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Regensburg
Sonntag, 23. April 2017 9

Bericht

Stadtrat als S&K-Schattenmann?

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa wirft Gero Kollmer vor, bei mutmaßlichen Betrügereien geholfen zu haben. Der Anwalt sieht sich selbst betrogen.

  • Der mutmaßliche Anlagenbetrug der S&K Gruppe wurde im Februar durch eine bundesweite Razzia, auch in Regensburg, bekannt. Foto: dpa
  • Stadtrat Gero Kollmer wurde derzeit kurzzeitig von der Polizei festgesetzt. Foto: Altrofoto
  • Der Finanznachrichtendienst GoMoPa veröffentlichte am 23. April auf seiner Internetseite einen Bericht, der Kollmer als „Schattenmann“ der S&K-Gruppe bezeichnete.

Regensburg. In einem langen Bericht widmete sich der Finanznachrichtendienst GoMoPa am Dienstag dem Stadtrat und Anwalt Gero Kollmer. Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Anlageunternehmen S&K aus Frankfurt nannten die Autoren ihn den „Schattenmann“, der als „versierter Helfer“ das mutmaßliche Schneeballsystem erst möglich gemacht habe.

Kollmer, so der Bericht, habe sein juristischen Know-how und seinen guten Namen dafür hergegeben, um als Treuhänder Lebensversicherungen von Anlegern zu kündigen und das Geld weiterzuleiten – sowohl für die Schweizer SAM AG, als auch für die S&K Gruppe. Beide Unternehmen sind inzwischen verboten, beziehungsweise pleite und im Visier der Staatsanwaltschaften München und Frankfurt. Im Februar und April war es in einer Villa in der Kumpfmühler Straße in Regensburg zu Durchsuchungen gekommen. Gero Kollmer wurde im Februar in diesem Zusammenhang kurzzeitig festgenommen.

Kollmer nahm am Mittwoch gegenüber Mittelbayerische.de zu den Vorwürfen Stellung. Einiges an dem Artikel sei wahr, anderes reine Spekulation. Sicherlich sei er kein „Schattenmann“ gewesen, der die Dinge aus dem Hintergrund geleitet hätte. Das Geld der Anleger sei während seiner Zeit bei Asset Trust durch Grundschulden abgesichert gewesen.

Eine Millionen Euro an eine Firma, die es nicht gab

Zu der Frage, warum er ab Oktober 2012 als Mittelverwendungskontrolleur über eine Millionen Euro an eine S&K-Firma überwies, die es laut Handelsregister damals nicht gab, antwortete Kollmer, dass er vom Management womöglich falsche Daten vorgelegt bekommen hätte und daher die Zahlungen freigab.

Der GoMoPa-Bericht zeichnet ein Bild von einem Anwalt, der bei vielen Unternehmen mitgemischt hat, die jetzt mit Betrug in Verbindung gebracht werden. Gero Kollmer pocht darauf, dass er als Anwalt nichts von den betreffenden Vorgängen wusste, eventuell von den Geschäftspartnern getäuscht wurde und bezeichnet seine Verwicklungen im Unternehmensgeflecht als „ein bisschen chaotisch“. Auf die Behauptung, die Fragen des Online-Dienstes hätten ihm nicht zugestellt werden können, sagte Kollmer, er sei nicht schwer zu erreichen. (ma)

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