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Regensburg
Samstag, 18. November 2017 5

Soziales

Immer mehr Unterstützer für den Stadtpass

Um einen Bürgerentscheid „Pro Stadtpass“ in Regensburg herbeizuführen, fehlen noch mehr als 3000 Unterschriften. Schützenhilfe kommt von Wolbergs.
Von Hans Scherrer, MZ

Es ist mittlerweile ein breites Bündnis, das sich für die Einführung eines Stadtpasses einsetzt. Foto: Scherrer

Regensburg.Es fänden sich immer mehr Organisationen, die sich für die Einführung eines Stadtpasses einsetzten, sagte Wolfgang Bieda vom Armutsforum Regensburg, „aber wir brauchen insgesamt 5500 Unterschriften, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Bis jetzt haben wir erst 2200 Unterschriften“. Er sei schon etwas enttäuscht über das mangelnde Interesse bei der Bevölkerung für dieses Anliegen, räumte Bieda ein, „aber wahrscheinlich waren die Menschen einfach wahlkampfmüde und haben deshalb unsere Infostände gemieden“. Schließlich gehe es bei dem ganzen Unternehmen aber um nicht mehr und nicht weniger als um die „gesellschaftliche Teilhabe für alle.“

Zuversichtlicher äußerte sich Reinhard Kellner von den Sozialen Initiativen. „Ich bin sicher, dass wir spätestens im Sommer die nötige Zahl an Unterzeichnern zusammen haben.“ Aber noch lieber wäre ihm, „wenn wir den Bürgerentscheid erst gar nicht bräuchten, weil der Stadtrat aufgrund der Unterschriften die Einführung des Stadtpasses von sich aus beschließt.

Dazu besteht jede Hoffnung, wusste Irene Salberg vom DGB-Kreisverband zu vermelden. „Denn der Joachim Wolbergs ist im Wahlkampf auf unseren Infostand zugekommen und hat versprochen, dass er den Stadtpass einführen wird, falls er zum Oberbürgermeister gewählt werden sollte. Und nun ist er gewählt worden“, freute sich Salberg.

Als Betroffener sowie Sprecher des Helferkreises Sofa („Sozial und offen für alle“) wisse er, wie oft einkommensarme, aber auch sucht- und psychisch kranke Menschen schon eine Ersatzfreiheitsstrafe abgesessen haben, weil sie ohne ein gültiges Ticket beim Busfahren erwischt worden sind“, sagte Andreas Will. Und „es ist einfach nicht nachvollziehbar, wie man sich mit den 18 Euro, die im Sozialhilfe-Warenkorb für Mobilität vorgesehen sind, sich ein Busticket für über 30 oder 40 Euro leisten können soll“.

Große Probleme sieht Bora Ataman, der ehemalige CSU-Integrationsbeauftragte, auf die Gesellschaft zukommen, wenn aufgrund der demografischen Entwicklung in wenigen Jahren der Anteil der älteren Menschen rasant zunimmt, diese Menschen sich aber häufig die Kosten für den Öffentlichen Personennahverkehr nicht leisten könnten. Und auch Rainer Fürst beobachtet als Layouter der sozialen Straßenzeitung „Donaustrudl“ seit Jahren, „wie gern einkommensarme Menschen auch einmal ins Theater oder Freibad gehen würden, sich dies aber einfach nicht leisten können“. Er setze sich für die Einführung des Stadtpasses ein, „weil wir einer weiteren Spaltung de Gesellschaft entschieden entgegentreten müssen“, sagte Florian Gmeiner, der Vorsitzende des Stadtjugendrings.

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