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Bildung

Mit iPads wird der Unterricht interaktiv

Seit diesem Schuljahr gibt es am Pindl-Gymnasium Tablet-Klassen. Schüler und Lehrer sind von den Möglichkeiten begeistert.
Von Louisa Knobloch, MZ

Die Schüler der Ganztagsklassen GT 7a und GT 7b am Privat-Gymnasium Pindl arbeiten seit diesem Schuljahr mit iPads – so wie hier im Geografie-Unterricht. Foto: Knobloch

Regensburg. „Wie hoch ist die Jahresmitteltemperatur in Finnland?“, fragen Marie und Ann-Sophie. Die beiden Siebtklässlerinnen haben im Geografie-Unterricht gerade ein Referat über das nordeuropäische Land gehalten. Nun sollen ihre Mitschüler zeigen, was sie behalten haben und die Lücken im Handout füllen. Das gibt es aber nicht in Papierform: Marie und Ann-Sophie projizieren ihre Vorlage über Apple TV auf das Whiteboard, alle anderen haben das Handout auf ihrem Tablet-Computer und können die richtige Antwort eintippen – in diesem Fall 4,5 Grad Celsius.

Die Klasse 7a ist eine von zwei Tablet-Klassen, die in diesem Schuljahr am Privat-Gymnasium Pindl gestartet sind. In fast allen Unterrichtsfächern arbeiten die Schüler nun mit iPads. „Wir sehen das nicht als Projekt, sondern als Teil unseres pädagogischen Konzepts“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gerlinde Pernul. Auch an der Pindl-Realschule nutzen die Schüler der 7. Klassen bereits iPads, die Private Wirtschaftsschule Pindl soll im kommenden Schuljahr folgen. Hier findet am 25. Februar um 19 Uhr ein Infoabend statt.

Spielerisch Vokabeln lernen

Die beiden iPad-Klassen am Gymnasium sind Ganztagsklassen. „Hier gibt es besonders viele Möglichkeiten, die Tablets zur Differenzierung einzusetzen“, sagt Pernul. So könnten Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen ausgewählt werden. Zudem seien die Schüler oft motivierter – etwa, wenn sie mit Hilfe von Apps wie Quizlet spielerisch Vokabeln lernten. „Das iPad ist aber keine Wunderwaffe, um den Lernerfolg zu garantieren“, gibt Pernul zu bedenken. „Die Lehrer müssen medienkompetent sein und neue didaktische Wege gehen.“

Den Schülern macht es offensichtlich Spaß, mit dem iPad zu arbeiten. „Man kann viel mit Grafiken machen, es ist total praktisch und es wiegt nicht so viel“, findet Marie. Zwar liegen auf den Tischen im Klassenzimmer nach wie vor auch Mäppchen, Hefte und Bücher. „Manche Schüler schreiben ihre Hefte aber auch komplett mit Notabilty“, sagt der Lehrer Bertram Guibert. Schulbücher würden zudem häufig im Spind aufbewahrt und müssten nicht mehr in der Schultasche herumgetragen werden. Bis digitale Schulbücher verfügbar seien, werde es aber wohl noch ein paar Jahre dauern. Ein weiterer Vorteil der Tablets sind Online-Recherchen. „Im Französisch-Unterricht können wir zum Beispiel Informationen oder Bilder über eine bestimmte Stadt oder Region suchen“, sagt Ann-Sophie. „Früher konnte das nur der Lehrer machen, jetzt alle.“

Eigene Cloud für mehr Datenschutz

Die Schüler der Ganztagsklassen GT 7a und GT 7b am Privat-Gymnasium Pindl arbeiten seit diesem Schuljahr mit iPads – so wie hier im Physik-Unterricht. Foto: Knobloch

Ein Stockwerk tiefer hat die Klasse 7b gerade Physik-Unterricht. In sechs Gruppen sollen die Schüler verschiedene Aufgaben zum Thema Beschleunigung und Geschwindigkeit lösen – etwa wie viele Meter pro Sekunde ein Auto fährt, das für eine Strecke von 200 Kilometern 45 Minuten braucht. Zur Bearbeitung nutzen sie Apps wie Notability oder Explain Everything.

„Sobald ich die Lösungen korrigiert habe, werden die Übungsblätter in der Cloud gespeichert“, erläutert Lehrerin Nina Ermannsreiter. Aus Datenschutzgründen hat die Schule eine eigene Pindl-Cloud eingerichtet. Dass man Materialien dort einfach herunterladen kann, wenn man den Unterricht mal verpasst hat, finden die Schüler praktisch. „Mit dem iPad kann man auch keine Hefte vergessen – man hat immer alles dabei“, sagt Yann. Korrekturen seien auf dem Tablet zudem deutlich einfacher als in einem Heft, findet Lisa.

Bei manchen Aufgaben entwickelten die Schüler auch ganz neuen Ehrgeiz, sagt Pernul. Etwa, wenn sie einen fremdsprachlichen Text als Hausaufgabe nicht nur durchlesen, sondern sich dabei auch aufnehmen sollen. „Ein Schüler hat erzählt, dass er den Text zehnmal eingesprochen hat, bis er damit zufrieden war.“

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