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Dienstag, 30. August 2016 26° 2

Sport

Rasanter Wettlauf durch die Spindel

200 Einzelläufer und 114 Staffeln lieferten sich am Samstag ein spannendes Rennen im Regensburger Donau-Einkaufszentrum.
Von Franziska Reng, MZ

  • Die steile Parkhausspindel ist für die Läufer eine besondere Herausforderung. Alle Fotos: altrofoto.de
  • Die Temperaturunterschiede machen den Läufern beim Spindellauf zu schaffen: Im Parkhaus pfeift der kalte Wind, in den Ladenstraßen des Donau-Einkaufszentrum (im Bild) ist es den Läufern schnell zu warm.
  • Das Publikum geht begeistert mit. Viele waren am Samstagabend ins Einkaufszentrum gekommen.
  • Musiker aus drei Bands feuerten die Läufer in und ums Donau-Einkaufszentrum an.

Regensburg. Thomas Zink ist ein Mann, der seine Versprechen hält. Noch spektakulärer, noch hochkarätiger als in den Vorjahren sollte der Spindellauf im Jahr 2015 werden. Das ist dem Geschäftsführer des Donau-Einkaufszentrums gelungen: Unzählige Zuschauer versammelten sich am Samstagabend an der Laufstrecke, um das Rennen zu verfolgen, das wohl so spannend war wie noch nie zuvor.

Da ließ es sich Thomas Zink natürlich nicht nehmen, selbst ebenfalls an den Start zu gehen und mit diesem großartigen Event in ein neues Sportjahr zu starten. Mittlerweile ist der außergewöhnliche Lauf-Wettbewerb schon über die Region hinaus bekannt und lockt Teilnehmer aus ganz Deutschland in die Domstadt.

„Wir haben heuer sogar noch eine Band mehr im Programm“, freut sich Claudia Fritsch vom ausrichtenden Verein LLC Marathon Regensburg, „dadurch haben wir eine tolle Stimmung auf der Strecke und den Läufern wird so richtig eingeheizt.“

Dass man bei einer Distanz von ungefähr 21 Kilometern, also vergleichbar mit einem Halbmarathon, ins Schwitzen kommt, ist ohnehin keine Frage. Wenn man dabei aber nicht nur quer durch die Flure eines Einkaufszentrums laufen muss, sondern auch noch die steile Parkhausspindel bewältigen, geht das wirklich bis an die Substanz. „Zu den insgesamt etwa 600 Höhenmetern kommen dann ja sogar noch die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen“, erklärt Fritsch. „Letztes Jahr hatten wir am Start etliche Läufer, die viel zu dick eingepackt waren: Nach ein paar Runden wollten sie alle ihre Mützen und Handschuhe loswerden. Heute ist es zum Glück ein bisschen wärmer.“ Lachend fügt sie hinzu: „Da friert auch unser Team von der Verpflegungsstation im Freien nicht so sehr.“

Was auch immer du willst...

Beim Spindellauf müssen die Teilnehmer auf ihrem Weg nicht nur immer wieder mit einer kleinen Stärkung versorgt werden, sondern sie brauchen natürlich vor allem lautstarke Motivation: Dafür wurden die Bands „Mean Machine“, „Nonscope“ und „Motor City Monkey Hunters“ engagiert. Sie geben an diesem Abend ihr Bestes, um alle Läufer zu Höchstleistungen zu treiben. Schon beim Startschuss wird dabei der Rock-Klassiker „Whatever you want“ von Status quo angestimmt, zu dem auch die Zuschauer begeistert mitklatschen.

Nicht zuletzt feuern besonders die Moderatoren, Rudi Obermeier und Stephan Irrgang, jeden einzelnen Starter an, so dass die meisten doch mit einem Lächeln im Start- und Zielbereich vorbeilaufen, bevor es wieder nach draußen geht – und ein weiteres Mal die Spindel hinauf. Manche starten in der Mannschafts-Wertung und absolvieren das Rennen in Dreier-Teams, andere kämpfen sich ganz allein durch die insgesamt 14 Runden.

