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Tierschützer vor dem Zirkus

Der Verein informierte die Besucher in Regensburg über die Haltung von Tieren. Bettina Richter, Sprecherin des „Circus Voyage“, wehrt sich.
Von Stephan Beimler, MZ

Vor dem Zirkuszelt in der Frankenstraße demonstrierten etwa 30 Tierschutzaktivisten gegen Tierhaltung im Zirkus. Foto: Beimler

Regensburg.Bis nächste Woche gastiert der „Circus Voyage“ in Regensburg. Die laut eigenen Angaben „größte tierische Circus-Show“ mit über 80 Tieren rief die Tierschutzaktivisten des Vereins „TierrechteAktiv Regensburg“ auf den Plan. Etwa 30 von ihnen demonstrierten während der Sonntagsvorstellungen vor dem Zirkusgelände an der Frankenstraße.

„Wir sind grundsätzlich gegen jegliche Tiere im Zirkus, aber Wildtiere sind noch ein Quäntchen härter als domestizierte“, erläuterte Anita Krieger aus dem Vorstand des Tierschutzvereins. „Wildtiere können hier nicht artgerecht gehalten werden. Wenn man die in der Manege sieht, dann sind sie schon gebrochen“, so Krieger weiter. Deshalb stelle sich der Verein seit Jahren jedes Mal, wenn ein Zirkus in die Stadt kommt, mit einem Infostand auf, um die Leute zu informieren – unter anderem darüber, dass bereits in einigen Ländern Wildtierhaltung im Zirkus verboten sei. „Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger hier stehen, wir wollen die Besucher informieren“, definierte Krieger das Ziel der Aktivisten.

Die Pressesprecherin des „Circus Voyage“, Bettina Richter, tat derlei Vorwürfe als Heuchelei ab: „Bei uns sind alle Tiere gleich. Uns liegt die Gans genauso am Herzen wie der Elefant.“ Um dem Publikum zu zeigen, dass es den Tieren gut gehe, veranstalte man in jedem Spielort kurz nach der Ankunft eine öffentliche Fütterung, bei der sich die Besucher kostenlos vom Zustand der Tiere überzeugen können. „Wir haben nichts zu verbergen“, so Richter, „wir werden strenger kontrolliert als jeder andere Tierhalter“. Sie verwies auf die Pflicht zur Führung eines Tierbestandsbuches und das Zirkuszentralregister, in dem jeder Zirkus eingetragen sein muss. Sobald eine Verfehlung festgestellt werde, werde die dort umgehend eingetragen.

Die Tierschützer halten solche Maßnahmen, vor allem die Kontrollen durch das Veterinäramt für oberflächlich, da die Veterinäre meist keine Experten für exotische Tiere seien. „Ich bin nicht gegen Zirkus, nur gegen Zirkus mit Tieren“, brachte Anita Krieger die Position vieler Demonstranten auf den Punkt.

Zirkusfrau Richter betonte im MZ-Gespräch ihre Position: „Diese Tiere sind unsere Lebensgrundlage und begleiten uns zum Teil über 30 Jahre. Wenn wir sie schlecht behandeln würden, würden wir schnell keine mehr haben bei den vielen Kontrollen.“ Richter betonte auch, dass ihr Zirkus auch nichts gegen strengere Kontrollen einzuwenden hätte.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt die „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben“ heraus. Diese definieren die Haltungssysteme für die Tiere, die Notwendigkeit der Aus- und Weiterbildung der Tierpfleger und den Umgang mit den Tieren. Durch zum Teil wöchentliche, unangemeldete Kontrollen überprüft das Veterinäramt.

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