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Regensburg
Samstag, 16. Dezember 2017 6

Soziales

Ins Kloster zieht weltliches Leben ein

Die Katholische Jugendfürsorge und Immobilien Trepnau feierten Richtfest in St. Klara. Dort entstehen Wohnungen für Menschen mit und ohne Handicap.
Von Marion Koller, MZ

Ruhig, günstig und dennoch zentrumsnah: KJF-Direktor Michael Eibl (li.) stellte beim Richtfest das Wohnprojekt im ehemaligen Kloster St. Klara vor. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Das ehemalige Kloster St. Klara in der Ostengasse liegt sehr zentral und trotzdem ruhig. Ideal für Menschen mit Behinderung: Mit dem Rollstuhl gelangen sie in wenigen Minuten ins Zentrum. Ab Mitte 2016 soll in St. Klara wieder Leben einziehen. Dort bauen die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) und das Immobilienunternehmen Peter Trepnau 32 Appartments für Menschen mit und ohne Behinderung sowie Mütter mit Kindern.

Auch die Erziehungsberatungsstelle der KJF wird in den Klosterkomplex ziehen. Am Dienstag feierten die Verantwortlichen mit allen am Bau Beteiligten und künftigen Bewohnern ein Richtfest im Klosterhof.

Der designierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs betonte, die Unternehmensgruppe Trepnau habe den Zuschlag für das denkmalgeschützte Ensemble erhalten, weil sie ein soziales Nutzungskonzept vorgelegt hat. Schwerpunkt sei das inklusive Wohnen. Wolbergs sagte, das Projekt zähle zur Entwicklung des Stadtostens und zeige, dass nicht nur Wohnungen mit hoher Renditeerwartung gebaut würden.

Peter Trepnau ging auf die Geschichte der Anlage ein, die 1614 mit der Eröffnung des Kapuzinerklosters begann. Knapp 200 Jahre später, 1811, ging das Haus auf die Klarissinnen über. Sie bauten das Karree mehrmals um. „Wir haben es barrierefrei gemacht für Menschen mit Behinderung“, sagte der Immobilienunternehmer. Er hat das Anwesen von der Stadt erworben. Seine Tochterfirma Karree St. Klara GmbH hat 13 Millionen Euro investiert.

„Aus einer Stätte des Gebets wird ein Zentrum des kirchlich-karitativen Handelns“, freute sich Prälat Dr. Josef Schweiger, der KJF-Vorsitzende. Direktor Michael Eibl von der Katholischen Jugendfürsorge fügte an, dem Sozialverein sei es wichtig, bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Er sei sehr dankbar, dass sich die Stadt Regensburg für diese Nutzung entschieden habe. Die behinderten Bewohner werden laut Eibl aus den angrenzenden Landkreisen kommen und weiterhin dort arbeiten – etwa in der St. Johannes-Werkstätte der KJF, die bald in Burgweinting neue Räume bekommt.

Ein Zuhause in der Altstadt erleichtert ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Auch auf dem Hof des einstigen Kreuzgangs können sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen und damit den Inklusionsgedanken leben.

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