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Fussball

Risikospiel: Jetzt kommt Dresden

Zum Heimspiel gegen Dynamo werden bis zu 3000 Gästefans erwartet. Die Continental Arena ist am Sonntag wohl fast ausverkauft.
Von Norbert Lösch, MZ

Die Fans von Dynamo Dresden können auch anders, sind aber oft drastisch: Beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am 21. Mai distanzierten sie sich zum Beispiel mit einem Transparent von der rechtspopulistischen Pegida-Bewegung und deren Gründer Lutz Bachmann. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa

Regensburg.„Alle im Trikot nach Regensburg“, lautet der Appell der „Ultras“ von Dynamo Dresden vor dem Auswärtsspiel gegen den SSV Jahn. Wie viele Fans des Klubs aus der Sachsenmetropole am Sonntag in der Continental Arena sein werden, lässt sich nur schätzen: Bis zu 3000 Anhänger der Schwarz-Gelben werden erwartet. Das Spiel – Anpfiff ist um 13.30 Uhr – gilt als Risikobegegnung.

„Ja, die Partie ist als Spiel mit hohem Risiko eingestuft“, bestätigt Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums. Das hat die fortlaufende Lagebewertung und für den Sonntag die Einsatzleitung übernommen. Oberpfälzer Beamte würden von Kollegen der Bereitschaftspolizei und – im Bereich des Hauptbahnhofs – der Bundespolizei unterstützt. Insgesamt werde die Polizei in angemessener Personalstärke vor Ort präsent sein.

Dresdens Verteidiger Heise leidet unter einem Muskelfaserriss.

„Auf jeden Fall eine tolle Kulisse“

Die Continental Arena wird am Sonntag beim Spiel gegen Dresden wieder einen Ansturm von Fans aus beiden Lagern erleben. Foto: dpa

Mehr als 12500 Eintrittskarten hatte der Jahn bis Mittwochnachmittag bereits verkauft. „Das wird auf jeden Fall eine tolle Kulisse“, freut sich Jahn-Pressesprecher Martin Koch schon auf den Sonntag und ein volles, wenn nicht komplett ausverkauftes Haus. Der Jahn wird dem Zuschauerzuspruch entsprechend wieder mehr als 200 Ordner und Sicherheitspersonal einsetzen. Ein besonderes Gefahrenpotenzial sieht Koch nicht: „Wie bei all unseren Heimspielen wird das bewährte und funktionierende Sicherheitskonzept greifen.“

Vergangene Woche zogen unsere Redakteure Zwischenbilanz

Die Fans der SG kommen in schwarz-gelb.

Ultras Dynamo machen für Trikotfahrt nach Regensburg mobil! Die »Ultras Dynamo« machen wenige Tage vor dem am Sonntag stattfindenden Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg für eine Trikotfahrt in die Oberpfalz mobil. In der kurzen Ankündigung der Dresdner Ultras heißt es lediglich »Alle im Trikot nach Regensburg«, was im Grunde selbsterklärend sein dürfte. Die Gastgeber und Aufsteiger freuen sich indes über eine volle Hütte und bisher über 12.000 verkaufte Karten für das Zweitligaspiel. Neben dem Gästeblock sind bis auf vereinzelte Plätze die gesamte Gegengerade und die Hans-Jakob-Tribüne, auf der die »Ultras Regensburg« stehen, ausverkauft. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen der SGD und dem Jahn geht auf die Rückrunde der Saison 2014/15 zurück. Damals gastierten die Sachsen noch an der Prüfeninger Straße im alten Jahnstadion. #kurvennews #dynamodresden #sgd #dynamo #dresden #elbflorenz #ultrasdynamo #ssvjahn #regensburg #jahnregensburg #jahnelf #fans #ultras #sachlich #differenziert #aktuell | Fotos: ultras-dynamo.de | Kurvennews am 13.09.2017

