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Regensburg - Nachrichten
Samstag, 30. Mai 2015 17° 3

Hochwasser

Regensburg rechnet mit dem Schlimmsten

Die Stadt wappnet sich für den Katastrophenfall und Rekord-Pegelstände. Der Scheitel wird gegen 18 Uhr erwartet.
Von Heinz Klein und Christine Hegen, MZ

Die mobilen Hochwasserschutzelemente wurden am Freitag aufgebaut. Foto: Klein

Regensburg.Am Freitag wälzte sich die Donau mit 1,6 Millionen Liter pro Sekunde flussabwärts, doch es werden noch zwei Millionen Liter werden, vielleicht auch noch mehr. Gegen 22 Uhr trat am Freitag der Krisenstab in der Domstadt erneut zusammen. Denn: Die Prognose festigt sich. Am Samstag wird an der Eisernen Brücke ein Wasserstand von 6,60 Meter erwartet – vielleicht auch mehr. 6,60 Meter entsprechen dem Rekord-Hochwasser von 1988 und 2002.

Die mobilen Hochwasserschutzelemente an der Wurstkuchl werden derzeit überströmt. Wie die Stadt am Abend mitteilte, ist zu befürchten, dass der Wasserstand so weit steigt, dass weitere Hochwasserschutzelemente überströmt werden, zum Beispiel in der Bad- oder Werftstraße.

Beim Wasserwirtschaftsamt ging man dagegen davon aus, dass der Pegelstand von 2002 nicht erreicht werde. „Langfristprognosen haben eine hohe Ungenauigkeit“, sagte Amtsleiter Wolf-Dieter Rogowsky. Die Einschätzung schwanke um 15 bis 20 Zentimeter.

Aufbau von Stegen

Bei der Stadt hat man sich unterdessen für den schlimmsten Fall eingerichtet und geht von einem „worst-case-Szenario“ aus. Das schließt auch den Katastrophenfall mit ein. Die Mitarbeiter des Tiefbauamts installierten in der Thundorferstraße, Badstraße, Werftstraße, Wassergasse, am Franziskanerplatz und in der Unteren Regenstraße mindestens 1600 Meter der mobilen Hochwasserschutzelemente, die nun ihre Bewährungsprobe bestehen müssen.

Am Abend wurde mit dem Aufbau der Fußgängerstege begonnen. Beim Stadtgartenamt befüllte man gut 25.000 Säcke mit Sand und stellte sie in Flußnähe für Anwohner bereit. Auch in der Baumschule das Gartenamts in der Ziegetsdorfer Straße konnte man sich Sandsäcke abholen. Die Bürger machten von diesem Angebot kräftig Gebrauch und kamen teilweise sogar mit Kleinlastwagen. Die Befüllung der Sandsäcke geht dort auch am heutigen Samstag weiter.

„Wir müssen die Donau reinlassen“

In einem Aufruf bat die Stadtverwaltung noch einmal eindringlich, parkende Autos in Ufernähe und aus Tiefgaragen entlang der Donau und dem Regen wegzufahren und Keller zu räumen. Die Anwohnerparkplätze in der Küffnerstraße und Lieblstraße werden vorsorglich mit Halteverbotsschildern versehen. Der Parkplatz nördlich der Eisernen Brücke (Jakobi-Gelände) und der westliche Teil des Parkplatzes „Donaumarkt“ werden ab Samstag gesperrt. Der Markt am Donaumarkt findet regulär statt. Die Zufahrt zum Schopperplatz wird am Samstagvormittag gesperrt.

Trotz aller Vorbereitungen gaben sich die Regensburger an der Donau ziemlich gelassen. An der Steinernen Brücke räumte Wirt Andreas Meier wieder einmal die Historische Wurstkuchl aus. „Die Donau ist meine Freundin. Sie kommt mich hin und wieder besuchen“, hatte sein Vater Jörg Meier gesagt. Der Sohn sieht es nun ähnlich. „Wenn sie kommt, müssen wir sie reinlassen“, sagte er, gestand aber auch, dass diese ständigen Besuche der Donau „nerven“. So an die 20 Hochwasser hat der junge Wirt schon mitgemacht. Für den neuen mobilen Hochwasserschutz ist er dankbar, ebenso für die inzwischen sehr guten und präzisen Vorhersagen. „Das gibt uns ein größeres Zeitfenster und eine gewisse Sicherheit“.

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