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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Technik

Mädchen erforschen Physik und Musik

Kommunikation im Fokus: Die Initiative MINT-Girls soll jungen Frauen Einblick in Naturwissenschaft und Technik geben.
von Theresa Stangl, MZ

Faszinierende Fachtermini aus der Physik erklären die Teilnehmerinnen des Projekts spielend, hier die Keplerschen Gesetze. Foto: Theresa Stangl

Regensburg.Zahlreiche technische Gerätschaften waren am Mittwoch im Hörsaal der Fakultät für Physik der Universität Regensburg zu sehen. Dazwischen wurden Musikinstrumente und Notenständer platziert – eine ungewöhnliche Mischung. Zum Einstieg der Veranstaltung erklang die Titelmelodie von „Wickie und die starken Männer“. Gespielt wurde sie von den Teilnehmerinnen des Projekts in einer leicht abgeänderten Version.

Teilnehmerinnen beweisen Mut

Die Organisation MINT-Girls Regensburg hat zum Ziel, die Teilnehmerinnen durch Seminare und Projekte an technische Bereiche heranzuführen. Naturwissenschaft und Technik als berufliche Zukunft soll für die jungen Frauen ein Thema werden. Das diesjährige Projekt trug den Titel „Musik und Kommunikation“.

Die Frauenbeauftragte der OTH Regensburg, Christine Süß-Gebhard, zeigte sich begeistert: „Allein durch die Teilnahme zeigen die Mädchen Mut, Aufgeschlossenheit und Teamfähigkeit.“ Die Region brauche dringend weibliche Fachkräfte. Die Initiative MINT-Girls könnte dazu den nötigen Anstoß geben.

Nicht nur technisch zeigen die jungen Frauen ihr Talent, auch die Musik liegt ihnen im Blut. Foto: Stangl

Die Ergebnisse der verschiedenen Forschungsprojekte wurden nacheinander von den Mädchen vorgestellt. Dabei untersuchten sie mathematische, chemische und auch tierische Bereiche. Physik in der Musik war das große Themengebiet. Die jungen Frauen erklärten zum Beispiel die Klangerzeugung eines Synthesizers.
Das größte Augenmerk des Projektes lag auf der Kommunikation. Eine Aufgabe der Mädchen war es, mithilfe von komplizierten mathematischen Rechnungen ein Programm zu schreiben. Dieses konnte verschlüsselte Nachrichten senden. Chemie wurde anhand von praktischen Beispielen demonstriert. Die interessierten Frauen konnten selber Blutzuckermessungen durchführen und untersuchen, inwiefern Hormone bei einer Schwangerschaft wichtig sind.


Der tierische Bereich wurde durch das Beispiel der Fledermaus abgedeckt. Die Mädchen durften einen Fledermausdetektor bauen, der stolz demonstiert wurde. Anschließend berichteten zwei der Mädchen von ihren Erkenntnissen in der Sternwarte. Daraufhin erklärten sie die Keplerschen Gesetze mit Leichtigkeit. Zum Abschluss dieses Teilaspekts spielte das „Keplersche Sextett“, bestehend aus sechs MINT-Girls. Die talentierten jungen Frauen bewiesen dabei in vielerlei Hinsicht Talent.

Erfolgreiche Ehemalige



Die ehemalige Teilnehmerin Julia Roigk berichtete zum Abschluss der Veranstaltung von ihren Erfahrungen mit der Initiative. Sie studiert im 4. Semester Biochemie an der Universität Regensburg. „Das MINT-Girls war damals ausschlaggebend für meine Studienwahl“, sagt die junge Frau. Durch die Auseinandersetzung mit dem Projekt habe sie festgestellt, was sie später beruflich machen möchte - auch wenn Physik nicht ihre Stärke ist. „Ich bin im Grunde da, wo ich sein möchte“, sagt sie.

Lob kam von Seiten der Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sowie des Präsidenten der Universität Regensburg, Professor Doktor Udo Hebel. In diesem Jahr arbeiteten alle drei Regensburger Hochschulen für das Projekt zusammen: Die Universität Regensburg, die OTH Regensburg und die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg.

Die MINT-Girls

  • Projekt:

    Schon seit 2008 wird jungen Frauen die Möglichkeit geboten, sich der Technik durch MINT-Girls anzunähern.

  • Aktuell:

    Unter der Leitung von Doktor Stefan Giglberger und Armin Gardeia forschen die jungen Frauen seit April.

  • Musikalisch:

    Sogar 14 der 16 Teilnehmerinnen spielen ein Instrument. Das waren bestimmt gute Grundvoraussetzungen für das Thema „Musik und Kommunikation“.

  • Koordination:

    In diesem Jahr arbeiteten alle drei Regensburger Hochschulen für das Projekt zusammen.

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