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Regensburg
Freitag, 24. März 2017 15° 3

Bismarckplatz

Sturm setzte Fest ein jähes Ende

Die Sozialen Initiativen und die Neue Filmbühne mussten die Veranstaltung witterungsbedingt abbrechen. Zuvor gab es drei Tage ein buntes Programm.
Von Daniel Steffen, MZ

  • Das blieb übrig vom Donaustrudlstand. Fotos: Steffen
  • Die Organisation SOfA stellte sich vor.
  • Die Zuschauer applaudierten den Bands fleißig.
  • Sicher am Saxophon: Bertl Wenzl
  • Die „Diamond Dogs“ traten am Samstagnachmittag auf.

REGENSBURG.Drei Tage lang stand der Bismarckplatz im Zeichen der Musik: Nur wenige Wochen nach dem Bayerischen Jazzweekend und dem Bürgerfest kamen die Liebhaber von Jazz-, Pop- und Rockmusik abermals auf ihre Kosten. Gestemmt wurde das Bismarckplatzfest vom Zentrum W1, der Neuen Filmbühne und den Sozialen Initiativen um ihren Sprecher Reinhard Kellner.

Der musste sich zwar nicht wie 2012 über dauerhaften Regen ärgern, war aber umso schockierter angesichts des plötzlichen Unwettereinbruchs am Sonntag. Der bedeutete gegen 15.30 Uhr das abrupte Ende der Veranstaltung. „Es war so schön die ganze Zeit. Das kam jetzt alles so plötzlich“, sagte Kellner traurig.

Am Sonntag hätte mit den Bands „Daeftig“, „3 Dayz Whizkey“, „Take off your Shirts“ und „Jetpack Elephant“ eigentlich ein fulminantes Finale gefeiert werden sollen, doch zeigte sich das Unwetter noch fulminanter und machte den Bands ihre Auftritte zunichte. Der Gewittersturm zeigte sich so wütend, dass die Sonnenschirme umherflogen und auch auf der Bühne Schäden anrichtete. Zerstört wurde der Pavillon des Donaustrudlstands.

Als lokale Größe spielten am Samstag die „Diamond Dogs“ auf, die trotz Badesee-Wetters ein zahlenmäßig großes Publikum anlocken konnten. Gemütlich nahmen die Gäste an den Biertischen und auf den Bänken Platz, um den Klängen zu lauschen. Der mit einem gesunden Schuss Melancholie gewürzte Roadmovie-Sound fand ebenso Anklang wie die markante Stimme Ulrike Dirschls, die wie eine düstere Ode an die Sehnsucht in den blauen Regensburger Himmel aufstieg. Rockiger angehen ließ es die Band „The Walrus“, deren musikalischen Einflüsse aus den 60er- und 70er-Jahren unerkennbar waren.

Etwas „abseits vom Schuss“ fühlten sich die Mitarbeiter des Streetworks-Projekts „SofA“: Durch einen Bauzaun vom Festival-Platz getrennt, fühlten sie sich auf dem Albertus-Magnus-Platz nicht so wahrgenommen wie in den letzten Jahren: Dabei hatte die „Straßenoffensive für Außenstehende“, wie die Organisation mit vollem Namen heißt, eine Menge zu berichten. Aus ihrer Sicht der Dinge ist die Lage für sozial schwache Menschen in Regensburg „zunehmend problematisch“. Das liege unter anderem auch daran, so Sprecher Andi Will, „dass die Mittelschicht verloren geht, weiter nach unten abrutscht“.

Für sie – und vor allem für Sozialhilfeempfänger und Menschen mit Suchtproblemen – sei es in der Stadt immer problematischer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Dementsprechend gestaltet sich die Reintegration schwieriger. Vieles steht und fällt mit einer Wohnung – einem Zuhause, in dem man Kraft tanken kann.“ So sei es auch kein Zufall, dass immer mehr Menschen auf der Straße und von Suchtproblematiken betroffen seien.

„Die eigentlichen Fäden hat doch die Wirtschaft in der Hand“, sagte Will über die aktuellen Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt und über den Streit darüber, welche Partei sich nun mehr den sozialen Wohnungsmarkt auf die Fahne geschrieben habe. Bürgermeister Joachim Wolbergs rechnete er jedoch die Verdienste um den Ausbau des Streetwork-Angebots an.

Am „SofA“-Stand bekamen die Gäste nicht nur Projekt-Informationen, sondern konnten auch eine Partie Riesenschach spielen oder nach Trödel-Schnäppchen stöbern. Gleich nebenan präsentierte sich der „Donaustrudl“ mit einer großen Auswahl an Büchern, die unglücklicherweise durch den Starkregen am Sonntag unbrauchbar geworden sind.

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