mz_logo

Regensburg
Sonntag, 4. Dezember 2016 2

Initiative

Lampen und Uniform: Katzenpolizei rüstet auf

Tabea Hilgarth freut sich über die Resonanz auf ihren Vorschlag . Viele wollen mit auf Patrouille gegen Tierfänger gehen.
Von Karl-Heinz Weigel, MZ

Tabea Hilgarth will den professionellen Katzenfängern das Handwerk legen. Foto: Weigel

Regensburg. Die Reaktionen auf den MZ-Bericht „Tierschützer organisieren Katzenpolizei“ war enorm. Bei Tabea Hilgarth (44), der Initiatorin der privaten Initiative, meldeten sich zig Katzenfreunde, die im Kampf gegen die organisierte Katzenfänger-Mafia mitmachen und nachts auf Patrouille gehen möchten.

„15 Männer und Frauen stellen sich für die neue Wacht und Bürgerwehr zur Verfügung“, sagte am Freitag die Regensburger Fachkosmetikerin. Sie will im September einen „Katzenstammtisch“ eröffnen und eine eigene Internet-Seite mit einer Foto-Galerie getöteter Katzen einrichten.

Derzeit sucht sie Sponsoren, die für die nächtlichen Streifengänge Taschenlampen und Uniformjacken mit dem Aufdruck „Katzenpolizei“ finanzieren. Ferner sucht sie einen tierlieben Rechtsanwalt. Und einen Sportler, der den Streifengängern im Crashkurs Selbstverteidigung beibringt.

„Was ich da alles erfahren habe, ich bin geschockt“, berichtete Tabea Hilgarth über viele Anrufe und Emails. Die Katzenhalterin ist sich sicher, dass es professionelle Katzenfänger gibt, die für Tierlabors und Pharma- bzw. Tierfellindustrie arbeiten und mit Lockstoffen, manipulierten Autos und anderen Fallen auf Katzenfang gehen.

„Die Polizei nimmt das leider nicht ernst. Haustierbesitzer, die wegen des Verlusts ihrer geliebten Katze Anzeige machen wollen“, werden manchmal nicht ernst genommen und belächelt“, so die 44-Jährige im MZ-Gespräch traurig.

Polizeisprecher Stefan Hartl sagte zu dieser Kritik, im Raum Regensburg habe die Polizei keine Hinweise auf professionelle Katzenfänger. Den Vorwurf in Richtung Polizei und das unterstellte Desinteresse konterte der Sprecher im Polizeipräsidium so: „Frau Hilgarth soll uns konkrete Fälle und Namen nennen, wo Anzeigen nicht aufgenommen wurden.“ Der Kriminalhauptkommissar empfahl allen Katzenhaltern, ihre Stubentiger zu tätowieren oder mit Chips kenntlich zu machen.

Tabea Hilgarth ist inzwischen in ganz Bayern bekannt geworden. Jüngst fuhr sie nach München in eine Studio von Antenne Bayern und gab ein langes Interview. Der 20-minütige Beitrag soll an diesem Sonntag zwischen 9 und 10 Uhr gesendet werden.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht