mz_logo

Regensburg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Immobilien

Karmeliten: Jetzt beginnt der Bau

Am Dachauplatz entstehen für 36 Millionen Euro 6000 Quadratmeter Wohnfläche und ein großer Supermarkt. Die ersten Käufer ziehen schon Ende 2014 ein.
von marianne sperb, MZ

Hermann Meier, Joachim Wolbergs, Christine Schimpfermann, Thomas Dietlmeier und Architekt Stephan Suxdorf (von links) hämmern den Grundstein zu. Foto: Tino Lex

Regensburg.An der imposanten Baugrube am Dachauplatz war am Dienstagnachmittag ein kleines Festzelt aufgebaut. Menschen tranken Sekt, aßen Häppchen und hörten Reden. Hermann Meier, Ludwig Gscheider und Thomas Dietlmeier feierten mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden die Grundsteinlegung für ihr prominentestes Projekt: das „Palais Karmeliten am Dom“. Im Oktober 2014 ziehen die ersten Käufer oder ihre Mieter ein, gleichzeitig eröffnet Parterre ein großer Supermarkt.

Am östlichen Rand der Altstadt entstehen 6000 Quadratmeter fürs Wohnen und 1600 Quadratmeter fürs Einkaufen, für insgesamt 36 Millionen Euro. Die weit über 100 Wohnungen – die kleinste misst 22, die größte 150 Quadratmeter – gingen Anfang 2012 zu Spitzenpreisen auf den Markt und waren nach ein paar Wochen verkauft – „ein Phänomen“, so Wolfgang Herzog, Vorstand im Immobilien Zentrum Regensburg. So viel Erfolg entspannt. Die Bauherren zeigten am Dienstag strahlende Gesichter, die Partner lobten durchweg die angenehme Zusammenarbeit und das Qualitätsbewusstsein der Investoren.

„Das Projekt“, bekannte Dietlmeier, Vorstandsvorsitzender des IZ Regensburg, „hat uns schon ein wenig Angst gemacht, wegen der Lage – es war unklar, was wir im Boden finden – und wegen der Größe. Aber Objekte dieser Art sind rar im Welterbe.“ Das Karmeliten sei ein Juwel.

Bürgermeister Joachim Wolbergs gratulierte den Käufern schon mal: „Sie haben tolle Wohnungen an einem tollen Standort in einer tollen Stadt.“ Regensburg sei dankbar für das Projekt, weil es als boomende Stadt ständig neuen Wohnraum braucht und weil die östliche Altstadt mit Nahversorgern nicht gerade gesegnet sei.

„Es gibt Bauherren, die Architekten als Erfüllungsgehilfen sehen. Hier wurden sie als Partner auf Augenhöhe, als Baukünstler behandelt“, unterstrich Stephan Suxdorf von Auer+Weber+Assoziierte. Das Münchner Top-Büro hatte 2006 den Wettbewerb gewonnen, damals noch ausgelobt vom zeitweiligen Vorbesitzer, dem Immobilienunternehmen Schmack – auch ein „Bauherr mit Sinn für Baukultur“, wie Suxdorf sagte. Nachdem sich Hotelpläne zerschlagen und Schmack das Objekt ans IZ abgegeben hatte, schien es zunächst fraglich, ob der Entwurf der Münchner auch realisiert würde. Ihr Vorschlag hatte die Jury 2006 geradezu euphorisiert.

Suxdorf skizzierte die Charakteristika des neuen Blocks. Geplant ist ein nobles Karree, das ein wenig Münchner Maximilianstraßen-Flair versprüht, das kühlen Charme ausstrahlt und das alte Karmeliten zitiert. Das markante Sockelgeschoss – der Bereich, der sich den Regensburger Passanten am intensivsten eingeprägt hat – und die Ostfassade mit den hohen Bogenfenstern waren zwar aus statischen Gründen nicht zu halten, werden aber wieder aufgebaut. Über dem Sockel entstehen vier Etagen plus Dachgeschoss. Die Planungen führt Auer+Weber mit dem Regensburger Büro Hans Wittmann weiter.

Das größte Problem, bekannte Suxdorf, war es, die enorme Kubatur ins Umfeld einzupassen und die Denkmal-Auflagen umzusetzen. Zahlreiche und vor allem kalte Monate lang hatten Archäologen den Boden sondiert. Prominentester Fund auf dem geschichtsträchtigen Terrain war ein Bronzepferdchen. Die erste Replik erhielt Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Regensburg-Besuch als Gastgeschenk.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht