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Regensburg
Montag, 26. Juni 2017 30° 3

Jubiläum

Vom Quartett zum bunten Netzwerk

Der Zusammenschluss der Sozialen Initiativen in Regensburg besteht inzwischen seit 40 Jahren. Gemeinsam unterstützt man Fremde, Schwache und Kranke.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Wirtschaft und Soziales geht durchaus zusammen: Die Einkaufstüten mit den Logos der Sozialen Initiativen (SI) präsentieren Katharina Janzen und Reinhard Kellner vom SI-Vorstand, Marktleiterin Anita Greipl, Edeka-Bezirksleiterin Jessica Peischl und Initiatorin Manuela Stiglbauer (SI). Foto: Lösch
  • Das Ostengassenfest hat eine lange Tradition. Foto: altrofoto.de
  • Lang ist’s her: Die Sozialen Initiativen arbeiten auch „im vorpolitischen Raum“ – mit Unterstützung der heimischen Wirtschaft. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Die Sozialen Initiativen Regensburg (SI) stehen seit mittlerweile 40 Jahren für weitgehend ehrenamtliche Arbeit im Interesse von sozial benachteiligten, kranken, behinderten und aus dem Ausland zugezogenen Mitbürgern. Welche Vereine und Organisationen in diesem Dachverband aktiv sind, lässt sich seit Mittwoch auch auf Einkaufstüten nachvollziehen. Die von der Handelskette Edeka gesponserten Werbeträger dokumentieren auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, die längst selbstverständlich geworden ist.

Das aktuelle Vorstands-Trio der SI, bestehend aus dem Sozialpädagogen Reinhard Kellner, der Rechtsanwältin Katharina Janzen und der Schulsozialarbeiterin Manuela Stiglbauer, präsentierte die Einkaufstüten zusammen mit Bezirksleiterin Jessica Peischl und Marktleiterin Anita Greipl im Edeka-Markt in der Hornstraße. Die Idee, einen gebräuchlichen Konsumartikel auch mit einem plakativen Hinweis auf Initiativen für benachteiligte Menschen zu verbinden, hatte Manuela Stiglmaier. Die Tüten mit einem Motiv von Silvia di Natale, der früheren Sprecherin des Arbeitskreises für ausländische Arbeitnehmer, und den Logos der SI-Mitglieder wurden in einer Auflage von 100000 Stück hergestellt.

Regensburg als Brücke zur Welt

„Das ist eine tolle Gelegenheit, unsere Anliegen unter die Leute zu bringen“, freute sich der Vorsitzende Reinhard Kellner. Das Motiv, das Regensburg als Brücke zur Welt darstellt, findet sich übrigens auch auf der Rückseite der August-Ausgabe des „Donaustrudl“ wieder. Die Straßenzeitung ist eines von vielen Projekten, die von den Sozialen Initiativen angestoßen wurden und seit vielen Jahren erfolgreich sind.

Das Jubiläum der SI nimmt das Gründungsmitglied Reinhard Kellner zum Anlass für einen Rückblick. Er hatte schon in den Anfangsjahren nach 1974 eine „Doppelspitze“ mit dem 2005 gestorbenen Friedrich Plank gebildet und ist bis heute an vorderster Front der „Sozialen“ aktiv. Der Weihnachtsmarkt 1974 war die erste Aktion der SI überhaupt. „Damals waren es mit dem Sozialen Arbeitskreis, der Straffälligenhilfe Kontakt, der Aktion für geistig Behinderte und dem Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer vier Gruppen, die sich für soziale Belange engagierten. Heute sind es 23“, beschreibt Kellner die Entwicklung. Ziel damals wie heute sei es gewesen, die Vereine und Initiativen zu vernetzen – ganz nach dem bewährten Motto „Gemeinsam sind wir stärker“.

Immer mehr Hilfsangebote

Die Vielfalt an Intentionen und Hilfsangeboten, die es heute unter dem Dach der SI gibt, sei damals noch nicht abzusehen gewesen. Viele Selbsthilfegruppen seien in vier Jahrzehnten entstanden, und auch das jüngste Mitglied habe man gerne aufgenommen: Die „Soziale Futterstelle Regensburg“ sammelt Spenden für bedürftige Tierhalter. 1,5 Tonnen Tierfutter werden pro Jahr ausgegeben. Das Pendant zur Unterstützung bedürftiger Menschen mit gespendeten Lebensmitteln, die Regensburger Tafel, ist ebenfalls SI-Mitglied und nicht mehr wegzudenken.

Sozialpolitisch motivierte Initiativen – wie aktuell das Bürgerbegehren Stadtpass – oder das Ostengassenfest sind weitere Beispiele dafür, wie konsequent die SI ihre Anliegen öffentlich vertreten. Das muss nicht immer betroffen machen, sondern kann auch spaßig und unterhaltsam sein. Seit Mai hat Regensburg sogar eine Bürgermeisterin aus den Reihen der „Sozialen“, denn Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) engagiert sich seit langem bei den Regensburger Eltern und ist zugleich im Vorstand von Pro Familia aktiv.

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