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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Soziales

Stadtpass: Die Bürger sind gefragt

Das Armutsforum Regensburg will eine öffentliche Debatte zum Thema Sozialticket anstoßen. Am 30. Januar soll dafür ein Bürgerbegehren stattfinden.
von Erika Neufeld, MZ

Das Regensburger Bündnis will Bürger abstimmen lassen, ob ein Sozialticket notwendig ist. Foto: MZ-Archiv/altrofoto.de

Regensburg.Das Armutsforum Regensburg erhofft sich mit einem Bürgerbegehren eine Antwort darauf zu bekommen, wie Regensburger Bürger zu der Einführung eines Sozialtickets stehen. Ein sogenannter Stadtpass soll Empfängern von Sozialleistungen eine 50 prozentige Ermäßigung für alle städtischen Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen wie beispielsweise Theater, Museen, Bäder und VHS als auch ein Monatsticket des RVV ermöglichen.

Schon seit 2009 bemüht sich das Bündnis – zu dem sich attac, BI Asyl, PAX-Christi, Soziale Initiativen und ver.di zusammengeschlossen haben – um die Einführung eines Stadtpass für Regensburg, das auch den Sozialtarif des RVV einschließt.

Vor über zwei Jahren hatte die Stadt Regensburg alle Interessierten zur Maßnahmenerarbeitung nach dem Sozialbericht eingeladen. Unter großer öffentlicher Beteiligung wurden in vier Arbeitsgruppen mögliche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung erarbeitet und diskutiert, zuletzt wurde der Maßnahmenkatalog priorisiert. In allen vier Arbeitsgruppen, also maßnahmenübergreifend, gab es ein eindeutiges Votum für das Konzept Stadtpass. Dieses wurde öffentlich auch von mehr als 40 Prominenten aus Regensburg unterstützt.

Kritik: Stadt würdigt Arbeit nicht

Doch aktuell kritisieren engagierte Regensburger, dass ihre bisher geleistete Arbeit von der Stadt wenig gewürdigt werde. Vor allem die Entscheidung, das weitere Prozedere bezüglich der „Bewältigung von Folgen der Armut in Regensburg“ aus der öffentlichen Diskussion herauszunehmen und auf den Verwaltungsweg zu verlagern, stößt viele vor den Kopf.

Das Bündnis Armutsforum will diesen neuen Weg des Entscheidungsprozesses nicht mitgehen. Stattdessen fordert es eine breitere öffentliche Diskussion über „Armut“, um das Thema zu enttabuisieren.

Ob das erarbeitete Konzept Stadtpass auch von der Bevölkerung unterstützt wird, soll nun das Bürgerbegehren zeigen. Der Startschuss hierfür wird am 30. Januar 2014 um 19 Uhr mit einer Auftaktveranstaltung im Brandlbräu (Ostengasse 16) gegeben. Hier wird das Bündnis der Öffentlichkeit nochmals ihr Konzept vorstellen und erste gemeinsame Aktionen planen. Sie hoffen dabei auch auf breite Unterstützung, Mitarbeit und Hilfe, dieses Thema in den Mittelpunkt der derzeitigen „Armutsdebatte“ zu rücken.

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