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Regensburg
Sonntag, 22. Oktober 2017 19° 3

Wissenschaft

Neues Zentrum für Medizintechnik

Am Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) bündeln Hochschule und Universität ihre Kompetenzen. In vier Laboren wird geforscht.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • RCBE-Geschäftsführer Dr. Alexander Leis und die Leiter der Labore, Prof. Dr. Sebastian Dendorfer, Prof. Dr. Christoph Palm, Prof. Dr. Lars Krenkel und Prof. Dr. Thomas Schratzenstaller (v.l.) Nicht im Bild ist Prof. Dr. Axel Doering, der das Labor für Software in der Medizintechnik leitet. Foto: Knobloch
  • Prof. Dr. Thomas Schratzenstaller und der Doktoran Markus Geith (r.) erläutern den künstlicher Blutkreislauf im Labor für Medizinprodukte. Foto: Knobloch
  • Dr. Rainer Penzkofer erklärt Besuchern, woran im Labor für Biomechanik geforscht wird. Foto: Knobloch

Regensburg. Wer ein neues Hüftgelenk braucht, möchte natürlich, dass die Prothese so lange wie möglich hält. Durch Abrieb, der vom Gelenkkopf in der Hüftpfanne verursacht wird, kann das Implantat aber verschleißen. Im Labor für Biomechanik der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg untersucht Diplomingenieur Tim Weber, welche Operationsverfahren unter biomechanischen Gesichtspunkten geeignet sind, um solche Komplikationen zu vermeiden. Bei dem Forschungsprojekt arbeitet der Ingenieur mit Medizinern der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg am Asklepios Klinikum Bad Abbach zusammen. „Ergebnisse aus den Untersuchungen im Ganglabor sind bereits in unser neues OP-Verfahren eingeflossen“, sagt der Orthopäde Dr. Tobias Renkawitz.

„Das RCBE ist Vernetzung pur“

Angesiedelt ist das von Prof. Dr. Sebastian Dendorfer geleitete Labor für Biomechanik am Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE). Am Freitag wurde das Zentrum offiziell eröffnet. „Unser Ziel ist es, die Medizintechnik in der Region voranzubringen“, sagt Dendorfer. Dazu werden in der neuen Einrichtung Kompetenzen gebündelt. „Das RCBE ist Vernetzung pur“, betont OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier. Es werde nicht nur fakultäts-, sondern auch hochschulübergreifend zusammengearbeitet. Beteiligt sind die Universität Regensburg mit ihrem Universitätsklinikum und die OTH Amberg-Weiden, die einen Bachelor Medizintechnik anbietet.

Eines der Leitthemen, das Regensburg und Amberg-Weiden in ihrem Hochschulverbund definiert haben, ist Lebenswissenschaft und Ethik. „Medizintechnik und Medizinische Informatik gehören hier zu den Schwerpunkten“, sagt Baier. Die Medizin greife zunehmend auf Dienstleistungen aus den Ingenieurwissenschaften zurück. „Wir wollen eine zentrale Anlaufstelle in der Region für Forschung im Bereich Medizintechnik sein“, sagt Dendorfer. Neben seinem Labor für Biomechanik sind in den RCBE-Räumen im Biopark auch ein Labor für Medizinprodukte (Prof. Dr. Thomas Schratzenstaller), ein Labor für Medical Image Computing (Prof. Dr. Christoph Palm) und ein Labor Softwareentwicklung für technische Systeme in der Medizin (Prof. Dr. Axel Doering) angesiedelt.

Künstlicher Blutkreislauf im Labor

Die Scheubeck-Jansen Stiftung hat außerdem für fünf Jahre eine Stiftungsprofessur sowie für zwei Jahre eine Mitarbeiterstelle eingerichtet. Seit Anfang Oktober gehört auch Prof. Dr. Lars Krenkel zum RCBE-Team. Unterstützt werden die Laborleiter und ihre Mitarbeiter von RCBE-Geschäftsführer Dr. Alexander Leis, im Bereich Elektronik und Software von Franz Süß sowie von Dr. Birgit Striegl, die für Analytik und Probenpräparation zuständig ist. In ihrem Labor werden etwa Schweineknochen zugeschnitten, mit denen im Labor für Biomechanik Biegefestigkeitsversuche gemacht werden.

Bei der Eröffnungsveranstaltung konnten die Besucher einen Blick in die Labore werfen und sich über die jeweiligen Forschungsprojekte informieren. Im Labor für Medizinprodukte ist ein künstlicher Blutkreislauf aufgebaut, an dem die Forscher die Implantation eines Stents in die Herzkrankgefäße simulieren können. An der richtigen Stelle angekommen, wird der Stent expandiert und ermöglicht so den Blutfluss. Bei der Expansion kann es jedoch zu Verletzungen des Gefäßes kommen, erklärt Prof. Dr. Schratzenstaller. „Wir wollen das Design der Stents optimieren, um solche Verletzungen zu vermeiden.“

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