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Regensburg
Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Medizin

Teddyklinik erlebte Ansturm

Teddy-Docs hatten viel zu tun: 300 Kinder brachten ihre Tiere. Gebrochene Ohren, Fieber bis 80 Grad und Schokoallergien waren zu behandeln.
Von Heinz Klein, MZ

  • Wenn „der Chirurg“ Thomas Lachowicz den Mundschutz hochzieht, wird selbst den routinierten Teddyklinikbesuchern ein wenig mulmig. Doch der kleine Assistent half, seinen Knuddelbären zu narkotisieren. Foto: Klein
  • Kleine Besucher mit Prof. Dr. Hugo Segerer und den Studentinnen Berenike Obermayer und Antonia Pausch (im Vordergrund). Foto: Klein

Regensburg. Zum achten Mal ging am Donnerstag im Garten der KUNO-Klinik St. Hedwig die Teddyklinik in Betrieb. Und das wurde auch Zeit, denn es gab jede Menge verletzte Teddybären und erkrankte Schmusetiere, die dringend behandelt werden mussten. Professor Dr. Hugo Segerer, Chefarzt von St. Hedwig und Schirmherr der Teddyklinik brauchte nicht einzugreifen, denn die Regensburger Medizinstudenten, Veranstalter der wunderbaren Aktion, lösten auch die kniffligsten Fälle mit Bravour.

Trostsaft und Bärenstarkpillen

Zum Beispiel ein komplizierter Schwanzflossenbruch bei einem blauen Delfin, der noch dazu allergisch auf Rosen reagiert. Oder ein Teddy, der am Donnerstag früh aus dem Hochbett gefallen und einen kompletten „Körperbruch“ erlitten hatte. Und was macht man mit einem Stoffhund, der partout keine Pommes-frites fressen kann? Eine harte Nuss für die Gastroenterologen, aber sie knackten sie. Als der Hund im Apothekenzelt vier Löffel Trostsaft geschluckt hatte, war die Pommesunverträglichkeit wie weggeblasen. Der Delfin bekam Heileheiletabletten, der abgestürzte Teddy Schmerz-weg-Pillen und sicherheitshalber noch eine Bärenstarktablette. Auch der MZ-Reporter wurde wegen akuter Schreibhemmung mit einer Traubenzuckertablette versorgt. „Aber nehmen Sie nur eine halbe, die haut nämlich g‘scheit rein“, warnte der Pharmaziestudent grinsend.

Längst lässt sich beobachten, dass die Teddyklinik-Aktion Früchte trägt. Den Kindern im Vorschulalter soll die Angst vor Doktoren und Krankenhäusern genommen werden. Wie gut das gelingt, lässt sich an Kindern beobachten, die schon ein oder zweimal die Teddyklinik besucht haben und an der Anmeldung die Fragen zum Ausfüllen des Anamnese-Bogens so routiniert beantworten, wie es Mama oder Papa tun würden, während die Debütanten in der Teddyklinik schon noch ein bisserl schüchtern herumstottern.

Nach der Anmeldung geht’s ins Wartezelt und von dort werden die Kinder mit ihren Tieren von einem Medizinstudenten abgeholt. Im allgemeinen Behandlungszelt werden die internistischen Fälle untersucht und therapiert und im OP-Zelt geht's zur Sache. Wenn „der Chirurg“ Thomas Lachowicz (4. Semester) in blauen OP-Klamotten den Mundschutz hochzieht, wird selbst routinierten Teddyklinikbesuchern ein wenig mulmig. Dann wird geröntgt und danach muss die Puppenmama mithelfen und dem Teddy die Narkosemaske überstülpen. Der aktuell Fall war ein massiver Eingriff: ein Teddy hatte ein Murmel verschluckt. Thomas Lachowicz fand sie Gott sei Dank im Magen gleich wieder.

Das Herztelefon mit rotem Kabel

Monatelang hatte ein Team von zehn Medizinstudenten gewerkt, um Vorbereitungen zu treffen und Sponsoren zu suchen. Professor Segerer zeigte sich höchst beeindruckt von der professionellen Organisation. Und Bernike Obermayer und Antonia Pausch, die beiden Sprecherinnen des Organisationsteams, konnten sich am ersten Aktionstag freuen, wie reibungslos alles lief, wie begeistert die Kinder waren und wie herrlich die Sonne (!) schien. Heute ist die Teddyklinik für Kindergärten reserviert, doch am Samstag sind von 10 bis 15 Uhr alle Vorschulkinder mit ihren Teddys willkommen.

Zum Abschluss gab es noch einen Blick in die Teddyschule. Da erzählte ein „verrückter Professor“ den kleinen Nachwuchsdoktoren gerade, was ein Stethoskop ist: „Kinder, das ist ein Herztelefon.“

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