mz_logo

Regensburg - Nachrichten
Dienstag, 30. Juni 2015 30° 3

Gastronomie

Kneipen-Movie feiert Premiere

Der Film „One Night@Regensburg“ wurde am Samstag uraufgeführt. Die Geschichte ist eine spaßige Hommage an die Feier-Kultur – mit kritischen Untertönen.

  • Frank Mosher (Mitte) mit den Produzenten Werner Zapf (rechts) und Ibrahim Sönmez (links. Der Mc-Donald’s-Chef spielt eine kleine Rolle in „One Night@Regensburg“. Foto: Berli Berlinski
  • Wer sich an seinem Huhn vergreift, bekommt Probleme: Der Regensburger Wrestler Hakem Bin Azem Wakuur Bin Al-Sultan. Foto: sd Hauptdarsteller Pierre van Hooven erlebt in dem Film eine wilde Nacht in Regensburg – an die er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnert. Foto: Berli Berlinski
  • Hauptdarsteller Pierre van Hooven erlebt in dem Film eine wilde Nacht in Regensburg – an die er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnert. Foto: Berli Berlinski
  • Premiere im Sorat-Hotel: Hauptdarsteller Pierre van Hooven mit Regiesseur Berli Berlinski und den Produzenten Werner Zapf und Ibrahim Sönmez. Foto: sd
  • Die Crew von „One Night@Regensburg“: „Uns ging es vor allem um den Spaß“, sagt Produzent Werner Zapf. Foto: Berli Berlinski

Regensburg. Niemand vergreift sich an Rodney. Wer es dennoch wagt, die Legehenne aus Bad Abbach anzurühren, findet sich im Schwitzkasten von Hakem Bin Azem Wakuur Bin Al-Sultan – angehende Wrestler-Legende aus Regensburg – wieder.

Diese Erfahrung macht Pierre van Hooven in dem Film „One Night@Regensburg“. Das Kneipen-Movie feierte am Samstagabend Premiere. Der Film ist eine Hommage an die Regensburger Ausgeh-Kultur.

Die Handlung ist an die US-amerikanische Komödie „Hangover“ angelehnt. In Rückblenden wird die Geschichte einer durchgefeierten Nacht erzählt: Hauptdarsteller Pierre van Hooven wacht in einem verwüsteten Hotelzimmer auf – mit schwerem Kater und wenig Erinnerung. Noch bevor er wirklich wach ist, kommt die erste böse Überraschung: Der Wrestler Hakem alias „Sandstorm“ stürmt ins Zimmer, verlangt sein Huhn zurück. Und verleiht seiner Forderung mit einem rabiaten Griff Nachdruck. Nachdem er sich von dem Schreck – und der Wrestling-Attacke – erholt hat, beginnt Pierre die vergangene Nacht Schritt für Schritt zu rekonstruieren.

Bei der Premieren-Feier im Sorat-Hotel in Regensburg war neben den Machern und Darstellern des Films, Gäste aus Gastronomie, Wirtschaft und Politik geladen. Der Vorsitzende der CSU im Stadtrat, Christian Schlegl, zeigte sich beeindruckt von dem Projekt der Filmemacher. „Ich bin sehr angetan von so viel Engagement“, sagte Schlegl der MZ. Sein Tipp gegen einen Kater: ein gutes bayerisches Mittagessen.

Seit Mai 2012 hat das Team an dem Film gearbeitet. Produziert wurde „One Night@Regensburg“ von Werner Zapf und Ibrahim Sönmez. Regie führte der Fotograf Berli Berlinski. „Ursprünglich sollte der Film ein Werbeclip für unser Kartenspiel ,Nightett’ werden“, erzählt Werner Zapf. Nach und nach sei aus dem Zwei-Minuten-Spot ein 20-minütiger Film geworden.

Gedreht wurde an 32 Schauplätzen. Die „No-Budget-Produktion“ ist allein über Sponsoren finanziert worden. Alle Darsteller arbeiteten ohne Gage. Um ihr Projekt zu realisieren, sind die Produzenten bei zahlreichen Betrieben Klinkenputzen gegangen. „Für uns stand der Spaß im Vordergrund“, sagt Zapf. Die lockere Atmosphäre am Set hat auch den Regensburger McDonald’s-Chef Frank Mosher begeistert. „Die Idee hat mir auf Anhieb gefallen“, erzählt Mosher. Im Film hat er einen Kurz-Auftritt an der Ausgabetheke seines Schnellrestaurants.

Bei allem Spaß haben sich die Filmemacher trotzdem auch leise Kritik, an den jüngsten Veränderungen in der Regensburger Kneipen-Landschaft einfließen lassen: In die „Alte Filmbühne“ fährt der Hauptdarsteller mit einem Fahrrad. „Das ist doch hier der Fahrradkeller der Uni“, sagt er zum Barkeeper – und spielt damit auf die Pläne an, die Kult-Kneipe nach ihrer Schließung zu einem Abstellraum zu machen. Im Gloria, von dem erst am Freitag bekannt wurde, dass es Mitte Februar schließen wird, tanzen die Darsteller im leeren Club. „Ich finde es bedrohlich, was im Augenblick passiert“, sagt Pierre van Hooven. Die Schließung der Kult-Kneipen sei ein Verlust für die Subkultur in Regensburg. „Die Vielfalt muss erhalten bleiben“, sagt Werner Zapf.

Nach der Vorführung von „One Night@Regensburg“ gab es langen Applaus für die Darsteller. Wo der Film gezeigt wird, lassen die Macher derzeit noch offen. Von der ursprünglichen Idee, das Video auf YouTube zu stellen, rückten sie am Samstagabend vorerst wieder ab. Auch die Frage, ob es eine Fortsetzung geben wird, lassen sie zu erst noch offen. „Ich wäre dabei“, sagt Pierre van Hooven.

Links zu diesem Artikel

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht