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Regensburg
Dienstag, 25. Juli 2017 20° 6

Planung

Neuer Platz für Fluss-Riesen in Sicht

Statt eines Sportboothafens soll beim Marina-Quartier ein Kreuzfahrtschiff-Terminal entstehen – und ein Naherholungsgebiet.
Von Micha Matthes, MZ

  • Der Stadtplanungsausschuss bespricht heute die Idee, auf Höhe des Marina-Quartiers an der Donau ein neues Terminal für Kreuzfahrtschiffe zu schaffen. Foto: mt
  • Derzeit legen viele Kreuzfahrtschiffe noch westlich der Nibelungenbrücke an. Foto: mt
  • Das Areal, auf dem das Hafenterminal entstehen könnte, liegt im Stadtosten an der Donau. Foto: mt
  • Das Areal, auf dem das Hafenterminal entstehen könnte, liegt im Stadtosten an der Donau. Foto: mt
  • Direkt neben dem Hafenterminal-Areal befindet sich derzeit noch eine Großbaustelle. Foto: mt
  • Für Fußgänger und Radfahrer aus dem Schlachthofareal bzw. Marina-Quartier soll eine Brücke über die Hafengleise gebaut werden. Foto: mt

Regensburg.Müllcontainer, laufende Motoren, Lautsprecherdurchsagen, Abgase: Die Touristenschiffe, die am Donauufer anlegen, bringen einige Nebenwirkungen mit sich, die vielen Anwohnern stinken. „Mehr Schiffe dürfen es nicht mehr werden“, sagt Richard Weidmüller, der in der Werftstraße wohnt. Ein Stadtratsbeschluss könnte nun Abhilfe schaffen. Dabei geht es um die Gestaltung eines Areals im Stadtosten, das auf Höhe des Marina-Quartiers an der Donau liegt. Bislang war dort der Bau eines Sportboothafens vorgesehen. Jetzt gibt es einen neuen Plan: Weg von der ursprünglich geplanten Marina, hin zu einem neuen Terminal für Kreuzfahrtschiffe mit angeschlossenem Naherholungsgebiet am Donauufer lautet die Idee. Der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen will die Änderung am Dienstag beschließen. Anwohner und der Bürgerverein Hohes Kreuz/Süd-Ost begrüßen den Vorschlag. Unklar bleibt aber noch, was die neue Anlegestelle für die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in Regensburg bedeutet.

Legen künftig mehr Schiffe an?

Derzeit legen viele Kreuzfahrtschiffe noch westlich der Nibelungenbrücke an. Foto: mt

Wenn die bis zu 135 Meter langen Fluss-Riesen manövrieren, geht es auf der Donau eng zu. Neben den Containerschiffen, die Regensburg täglich passieren, und den Ausflugsschiffen der Reedereien vor Ort legen pro Jahr ungefähr 1000 Kreuzfahrtschiffe an. Eine Beurteilung der möglichen Anlegeplätze im Bereich des Marina-Quartiers falle aufgrund fehlender Lagedetails schwer, sagt Martin Gottschalk, Pressesprecher der Regensburger Stadtwerke. „Die Schaffung eines echten Hafenterminals erscheint in jedem Falle überdimensioniert.“

Auf Nachfrage unseres Medienhauses konnte die Stadt am Montag noch keine Antworten zu dem Hafenterminal-Vorschlag geben. Nur so viel: Ob sich die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in Regensburg künftig erhöhen werde, stehe noch nicht fest. „Das ist noch nicht geprüft und wird erst im Rahmen der konkreten Projektentwicklung festgestellt“, sagte Dagmar Obermeier-Kundel von der städtischen Pressestelle. Unklar ist auch noch, welche Auswirkungen das Terminal auf die ebenfalls geplante neue Anlegestelle für Kabinenschiffe im Bereich des Alten Eisstadions haben könnte.