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Nach Angaben von Henry Buschmann, Pressesprecher von Dynamo, sind die 1800 den Dresdnern zur Verfügung gestellte Karten längst vergriffen. „Das ist aber nichts Besonderes, weil uns auch bei den Auswärtsspielen immer viele Anhänger begleiten“, sagt Buschmann. „Das Besondere ist vielmehr, dass wir am Sonntag auf einen starken Aufsteiger treffen werden“, lässt der Vereinssprecher Respekt mitschwingen. Einen Sonderzug von Dresden nach Regensburg werde es nicht geben, alle Fans würden individuell beziehungsweise mit Linienzügen der Bahn anreisen. Wie viele Dynamo-Anhänger sich auf anderen Wegen Tickets für das Zweitligaspiel besorgt haben, sei „reine Spekulation, aber insgesamt werden sicher mehr als 2000 vor Ort sein. Denn viele Sachsen und nicht wenige unserer Fans leben ja in Bayern.“

Mit Bahn und Bus rechtzeitig ins Stadion

  • Eintrittskarten sind auch Fahrscheine

    Bei Heimspielen des SSV Jahn gelten Eintrittskarten grundsätzlich vier Stunden vor Anpfiff als RVV-Ticket für die direkte Fahrt zum Spiel sowie für die direkte Rückfahrt am selben Tag bis Betriebsschluss im gesamten Verbundgebiet für alle Busse und Bahnen. Zusätzlich werden ab zwei Stunden vor Spielbeginn kostenlose Shuttlebusse der Linie „F“ ab Hauptbahnhof eingesetzt. Außerdem wird die Haltestelle „Continental Arena“ von den RVV-Buslinien 3, 20, 21 und 23 bedient. Von dort aus sind es etwa 300 Meter bis zum Stadion.

  • Verkehrschaos wird nicht erwartet

    Fahrpläne der Linien, die das Stadion anfahren, gibt es zum Herunterladen auf der Webseite des Verkehrsverbunds unter www.rvv.de/Jahn-Fans. Die Alternative: „Mit dem Fahrrad haben Sie den besten Parkplatz vor den Eingängen.“ Wer mit dem Auto kommen will, sollte sich zeitig auf den Weg machen, rät die Polizei. „Die Parkplätze unmittelbar am Stadion werden schnell belegt sein“, erwartet Sprecher Albert Brück. Alternativ stehen Parkplätze am Uniklinikum und an der Universität zur Verfügung. Beim Spiel am Sonntag wird die Verkehrssituation durch den fehlenden Einkaufsverkehr entzerrt.

Das letzte Heimspiel des Jahn gegen die Sachsen wurde noch im alten Jahnstadion ausgetragen. Beide Clubs spielten in der Saison 2014/2015 in der 3. Liga. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel kassierte der Jahn am 28. Februar 2015 auch zuhause ein Tor mehr als der Gegner (2:3). Am Ende der Saison war der Jahn mit nur 31 Punkten auf dem Konto in die Regionalliga Bayern abgestiegen.

Der Regensburger Verteidiger Gimber macht sich gut.

Gästefans sorgten für Schlagzeilen

Auch in Regensburg haben sich Dresden-Anhänger immer wieder mal danebenbenommen. Das ist aber schon einige Jahre her: Im Dezember 2008 listete die Polizei diverse Sachbeschädigungen, zehn Verletzte (davon acht Polizeibeamte) und 13 Festnahmen auf. Zuletzt hatte es vor dem Auswärtsspiel in Karlsruhe am 14. Mai dieses Jahres Ausschreitungen der Dynamo-Fans gegeben. Ein Großteil der rund 2000 Schlachtenbummler war in „Tarnanzügen“ mit der Aufschrift „Football Army Dynamo Dresden“ gekommen, einige plünderten Imbissstände im Gästebereich. Dabei wurden laut Polizei 21 Ordner und 15 Polizisten verletzt. Der DFB reagierte mit harten Sanktionen: Das Sportgericht verurteilte den Verein zu zwei Auswärtszuschauer-Ausschlüssen auf Bewährung. Zudem muss Dynamo 75000 Euro Geldstrafe berappen. Eine weitere Konsequenz ist etwa, dass es keine Auswärtsdauerkarten für Dynamo-Fans mehr gibt.

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