Dass das höchste Anerkennung verdient, weiß auch das jubelnde Publikum, in dem sich sogar das ein oder andere bekannte Gesicht der Lauf-Szene entdecken lässt. Ganz klar: Mitfiebern wollen hier alle, aber mitmachen kann man nicht einfach spontan und ohne gezielte Vorbereitung. „Wir haben vor allem immer sehr viel weniger Teilnehmerinnen als Teilnehmer“, weiß Claudia Fritsch, „die Herausforderung ist einfach enorm.“ In diesem Jahr haben sich dementsprechend nur 20 weibliche, aber 180 männliche Läufer angemeldet.

Nach einer Stunde, 15 Minuten und 55,49 Sekunden steht dann der strahlende Sieger unter ihnen fest: Felix Mayerhöfer kommt vor dem Vorjahressieger Marco Bscheidl als Erster ins Ziel. Bei den Frauen siegt, fast schon traditionell, wie bei allen Spindelläufen bisher, Andrea Lanzinger. Völlig erschöpft aber glücklich umarmt sie die Zweitplatzierte Kathrin Schambeck. „Das war ein gutes Rennen – wenn auch nicht so schnell wie letztes Jahr. Den starken Wind hat man eben schon gemerkt, aber das war nicht so schlimm“, meint sie. Jetzt gönnt sie sich erstmal ein wohlverdientes Erfrischungsgetränk.

Starke Teamleistung

Eine besonders starke Leistung zeigt an diesem Abend auch die Herren-Staffel „Runners Point Donau-Einkaufszentrum 4“: Ihre Endzeit ist fast sechs Minuten schneller als die der Sieger-Mannschaft 2014. In den Ergebnislisten dominieren außerdem die Laufteams von Armin Wolf: In der Mixed-Wertung belegen sie Platz vier, bei den Herren zudem den fünften und bei den Frauen sogar den ersten Rang. Wieder einmal hat der Sportmoderator hochklassige Sportler um sich geschart, wie zum Beispiel den Ultra-Radmarathon-Weltmeister Bernhard Steinberger.

„Nächstes Jahr will ich vielleicht sogar mal selber mitmachen“, verrät Armin Wolf. Damit er mit seinen Teams auch in Zukunft auf jeden Fall weiterhin ganz vorne mitmischen kann, hat er außerdem schon für Nachwuchs gesorgt: An der Hand hält er die fünfjährige Magdalena aus dem „Armin Wolf Future-Laufteam“. Heute ist sie nur zum Zuschauen dabei, aber, wer weiß, vielleicht wird aus ihr ja auch einmal eine tapfere Spindelläuferin.

Regensburger Spindellauf

  • Geschichte und Ausrichter

    Bereits zum dritten Mal fand der Wettbewerb „Regensburger Spindellauf“ im Donau-Einkaufszentrum statt. Der Lauf wird vom LLC Marathon Regensburg in Kooperation mit dem Donau-Einkaufszentrum organisiert.

  • Der Lauf

    Die Strecke umfasst 14 Runden durch das Donau-Einkaufszentrum und durch die Parkhausspindel und beträgt pro Runde ca. 1,5 Kilometer. Insgesamt ist die Streckenlänge ca. 21 Kilometer und entspricht fast einem Halbmarathon. Insgesamt sind annähernd +/- 600 Höhenmeter zu bewältigen.

  • Teilnehmerfeld

    200 Einzelstarter und 114 Staffeln mit je drei Mitgliedern gingen dieses Jahr an den Start des Regensburger Spindellaufs.

  • Resonanz

    Schon Mitte November wurden keine Anmeldungen mehr angenommen. Die maximale Starterzahl war bereits erreicht.

  • Caritativer Zweck

    Auch ein guter Zweck steht im Mittelpunkt: Pro Anmeldung wurden 2 Euro der Gebühren an den Verein „Kindertrauerbegleitung e.V.“ gespendet.

Läufer starten beim Regensburger Spindellauf

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