Marina-Quartier soll Hafenterminal werden

Die Fläche im Stadtosten, um die es geht, gehört der Bayernhafen Gruppe und der CA Immobilien AG. Bayernhafen hat bereits signalisiert, den Bereich „für eine attraktive Freizeitnutzung möglichst mit Wasserbezug“ zur Verfügung zu stellen und ein Planungsbüro mit ersten Konzeptstudien beauftragt. Dazu gehört das Terminal für Kreuzfahrtschiffe, dazu gehört aber auch der Bau einer Anlegestelle für Ausflugsschiffe östlich der Nibelungenbrücke. „Ziel einer solchen Einrichtung ist es insbesondere, die bestehende Situation entlang der Schifffahrtslände im Bereich des Donaumarktes zu entzerren, aber auch insgesamt eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität an der Donaulände zu bewirken“, heißt es in der Beschlussvorlage des Stadtplanungsausschusses. Der Bau einer Anlegestelle für Ausflugsschiffe soll einerseits den Tagungsstandort Marina-Forum fördern, andererseits will die Stadt davon ausgehend die örtliche Donauschifffahrt weiterentwickeln, beispielsweise mit dem Aufbau eines Nahverkehrsangebotes mit „Wasserbussen“ oder „Wassertaxis“.

Das Hafenterminal soll auf den östlichen Flächen des Areals angelegt werden. Erschlossen werden soll es über die Budapester- und die Linzer Straße, eine zusätzliche Belastung der Babostraße soll vermieden werden. Foto: mt

Das Hafenterminal soll auf den östlichen Flächen des Areals angelegt werden. Erschlossen werden soll es über die Budapester- und die Linzer Straße, eine zusätzliche Belastung der Babostraße soll vermieden werden. Im westlichen Bereich sollen direkt an der Donau Freizeit- und Erholungsflächen entstehen. Der Vorschlag, den der Ausschuss für Stadtplanung heute diskutiert, sieht außerdem im südöstlichen Bereich hinter dem Terminal Büroflächen und im südwestlichen Bereich ein Hotel oder Gastronomiebetriebe vor.

Prinzipiell hält Anwohner Richard Weidmüller eine Verlagerung der Anlegestellen in den Stadtosten für sinnvoll. „Es ist klar, dass es für Touristen angenehm ist, wenn sie mitten in der Stadt von Bord gehen können, aber man muss auch die Bedürfnisse der Bevölkerung sehen und den latenten Ärger, den die Schiffe bringen.“ Problematisch sieht er vor allem die Abgase. Am Donauufer – „einer der schönsten Ecken“ – stünden bei den Schiffen außerdem viele Müllcontainer mit offenen Deckeln herum, sagt Weidmüller. „Mehr Schiffe dürfen es wirklich nicht werden. Wenn acht oder zehn von ihnen in Regensburg anlegen, sieht man nur noch Blech und Stahl.“

Bürgerbewegung begrüßt Terminal

Im Moment ist das Hafenterminal-Areal noch von einem Industriebetrieb, einer Beach-Bar und einer Großbaustelle umgeben. Viele Anwohner gibt es daher in der unmittelbaren Umgebung noch nicht. Die Bürgerbewegung Hohes Kreuz/Süd-Ost steht der Terminal-Idee aber positiv gegenüber. „Wir sehen das als eine große Aufwertung“, sagt Bernadette Dechant, CSU-Stradträtin und Sprecherin der Bürgerbewegung. Lediglich bei der Erschließung seien noch Fragen offen. Die Anfahrt von Bussen und Lieferanten zu den Kreuzfahrtschiffen müsse sinnvoll geregelt werden. Außerdem fragt sich Dechant, warum in dem Areal nur Büroflächen und ein Hotel geplant sind. „Wieso zieht man hier nicht auch Wohnraum in Betracht?“ Bedenken wegen etwaiger Anwohnerbeschwerden hat Dechant nicht. „In der heutigen Zeit kann man das so konzipieren, dass es da keine Probleme gibt.“

Bürgermeisterin informiert über Hafenterminal

Das Areal, auf dem das Hafenterminal entstehen könnte, liegt im Stadtosten an der Donau. Foto: mt

Am 27. Juni um 20 Uhr lädt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer alle interessierten Bürger in den Leeren Beutel zu einer Informationsveranstaltung über die aktuellen Planungen für

die östliche Innenstadt und das Marina Quartier ein. An diesem Abend wird die Bürgermeisterin gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung einen Überblick über die aktuellen und anstehenden Maßnahmen im Bereich des Donaumarktes geben und ferner mit Vertretern der CA Immo die Planungen für die Schaffung einer attraktiven Freizeitnutzung (Hafenterminal) im Marina Quartier vorstellen. Die Veranstaltung findet im Festsaal des Restaurants Leerer Beutel, Bertoldstraße 9, statt.

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