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Regensburg
Sonntag, 25. Juni 2017 27° 4

Hilfe

Spendenbutler rollt durch Deutschland

Für die Erdbebenopfer aus Nepal tourt Jörn Dreuw auf einem Einrad durch die Republik. Der Start der Aktion war in Regensburg.
von Alex Huber, MZ

Jörn Dreuw mit seinem elektrischen Einrad auf dem BismarckplatzFoto: Huber

Regensburg. Wer etwas erreichen will, braucht vor allem eines: Ideenreichtum – und davon hat Jörn Dreuw wahrlich genug. Nach den verheerenden Erdbeben in Nepal startete der 45-jährige Journalist eine neuartige Aktion: Mit einem elektrischen Einrad will er quer durch Deutschland fahren, um Spenden für die Opfer zu sammeln.

Und als ob das nicht schon genug wäre, fährt Dreuw obendrein in voller Butler-Montur. „Ich wollte schon ganz normal mit dem Fahrrad starten, dachte mir aber dann, das würde zu wenig auffallen“, erklärt der gebürtige Aachener. „Außerdem habe ich einen Abschluss an der internationalen Butlerakademie in den Niederlanden. So bin ich auf die Idee gekommen“, erzählt Dreuw weiter.

Als die Vorbereitungen nach gut zwei Wochen beendet waren, fehlte ihm nur noch ein geeigneter Startpunkt. Die Domstadt passte Dreuw dabei perfekt ins Bild. Vom Regensburger Bismarckplatz machte sich der 45-Jährige am Montag über den Nepal-Himalaya-Pavillon in Wiesent auf den Weg nach Straubing. „Das passt perfekt zum Start der Aktion“, stellt Dreuw klar. Einmal quer durch die Innenstadt und dann über die Radwege direkt an der Donau entlang. „Die Wege sind meistens flach, so dass ich problemlos vorwärts komme“, erläutert er.

Werbung für Nepal-Organisationen

Mit seiner Aktion will Dreuw dem Verschwinden der Berichterstattung über die Katastrophe in den Medien entgegenwirken. „Das ist besonders jetzt wichtig, da in Nepal bald die Monsunzeit beginnt und noch immer Tausende Menschen kein Dach über dem Kopf haben“, erklärt er.

Er nimmt selbst keine Spenden an. Weder bar noch auf einem persönliches Konto. Dreuw verteilt lediglich Handzettel mit von ihm sorgfältig ausgesuchten Hilfsorganisationen. „Es war mir wichtig, dass auch wirklich die kompletten Spendeneinnahmen in Nepal ankommen. Deshalb habe ich mir vier kleinere Organisationen gesucht, bei denen das auch der Fall ist. Zwei davon legen sogar die Buchhaltung offen“, macht der Butler deutlich. Bei größeren Organisationen würden oft Verwaltungskosten anfallen oder im schlimmsten Fall der Staat die Spenden einkassieren, beklagt Dreuw.

Auf seiner Tour bloggt der 45-Jährige stets auf seiner Homepage, Facebook, Twitter, Instagram und Youtube. „Ich stelle viele Fotos und Videos auf meiner Strecke online. Dadurch will ich möglichst viele Menschen erreichen.“ Jörn Dreuw bloggt täglich auf www.spenden-butler.de. So hält er die Fangemeinde im Netz über seine Erlebnisse auf dem Weg auf dem Laufenden. Außerdem berichtet er auf verschiedenen Plattformen und auf einem Youtube-Kanal von seinem Weg. Zu finden ist er unter:

www.facebook.com/spendenbutler,

www.twitter.com/spendenbutler und

www.instagram.com/spenden_butler.de

Finanzierung aus eigenem Budget

Die Kosten für die vierwöchige Reise auf seinem „Ninebot One“ trägt Dreuw allesamt selbst: „Ich buche meist Radtouren bei verschiedenen Reisegesellschaften.“ Mit etlichen Hotelaufenthalten würden dabei schnell Kosten im dreistelligen Bereich entstehen. Für die gute Sache nimmt der wohnhafte Münchner das aber gerne in Kauf. Nach der Ankunft in Straubing steht für Dreuw bereits die nächste Etappe auf dem Programm. Dann will er mit seinem rund 20 Stundenkilometer schnellen Einrad von Hamburg nach Berlin fahren.

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