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Regensburg
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Musik

Singen als Gemeinschaftserlebnis

Mehr als 1200 Chorsänger aus ganz Deutschland kamen zum deutschen Jugendchorfestival „Pueri Cantores“ nach Regensburg.
Von Angelika Lukesch, MZ

Karl-Heinz Liebl, Vorsitzender der Pueri Cantores in der Diözese Regensburg, dirigiert bei der Eröffnungsveranstaltung im Audimax einen riesigen Chor. Foto: Lukesch

Regensburg.Man traf sie am Wochenende in Regensburg überall: Kinder und Jugendliche, die ein rotes Band um den Hals trugen und daran ein Schildchen, das sie als Mitglied des Chorverbands „Pueri Cantores“ auswies und damit als Teilnehmer des deutschen Jugendchorfestivals in der Domstadt. „Pueri Cantores“ ist eine internationale Vereinigung von katholischen Jugendchören, die 1951 vom Heiligen Stuhl anerkannt wurden. Im Jahr 2015 gründete sich in Regensburg der Diözesanverband der „Pueri Cantores“, dem mittlerweile 34 Chöre mit rund 1500 Mitgliedern angehören. Den Vorsitz hat Karl-Heinz Liebl inne, der Chorleiter bei den Regensburger Domspatzen ist.

Stimmgewaltiger Auftakt

Vielfältige Chorklänge waren in St. Emmeram zu hören. Foto: Lukesch

Wer am Samstag und Sonntag den jungen Chorsängern in Regensburg nachspürte, konnte den besonderen Geist dieses Treffens überall erfühlen. Schon beim Eröffnungskonzert im Regensburger Auditorium Maximum der Universität, das mit den Sängern aller teilnehmenden Chöre nahezu voll belegt war, wurde die Begeisterung spürbar, die das Zusammensein und das gemeinsame Singen in allen entfachte. Jeder einzelne Chor stellte sich entweder mit einem kleinen Gesangsstück oder mit einer Art offensivem Schlachtruf vor. Die Chöre waren aus allen Ecken Deutschlands nach Regensburg gekommen, um mit Gleichgesinnten zu singen, zu musizieren und auch Spaß zu haben.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer fühlte sich inmitten dieses fröhlich-lebhaften Getümmels augenscheinlich wohl. Die Freude über dieses musikalische und durchaus auch spirituelle Treffen war ihm am Gesicht abzulesen und fand auch in seinen Begrüßungsworten Ausdruck. Natürlich wurde gleich von Anfang an gemeinsam gesungen, auch wenn den gesanglichen Hauptpart am Eröffnungsabend die Regensburger Domspatzen zusammen mit „Singer pur“ (ebenfalls ehemalige Domspatzen) übernahmen. Mit einem eindrucksvollen Abendlob wurde der Tag der Eröffnung beendet.

1300 kamen zum Jugendchorfestival

Der Samstag gehörte Regensburg und seinen Chorliebhabern, aber auch den Passanten an den Veranstaltungsorten. Die Sänger mischten sich an sechs verschiedenen Konzertorten untereinander und es entstanden dabei die unterschiedlichsten gemischten Chöre. In der Krankenhauskirche St. Pius der Barmherzigen Brüder wie auch im Foyer des Universitätsklinikums Regensburg sangen Chöre aus Aachen-Forst, Koblenz, Friedrichshafen, München, Hüsten, St. Wendel, Germering und Freising miteinander und einzeln und entzückten per Live-Übertragung auch alle Patienten, die ihr Bett nicht verlassen konnten. In der Basilika St. Emmeram erhoben Kinder und Jugendliche unter anderem aus Zülpich, Rösrath und Überlingen ihre Stimmen. St. Johann am Dom hörte Chorgesänge von jugendlichen Sängern aus Bad Mergentheim, Backnang, Mönchengladbach, Regenstauf, Leiblfing und Frankfurt am Main. In der Schottenkirche St. Jakob ertönte Chormusik aus Buchen, Wurmlingen, Warendorf, Braunschweig und Berlin.

„Das tut der Seele gut“

Beim gemeinsamen Singen im Audimax kam große Freude auf. Foto: Lukesch

Doch so sehr sich die Zuhörer von den Gesängen berühren ließen und so ermutigend für die Chöre auch die Wertschätzung durch das Publikum war, so stand im Mittelpunkt dieses deutschen Chorfestivals doch das Gemeinschaftserlebnis. Da die meisten Chöre mit einem einheitlichen T-Shirt bekleidet waren, ließ sich für einen Beobachter gut ausmachen, wer zu wem gehörte. Und wer die Augen genau offen hielt, nahm wahr, dass sich die Gruppen mischten und dies nicht nur zum gemeinsamen Gesang auf der „Bühne“, sondern auch abseits vom Auftritt, in den Kirchenbänken, auf dem Vorplatz, vor allem im Audimax und im Dom.

Rolf Schmidl, Zuhörer beim Eröffnungskonzert im Audimax, brachte es auf den Punkt: „Ich habe selber als junger Mensch im Chor gesungen und es war ein herrliches Erlebnis, Konzertreisen zu machen. Singen ist für mich die tollste Ausdrucksform. Singen ist ein Gemeinschaftserlebnis, das der Seele gut tut.“

Video: Lukesch/MZ

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