit dem ihm Unbekannte vorschlugen, so gut wie alles bei ihm abzuholen, was er aus seiner Rumpelkammer nur loswerden will – von alten Autoreifen bis hin zu zertanzten Schuhen. Der Mann sollte das Gerümpel lediglich an einem bestimmten Tag in einem bestimmten Zeitraum vor seinem Haus abstellen, die Unbekannten würden es dann abtransportieren, so das Versprechen.

Das kam dem Mann dann doch etwas komisch vor und er wandte sich an das Umweltamt, das für die Abfallentsorgung in Regensburg zuständig ist. Die einzig richtige Reaktion, wie Leiter Rudolf Gruber im Gespräch mit unserem Medienhaus sagt. Denn Sammlungen dieser Art sind illegal.

So entsorgen Sie Müll richtig

  • Das Abfalltrennsystem:

    Restmüll kommt in die Restmülltonne, Papier, Pappe und Kartonagen in die Papiertonne, Verpackungsabfälle in den Gelben Sack, Glas in den Glascontainer und Grün-Gartenabfälle auf die Grünabfallsammelstelle. Das ist das Trennsystem im Regensburger Stadtgebiet.

  • Andere Sorten von Müll:

    Batterien, Bauschutt, Sperrmüll oder Elektrogeräte können die Regensburger auf den Recyclinghof bringen. Außerdem gibt es auf der Homepage der Stadt einen Abfallwegweiser, mit dem sich die Regensburger über die Entsorgung anderer Abfallsorten informieren können.

  • Selbstständige Sammlungen:

    Vereine, Hilfsorganisationen oder Privatleute, die gerne eine private Sammlung – etwa für einen wohltätigen Zweck – organisieren möchten, können diese unter der Telefonnummer (0941) 5 07 17 19 anmelden. Das ist bei Altkleidern, Papier und Eisenschrott möglich. (la)

Geldstrafen drohen

Deswegen können Aktionen wie diese auch Konsequenzen für alle haben, die sich daran beteiligen. Denn weil das Umweltamt für die Müllsammlung in Regensburg zuständig ist, sind die Regensburger laut Gruber auch dazu verpflichtet, ihren Müll über diese Behörde zu entsorgen. Bei Zuwiderhandlung sieht die Müllsatzung der Stadt ein Ordnungsgeld von bis zu 2500 Euro vor. Sollte jemand Stoffe wie Altöl zur Abholung bereitstellen, die eine Gefahr für das Grundwasser sind, könnte das sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Laut Markus Reitmeier, Pressesprecher der Polizeiinspektion Süd, sieht das Strafgesetzbuch dann eine Geld- oder Freiheitsstrafe vor.

Etwa zweimal im Jahr werden die Mitarbeiter des Umweltamts von Regensburgern auf solche Handzettel aufmerksam gemacht. Es meldeten sich etwa auch schon Bürger aus dem Ortsteil Schwabelweis, weil sie so ein Papier in ihrem Briefkasten gefunden haben. Gruber schaltete wegen des Handzettels die Polizei ein. Die hat aber noch keine heiße Spur zu den Urhebern, wie Reitmeier sagte. Gruber tippt darauf, dass eine organisierte Bande diesen Sammlungsaufruf startete.

Alle Glascontainer, Grüngutsammelstellen und Recyclinghöfe in Regensburg finden Sie hier.

Auch aus anderen Städten kennt der Umweltamtsleiter solche Aufrufe. Auf manchen dieser Zettel verstärken die Absender ihren Aufruf mit dem Hinweis, dass die Bürger mit der Müllspende armen Menschen dabei helfen würden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. „Aber das stimmt nicht“, sagt Gruber.

Die Unbekannten wollen den Müll anderer Menschen abholen, um ihn weiterzuverkaufen oder auszuschlachten, vermutet er. Deswegen hat Gruber die Sorge, dass die Unbekannten lediglich Teile des eingesammelten Unrats verwenden, der Rest könnte am Straßenrand oder gar in der Natur landen.

Ein Zettel, viele Fehler

Die Stadt ist für die Sammlung von Müll zuständig. Selbstständige Sammlungen müssen Bürger anmelden. Foto: Effenhauser

Aber es gibt noch weitere Probleme mit den Handzetteln: Auf den Zetteln fehlt ein Impressum. Die Sammler verweisen lediglich auf eine „ungarische Familie“ als Organisatoren. Auf Flyern, mit denen Regensburger zur Beteiligung an einer privaten Sammelaktion aufgefordert werden, muss aber ein Verantwortlicher und eine Kontaktadresse oder Telefonnummer genannt werden. Ist das nicht der Fall, gibt es keinen Ansprechpartner für Probleme bei der Abholung, sagt Gruber. Eine ordnungsgemäße und schadlose Verwertung ist dann nicht nachweisbar.

Weiterhin wusste die Stadt nichts von der Aktion. Sammlungen von verwertbaren Abfällen aber müssen bei der Stadt angemeldet werden. Zudem sind derlei private Müllsammlungen lediglich für bestimmte Sorten von Müll zulässig. Das sind etwa die Altkleider und -papiersammlungen, die Hilfsorganisationen regelmäßig anbieten.

Deswegen rät Gruber jedem, der einen solchen Zettel findet, dazu, das beim Umweltamt oder der Polizei zu melden, damit die Zuständigen sich auf die Suche nach den Initiatoren dieser Sammlungen machen können. Wer sich unsicher ist, wie er einen alten Gegenstand entsorgen soll, den er nicht mehr braucht, kann sich auch Hilfe holen. Die Abfallberater der Stadt stehen unter den Telefonnummern (0941) 5 07 23 11 bzw. 5 07 73 17 bereit.

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