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Regensburg
Montag, 5. Dezember 2016 1

Entwicklungshilfe

Manager für Hilfsprojekt in Afrika gesucht

Der Hort, den Susanne Heckmann in Mauretanien unterstützt, kümmert sich nun um 50 Kinder. Nun will die Regensburgerin ihren Job in andere Hände geben.
Von Thomas Rieke, MZ

  • Susanne Heckmann hilft, den Hort zu finanzieren. Unser Bild zeigt sie mit einem Lehrer, der dort unterrichtet. Foto: Heckmann
  • Arm, aber offenbar nicht unglücklich: Kinder, die in „La porte de l’espoir“ täglich eine Mahlzeit erhalten. Dafür lernen sie gerne, auch nach der Schule. Foto: Heckmann
  • Das Tor zum neuen Kinderhort „La porte de l‘espoir“ gleicht einem Kunstwerk. Mittlerweile steht es 50 armen Kindern offen. Foto: Heckmann
  • Furchtlos hockt dieser Arbeiter auf einer Mauer. Trotz verkrüppelter Hände ist er auf der Baustelle der Polier. Foto: Heckmann
  • Auch mit einem ausrangierten Feuerwehrfahrzeug war Susanne Heckmann in der Sahara unterwegs. Foto: Heckmann

Regensburg.Runde Geburtstage sind nicht nur ein Grund zum Feiern. In vielen Fällen stimmen sie auch nachdenklich. Was hat man aus seinem Leben gemacht? Was kann in der verbleibenden Zeit noch gelingen? Auch Susanne Heckmann, die vor genau zwei Jahren in der MZ als „Wüstenfrau“ für Schlagzeilen sorgte, blieb jüngst anlässlich ihres „80.“ nicht von einem persönlichen Resümee verschont. Und was sie seitdem besonders beschäftigt, ist, wie es mit dem Hilfsprojekt „La porte de l’espoir“ („Die Tür zur Hoffnung“), das sie in Mauretanien unterstützt, einmal ohne sie weitergehen soll. „Mir mir darf das nicht sterben...“

Wir erinnern: Heckmann, eine vierfache Mutter, die Jura studiert und zuletzt als Eheberaterin gearbeitet hat, entdeckte Anfang der 1990er-Jahre bei einer Israel-Reise ihre Liebe zur Wüste. Der Blick auf die jordanischen Berge verzauberte sie: „Da spürte ich, dass da meine Seele zuhause ist.“ Fortan ging es regelmäßig in Länder, die von der Sahara geprägt sind. Im mauretanischen Atar, einer rund 25000 Einwohner zählenden Oasenstadt, lernte Heckmann einen Polizeioffizier und dessen Frau Mame Sy kennen. Sie arbeitet in einem Mutter-Kind-Zentrum der Spanischen Schwestern und trug sich mit dem Gedanken, für die Kinder der Ärmsten einen Hort einzurichten. Bei ihren Rundgängen durchs Quartier war sie auf großes Elend gestoßen, und ihr war klar, dass dies durch vereinzelte Spenden nicht geändert werden konnte.

Finanzielle Hilfe aufgestockt

In Susanne Heckmann fand Mame Sy sofort eine begeisterte Unterstützerin. Die für ihr Alter erstaunlich jugendlich wirkende Regensburgerin sagte zu, sich um die Finanzierung zu kümmern. 300 Euro im Monat sollten im Anfang genügen. Freunde und ehemalige Schulkameraden spendeten fleißig. Und so sah sich Mame Sy plötzlich in der Lage, für den Hort ein Haus zu mieten. Sie taufte es „La porte de l’espoir“. Im Juni 2011 ging es in Betrieb. Mame Sy tischt den Kindern täglich eine frische, selbst gekochte Mahlzeit auf – es ist oft die einzige, die die Schüler erhalten. Und nachmittags sorgen Lehrer für professionellen Unterricht. Kürzlich schafften all jene, die sich um einen Platz auf einer weiterführenden Schule beworben hatten, die Aufnahmeprüfung. – Welch schöneren Lohn könnte es für Mame Sy und Susanne Heckmann geben?

Anfangs waren es zehn bis 15 Kinder, die nach der Schule freiwillig den Hort aufsuchten, bald sollte sich die Zahl verdoppeln. Durch ihre rührige Art schaffte es Susanne Heckmann, die Dosis der Finanzspritze entsprechend zu erhöhen. Heute sind es monatlich bereits 700 Euro, die auf Umwegen, aber ohne einen Cent Verlust an die Einrichtung fließen. 50 Kinder profitieren davon.

Bald mehr Platz für die Kinder

Ermutigt vom Erfolg und der nachhaltigen Unterstützung, hat Mame Sy ein Neubauprojekt auf den Weg gebracht. Mehr Kinder benötigen eben auch mehr Platz. Ein Engländer kaufte das benötigte Grundstück, und bald sollten die Baumaßnahmen beginnen. Der Umzug ins neue Domizil ist für Oktober ins Auge gefasst.

Alles wäre also in schönster Ordnung, wenn da „die Natur“ nicht wäre. Erstmals hat „Wüstenfrau Susanne“ heuer gespürt, dass ihr nicht nur die Kälte heimischer Winter zusetzt (vor der sie jedes Jahr geflohen ist), auch hohe Temperaturen steckt der Körper nicht mehr so locker weg. „Es ist Zeit, dass ich mich um einen Nachfolger kümmere“, hat Heckmann beschlossen. Eine Lösung schien auch schon greifbar nahe, doch eine Beinahe-Zusage eines guten Bekannten entpuppte sich als Missverständnis. „Da war ich am Boden zerstört...“

Nun gibt es einen weiteren Anlauf zur Lösung des Problems: Am Samstag ist auf einer traumhaften Terrasse über den Dächern der Altstadt ein Treffen mit Freunden angesagt, denen Heckmann das Erbe gerne anvertrauen würde. Wenn jeder seine Fähigkeiten einbringt und die Aufgaben entsprechend verteilt werden, müsste es im Team doch gelingen, die „Tür zur Hoffnung“ weiter offen zu halten.

Bei der Sparda-Bank Ostbayern (BLZ 750 905 00) hat Heckmann für Spenden ein Konto eingerichtet. Die Nummer: 100 117 684.

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