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Regensburg
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Stadtplanung

Stadt will früheres HVB-Gebäude kaufen

Die Stadt Regensburg bekundet Interesse an dem Grundstück in der Maxstraße. Es könnte die Planungen zum RKK weiterbringen.
Von Claudia Böken, MZ

Die Stadt hat Interesse am ehemaligen HypoVereinsbank-Gebäude in der Maximilianstraße. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Die HypoVereinsbank ist vor mehr als zehn Jahren aus ihrem Gebäude an der Maximilianstraße/Ecke Grasgasse ausgezogen. Seitdem war es Ausweichquartier für das Bürgerzentrum der Stadt und zuletzt für die Bischöfliche Administration, als das Ordinariat saniert wurde. Künftig könnte das Gebäude ein Hotel werden – dann, wenn das RKK am Ernst-Reuter-Platz tatsächlich gebaut wird. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ließ am gestrigen Nachmittag über seine Pressestelle bekannt geben, dass die Stadt dieses strategisch günstig gelegene Gebäude kaufen wolle – falls der Stadtrat zustimmt.

„Mit dem Stadtratsbeschluss vom 26. September 2012 verfolgt die Stadt die Realisierung eines Regensburger Kultur- und Kongress-Zentrum (RKK) am Standort Ernst-Reuter-Platz weiter. Aus diesem Grund wird dem Stadtrat nun vorgeschlagen, das ehemalige HVB-Gebäude inklusive Grundstück in der Maximilianstraße 26 zu erwerben“, hieß es in der Presserklärung.

Koalitionsvertrag wird erfüllt

Der MZ sagte der Oberbürgermeister, dass der Erwerb des Gebäudes eine Festlegung auf diesen Standort bedeute. In der bunten Koalition wird er für sein Vorhaben sicher bereits die Zustimmung haben, denn die Koalitionsvereinbarung sieht für das RKK genaue Richtlinien vor: „Die Errichtung eines Regensburger Kultur- und Kongresszentrums am Ernst-Reuter-Platz als bedeutende Infrastruktureinrichtung für den Wirtschafts-, Hochschul- und Kulturstandort Regensburg ist mit aller Kraft weiterzubetreiben. Die erforderliche Baumasse ist nochmals zu prüfen, wobei die Möglichkeiten zur Schaffung der notwendigen Hotelkapazitäten neu zu bewerten sind, um Eingriffe in die Grünbereiche zu minimieren.“ Wenn das Hotel in die Maxstraße ausgelagert werden könnt, würde der Eingriff in den Baumbestand am Ernst-Reuter-Platz geringer werden. Der Charakter des Alleengürtels könnte zumindest teilweise erhalten bleiben. „Aufenthaltsqualität und Erscheinungsbild der Maximilianstraße wollen wir optimieren“, heißt es ebenfalls in der Koalitionsvereinbarung. Auch in diese Richtung könnte der Kauf ein wichtiger Schritt sein.

„Das Gebäude steht in unmittelbarer Nähe zum möglichen RKK am Ernst-Reuter-Platz und würde die Planungen einen wichtigen Schritt weiterbringen“, betonte Wolbergs gestern. „Da die räumliche Situation an diesem Standort beengt und die Errichtung eines Hotels in baulicher Einheit mit dem RKK laut aktueller Baumassenstudie schwierig ist, ist die Sicherung von Flächen für ein mögliches Tagungshotel in unmittelbarer Nähe absolut sinnvoll.“ Auswärtige Gäste brauchten kurze An- und Abreisewege zwischen Tagungsort und Hotel – nur so könne man das geplante Veranstaltungszentrum optimal vermarkten.“

Daminger: „Strategisch wichtig“

„Das Grundstück hat strategische Bedeutung für die Stadtentwicklung und wird seine Werthaltigkeit auch in Zukunft behalten“, ist der für den Ankauf zuständige Referent für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, Dieter Daminger, überzeugt. Ganz nebenbei ist die Stadtverwaltung schon seit einiger Zeit auf der Suche nach zusätzlichen Büroflächen.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs plant ja, ausgelagerte Ämter wieder in die Altstadt zu verlegen, um diese aufzuwerten. Auch hierfür würde das Gebäude übergangsweise optimale Voraussetzungen bieten. Das erst vor einigen Jahren fertiggestellt Bürgerzentrum im Neuen Rathaus platzt bereits aus allen Nähten, und die neu geschaffenen Ämter und Referate benötigen ebenfalls noch Raum.

Nach MZ-Informationen hat die ehemalige HypoVereinsbank, die seit Jahren dem Kapfelberger Reinhard Listl gehört, eine Grundstücksfläche von 1900 Quadratmetern. Im Gebäude sind 5300 Quadratmeter Bürofläche untrgebracht.

Der OB wird den möglichen Erwerb mit den entsprechenden Konditionen in der nächsten Woche den zuständigen Ausschüssen und dem Stadtrat jeweils in nichtöffentlicher Sitzung zur Beratung vorlegen. Am 18. November tagt der Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Beteiligungen, am 19. November der Grundstücksausschuss und am 20. November das Stadtratsplenum, das an diesem Tag auch den Haushalt 2015 verabschieden wird.

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