mz_logo

Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Aktion

Kommt der „Run“ auf den Stadtpass?

Am Wochenende machte das Armutsforum auf das Sozialprojekt aufmerksam. Ab 15. April kann der Pass beantragt werden.
Von Daniel Steffen, MZ

  • Wolfgang Bieda (Armutsforum), Michael Bothner (Netzwerk attac) und Reinhard Kellner (Soziale Initiativen, von links) informierten über den Stadtpass. Foto: Kellner
  • Zugunsten des Streetwork-Helferkreis-Projekts „Sofa“ wechselten bunt bemalte Bio-Eier den Besitzer. Foto: Kellner

Regensburg.Die Einführung des Stadtpasses steht vor der Tür – und die Regensburger freuen sich mit den Initiatoren. Diesen Eindruck erweckten zahlreiche Passanten, die sich an einem Stand auf dem Neupfarrplatz mit Informationen rund um das Thema eindeckten. Das Armutsforum um seinen Sprecher Wolfgang Bieda hatte sich zum Aktionstag eine österliche Besonderheit ausgedacht: Zum „halben Preis“, den sich die Passanten selbst ausdenken konnten und der symbolisch für die Ermäßigungen durch den Stadtpass stand, wechselten Bio-Eier für einen guten Zweck den Besitzer.

Weit über 100 Ostereier waren binnen weniger Stunden verkauft, was ordentlich Geld in die Kasse des Streetwork-Helferkreises „Sozial und offen für alle“ fließen ließ. Dem Projekt, das obdachlosen Menschen aus der Domstadt mit Rat und Tat zur Seite steht, kommen sämtliche Einnahmen zugute. Dass der Stadtpass-Infostand von der Öffentlichkeit so gut wahrgenommen wurde, daran hatte auch Sänger Manulo von der Band „Ohrange“ seinen Anteil. Am frühen Nachmittag legte er sich musikalisch – und somit für das Projekt – ins Zeug.

„Die Anfrage ist enorm“

Auch wenn der Stadtpass offiziell erst am 1. Juli eingeführt wird, kann der Antrag bereits ab dem 15. April gestellt werden. Wie die Projekt-Initiatoren mitteilten, sind sämtliche Unterlagen beim Amt für Soziales in der Johann-Hösl-Straße 11 einzureichen. Eine persönliche Vorsprache im Amt ist auch deshalb notwendig, weil ein Foto des Antragstellers benötigt wird.

„Bereits jetzt haben schon unheimlich viele Menschen in unseren Initiativen und in den Ämtern angefragt, wann der Stadtpass kommt“, berichtete Reinhard Kellner. Als Sprecher der Sozialen Initiativen gehört er ebenfalls dem Armutsforum an, das sich 2011 gegründet hatte.

Seinen Angaben zufolge haben rund 13 500 Menschen in Regensburg einen Anspruch auf den Stadtpass – angefangen bei Wohngeldempfängern über Menschen, die Sozialhilfe beziehen bis zu Rentnern, deren monatliche Einkünfte maximal an die 900 Euro betragen.

„Stadt gibt Flyer heraus“

Auch Asylbewerber, Kindergeldempfänger sowie Menschen, die ambulant gepflegt werden, können einen Stadtpass beantragen. „Die Stadt gibt in dieser Woche Flyer heraus, auf denen genau steht, welche Kriterien für den Stadtpass vorliegen müssen“, sagte Reinhard Kellner.

Für die Stadtpass-Inhaber reduziert sich der Preis für die RVV-Bustickets um die Hälfte. Wer sich beispielsweise für das Stadtgebiet ein zeitlich unbegrenztes Monatsticket zulegen will, der muss 23 Euro berappen. Ein Öko-Ticket für die RVV-Zone 1 kostet monatlich 14,50 Euro.

Ferner gibt es Vergünstigungen für städtische Einrichtungen wie das Theater, das Westbad, die Stadtbücherei oder die Volkshochschule. Am 18. Dezember 2014 hatte der Stadtrat für die Einführung des Stadtpasses grünes Licht gegeben.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht