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Regensburg
Donnerstag, 21. September 2017 19° 3

Sicherheitsbericht

Regensburg Spitze bei Verbrechen

Die Polizei spricht von der höchsten Kriminalität aller bayerischen Großstädte. Ursache hierfür ist die Beschaffungskriminalität der Drogenszene
Von Hans Scherrer, MZ

Regensburg bleibt die bayerische Großstadt mit der höchsten Kriminalitätsrate. Foto: MZ-Archiv

Regensburg. Zunächst die gute Nachricht: Die Zahl der Gesamtstraftaten in Regensburg ging im vergangenen Jahr um 136 Fälle im Vergleich zu 2011 zurück. Und auch die Aufklärungsquote konnte um fast drei Prozent gesteigert werden.

Diese Zahlen nannte Polizeipräsident Rudolf Kraus am Donnerstag in seinem Sicherheitsbericht vor dem Verwaltungsausschuss im Regensburger Stadtrat. Dann war es allerdings schon vorbei mit der Beschaulichkeit.

Denn Regensburg wies, so Kraus weiter, auch 2012 wieder die höchste Kriminalitätsbelastung aller bayerischen Großstädte auf. Ursache hierfür ist die Rauschgiftkriminalität. „Wir sind davonüberzeugt, dass ein beträchtlicher Teil der Straftaten in Regensburger mit der Drogenkriminalität verwoben ist“ und damit meinte Kraus die indirekte Beschaffungskriminalität.

„Drogenkonsumenten benötigen Geld

„Drogenkonsumenten benötigen Geld, das sie sich durch Straftaten, in der Regel durch Diebstähle beschaffen.“ Und hier liege auch die Aufklärungsquote unter dem Durchschnitt, wobei die Diebstähle mit 46 Prozent am Anteil der Gesamtkriminalität außerordentlich hoch liegt.

Als weiteres Problem nannte Kraus die ansteigende Gewaltbereitschaft im Zusammenhang mit Alkohol. Habe sich früher nur ein bestimmtes Klientel mit Bier- oder Schnapsflaschen im öffentlichen Raum bewegt, so seien dies heute „Leute aus unserer gesellschaftlichen Mitte; selbst junge Mädchen kann man Wodka trinkend antreffen.“

Appell: „Die Sperrzeitregelung nicht lockern!“

Die Folge sei ein „außerordentlich hoher Anteil der Körperverletzungen zur Nachtzeit unter Alkoholeinfluss.“ Oder: 80 Prozent der Gewalttaten im öffentlichen Raum oder in Gaststätten zwischen 2 und 6 Uhr geschehen unter Alkoholeinfluss. Um dieser Erscheinung entgegenzuwirken, appellierte der Polizeipräsident, „die über lange Jahre bewährte Sperrzeitregelung nicht weiter zu lockern“.

So stehe man auch nicht vor unlösbaren Problemen, sagte Kraus und lobte besonders die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt. „Unsere gemeinsamen Bemühungen, beispielsweise das Projekt ,Sichere Altstadt’ oder ,Fair feiern’, tragen zwischenzeitlich Früchte.“

Der Erfolg ist bereits wissenschaftlich bestätigt

So setze die Polizei auch weiterhin auf Prävention. Neben dem erfolgreich verlaufenen Aktionstag „Sicher leben in Regensburg“ im Mai halten Polizeibeamte auch Vorträge und Workshops in Schulen zu Themen wie Alkohol und Drogen, Sucht, Gewalt, Jugendschutz und Neue Medien. Ziel sei die Förderung der Lebenskompetenz. Und dies ist nicht nur vordergründiger Aktionismus. Denn „dass dieses Ziel erreicht wurde, hat eine Evaluation der Universität Regensburg zwischenzeitlich wissenschaftlich belegt“.

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