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Regensburg
Sonntag, 19. November 2017 7

Unfall

Vermisster: Die Hoffnung schwindet

Die Polizei sucht weiter nach dem 17-Jährigen, der in die Donau gestürzt ist. Ihn lebend zu finden, ist unwahrscheinlich.
von Micha Matthes und Mario Geisenhanslüke, MZ

Von dem 17-Jährigen, der an der Steinernen Brücke in die Donau gefallen ist, fehlt weiterhin jede Spur. Foto: Matthes

Regensburg.Nachdem ein 17-Jähriger am Dienstagabend in die Donau gestürzt ist, schwindet die Hoffnung, den Jugendlichen lebend zu finden. Die Polizeiinspektion Süd sagt zwar: „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“ Allerdings sei diese sehr vage, man müsse wohl davon ausgehen, den jungen Flüchtling, der nicht schwimmen kann, nicht mehr lebend zu finden.

Nach Aussage der Polizei scheint auch der Unfallhergang mittlerweile endgültig geklärt zu sein. Eine Gruppe von Personen sei am Dienstagabend an der Wurstkuchl vorbeigelaufen, um am Donaukai links Richtung Steinerne Brücke abzubiegen. Dabei sei der 17-Jährige wohl einfach geradeaus weitergelaufen und in die Donau gestürzt – wohl, weil er von seinem Mobiltelefon abgelenkt war. Anderen Berichten, wonach die Jugendlichen auf der Mauer gesessen hätten, widerspricht die Polizei.

Solange von dem jungen Mann aber weiterhin jede Spur fehlt, laufen die Suchmaßnahmen weiter – allerdings „nicht mehr so intensiv wie bisher“. Trotzdem ist weiterhin das Boot der Polizei im Einsatz, und die Uferbereiche werden vom Land abgesucht. Auch am Wochenende werden Polizisten weitersuchen, nachdem am Freitag auch das Wetter die Suchmaßnahme erschwerte.

Die Hoffnung schwindet

Dass der Jugendliche doch noch lebend gefunden werden könnte, scheint dabei fast ausgeschlossen. Nach Auskunft der Polizei gibt es keinerlei Hinweise, die auf einen solchen Ausgang hindeuten: Weder sei jemand in ein Krankenhaus eingeliefert worden, noch habe sich der Jugendliche bei seinen Brüdern gemeldet – oder ähnliches.

Bilder vom dem großen Einsatz in Regensburg sehen Sie hier:

Große Suchaktion in Regensburg

Der Großeinsatz am Dienstagabend hatte für großes Aufsehen in Regensburg gesorgt. Bis Mitternacht hatten am Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte von DLRG, Wasserwacht, Berufsfeuerwehr und Polizei nach dem jungen Mann gesucht. Unterstützt wurden sie dabei von einem Rettungs- und einem Polizeihubschrauber. „Wir hatten wirklich alle Kräfte im Einsatz, die uns in Regensburg für so eine Suche zur Verfügung stehen“, sagte Einsatzleiter Maximilian Naumann. Nach dem Unfall um 21.30 Uhr sei sofort die Untergangsstelle bei der Traditionsgaststätte „Wurstkuchl“, oberhalb des Liegeplatzes des Ausflugsschiffes „Freudenau“, abgesucht worden. Zeitgleich seien größere Einsatzboote der Wasserrettung – ausgestattet mit Sonar und Suchscheinwerfern – zusammengezogen worden. „Wir haben den Bereich zwischen Schwabelweiser Brücke/Osttangente und Steinerner Brücke mehrmals abgesucht. Dabei haben die Wasserrettungsboote eine Suchkette gebildet.“ Die ganze Woche lang gingen die Suchmaßnahmen weiter – bisher aber ohne Erfolg. Die Polizei bittet während der laufenden Suche auch weiterhin um die Hilfe der Bevölkerung. Wer etwas beobachten sollte, möge über den Notruf (110) die Polizei verständigen.

Eine Frage der Sicherheit?

Auch das Polizeiboot ist weiterhin unterwegs. Foto: Matthes

Nicht nur in den Sozialen Netzwerken hatte sich unterdessen eine Diskussion über die Sicherheit am Donauufer entfacht. Doch sowohl Verantwortliche bei der DLRG als auch die Stadt sehen keinen Handlungsbedarf. Dr. Wolfgang Schörnig, Rechtsreferent der Stadt, kennt diese Diskussion nach eigenen Angaben schon lange. „Vor 14 Jahren ist dort schon einmal jemand mit dem Auto in die Donau gefahren und auch da hat es schon die Debatte um die Sicherheit gegeben“, sagt er. Generell sei auch fraglich, ob Geländer das Risiko tatsächlich minimieren würden. „Zum Teil finden Jugendliche Geländer gerade erst attraktiv zum Herumklettern“, sagt Schörnig.

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