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Regensburg
Dienstag, 21. November 2017 7

Arbeiten

Sanierung der Innenstadt läuft nach Plan

Noch bis 2020 wird in der Fußgängerzone gebaut. Ein erster Engpass zeigt, worauf sich nicht nur Kaufleute einstellen müssen.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

Regensburg.Hier ist es gerade eng, so richtig eng. Eine Mutter schlängelt sich mit ihrem Kinderwagen an der Baustelle vorbei. Auf der anderen Seite wartet eine Fahrradfahrerin. An den rot-weißen Absperrgittern stehen Neugierige, die zuschauen, wie sich die Baggerschaufel wieder und wieder in das Loch hinabsenkt. An einem Geschäft ist auf einem Schild zu lesen: „Baustellen-Rabatt: 20 Prozent“.

Wo sich in der Regensburger Innenstadt Sankt-Kassians-Platz, Pfauengasse, Schwarze-Bären-Straße und Weiße-Lilien-Straße treffen, hat sich aktuell ein Nadelöhr gebildet. Und es ist nur ein Vorgeschmack auf etwas, was bis Ende des Jahres 2020 an verschiedenen Stellen immer wieder passieren wird. Denn so lange dauert die Sanierung der Fußgängerzone, die Anfang März gestartet ist.

Bürgermeisterin greift zur Schaufel

Die Bürgermeisterin packt selbst mit an.. Foto: Geisenhanslüke

Am Donnerstag machte sich Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer selbst ein Bild vor Ort und griff öffentlichkeitswirksam zur Schaufel. Doch wichtiger als der Sand, den die SPD-Politikern von A nach B beförderte, war ihre Botschaft: „Wir liegen total im Zeitplan und kommen gut voran.“

In diesem Bereich soll die Fußgängerzone erneuert werden:

Die Sanierung der Fußgängerzone zwischen Domplatz und Viereimer-Platz sowie entlang der Schwarze-Bären-Straße und der Königsstraße ist eines der Regensburger Großprojekte. 4,7 Millionen Euro wird es die Stadt kosten, 2,6 Millionen die Rewag. Und auch die Anwohner müssen zahlen.

Doch sie sind nicht nur finanziell getroffen, sondern werden in den nächsten Jahren mit Schmutz, Lärm und Einschränkungen zu kämpfen haben. Einer von ihnen ist Ulrich Dombrowsky. Ihm gehört die gleichnamige Buchhandlung. Doch von seinem Geschäft ist aktuell kaum etwas zu sehen. Denn die davor stehenden Baucontainer und das lagernde Material verdecken die Sicht. „Es ist für Kaufleute natürlich nicht erfreulich, wenn direkt vor dem Haus umgebaut wird“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er selbst könne bisher noch nicht von Umsatzeinbußen berichten – seinem hohen Anteil von Stammkunden sei Dank. Aber: „Wenn das vor unserer Tür über Jahre stehen bleibt, kann das Folgen haben.“ Deshalb stehe er in engem Kontakt mit der Stadt.

Es wird laut und schmutzig

Durch die Baustellen gibt es in der Innenstadt einige Engstellen. Foto: Geisenhanslüke

Es werde laut und schmutzig. Und die Arbeiten seien mehr als notwendig. Das ist das Credo, das von der Stadt immer und immer wieder zu hören ist. Auch die Bürgermeisterin sagte gestern deshalb: „Ich hoffe, dass alle über die gesamte Bauzeit die Nerven bewahren und sich gleich melden, wenn etwas nicht passt.“

Sehen Sie hier ein 360-Grad-Bild einer der Baustellen in der Innenstadt. Klicken Sie einfach in das Bild, um zu starten, und nutzen Sie dann ihre Maus (oder ihren Finger, wenn Sie ein mobiles Endgerät nutzen), um sich im Bild zu bewegen.

In der Innenstadt von Regensburg wird gebaut. - Spherical Image - RICOH THETA

Damit die Kommunikation funktioniert, greift die Stadt tief in ihr Portemonnaie. Mit persönlicher Betreuung und einer Marketing-Offensive soll den Geschäftsleuten geholfen werden. Eine finanzielle Entschädigung, wie schon oft gefordert, wird es nicht geben. 400 000 Euro sind für die Kommunikation geplant. Auch wurde eigens eine PR-Agentur engagiert. Aktionen und Feste sollen in der Bauzeit Kunden in die Stadt locken. Außerdem dürfen die Firmen an den Baustellen mit Plakaten werben.

Wettbewerb

  • Projekt:

    Im Zuge der Sanierung der zentralen Fußgängerzone, die mit dem Spatenstich am Donnerstag begonnen hat, sollen auch künstlerisch gestaltete Sitzmöbel geschaffen werden.

  • Aufruf:

    Die Stadt sucht nun Teilnehmer für den Kunstwettbewerb „Objektkunst, Sitzmöbel“. Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter der Internetadresse www.architekturbuero-steidl.de.

Von der Betreuung im Rahmen von Workshops der Stadt für die Kaufleute berichtet auch Ulrich Dombrowsky. Er ist der Vorsitzende der Initiative „Faszination Altstadt“. Er sagt: „Natürlich gibt es Ärger. Natürlich gibt es Leute, die ängstlich sind um ihre Geschäfte. Es sind ja nicht nur Ketten, sondern auch Familienbetriebe.“ Der Onlinehandel sei ohnehin eine Bedrohung – und wenn dann noch so etwas hinzukomme, werde es schwierig. Trotzdem hat er nur einen Rat: „In die Zukunft denken und daran, dass es allen – nicht nur den Geschäften sondern auch den Passanten – zu Gute kommt. Es ist einfach notwendig, dass in der Stadt etwas passiert.“

Baustellen in der Übersicht

In diesem Jahr reihen sich die Baugruben aneinander wie Perlen an einer Kette. Die größten finden Sie hier oder in unserer Übersicht.

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