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Regensburg
Freitag, 23. Juni 2017 30° 4

Schule

Wahlkampfauftritt wird zur Bildungsdebatte

Mit Studenten und Referendaren diskutierte der Kultusminister am Freitagabend über eine Stunde lang über die aktuelle Situation von Lehrkräften.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Kultus- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle sprach in Regensburg über Bildungspolitik. Foto: Tino Lex
  • Dr. Franz Rieger, Dr. Ludwig Spaenle, Christian Schlegl und Bürgermeister Gerhard Weber bei der Veranstaltung in der Energieparkkantine Foto: Tino Lex

Regensburg.Die aktuelle Debatte um geplante Stellenkürzungen bei Lehrern und schlechte Einstellungsgaussichten für Referendare war das beherrschende Thema beim Besuch des bayerischen Kultus- und Wissenschaftsministers Dr. Ludwig Spaenle (CSU) am Freitagabend in Regensburg. Auf Einladung des CSU-Kreisverbandes Regensburg-Stadt hielt der Minister in der Energieparkkantine eine Rede über den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Regensburg. Deutlich länger – über eine Stunde – diskutierte Spaenle im Anschluss mit Studierenden und Referendaren über die aktuelle Problematik.

Einstellungskorridor wird schmaler

So bekommen zum aktuellen Einstellungstermin im Februar nur 170 von 800 Referendaren an bayerischen Gymnasien eine Stelle. Der Minister äußerte durchaus Verständnis für die Situation der jungen Menschen, die nun auf der Straße stehen. Man denke darüber nach, den Zugang zum Referendariat unter diesen Umständen zu beschränken, so Spaenle. Die Studierenden fänden es dagegen sinnvoller, früher anzusetzen und den Zugang zum Lehramtsstudium zu beschränken. Dies sei verfassungsrechtlich aber nicht möglich, sagte Spaenle. Eine andere Möglichkeit sei, den Lehramtsabsolventen den Zugang zu einem Masterstudium zu eröffnen und so ihre beruflichen Perspektiven zu erweitern. Für manche ist das aber auch keine Option: „Mein Traum war es immer, Lehrer zu werden“, sagt Florian, der bis Juni einen Aushilfsvertrag hat.

„In Bayern waren noch nie so viele Lehrkräfte tätig wie in diesem Jahr“, betonte Spaenle – und das, obwohl die Schülerzahl seit 2008 um rund 150 000 zurückgegangen sei. Zu Beginn der letzten Legislaturperiode seien im Freistaat 16,8 Schüler auf eine Lehrkraft gekommen, mittlerweile wären es 13,8. Die Anstellungssituation habe sich jedoch verändert: In den vergangenen Jahren habe es große Ersatzbedarfe gegeben, weil viele Lehrer in Pension gegangen seien oder Altersteilzeitregelungen genutzt hätten. Das sei aktuell nicht mehr so. „Dadurch wird der Einstellungskorridor schmaler.“

Spaenle versprach aber, dass die sogenannte demografische Rendite – also die aufgrund der sinkenden Schülerzahlen rechnerisch freiwerdenden Lehrerplanstellen – „zu 100 Prozent im Bildungssystem verbleiben“ werden. 196 der Beamtenplanstellen sollen den Hochschulen zugeschlagen werden. Insgesamt stünden im Doppelhaushalt 2013/2014 für das Bildungs- und Wissenschaftsressort mindestens 300 Stellen mehr zur Verfügung als vor zwei Jahren, so der Minister.

Sanierung der Universität nötig

Die Bedeutung der Bildungseinrichtungen für den Standort Regensburg betonte Christian Schlegl. „Um die Zukunft der Stadt sicherzustellen, müssen wir in die Infrastruktur investieren.“ Die Regensburger Universität sei zwar noch jung, die Bausubstanz jedoch alt. „Da brauchen wir die Unterstützung der Staatsregierung.“ Ein vernetzter „Bildungscampus Galgenberg“ solle die Grundlage für die „Arbeitsplätze von morgen“ schaffen. Auch die mögliche Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Regensburg war ein Thema. „Der Freistaat wird hier seinen Beitrag leisten“, versprach Spaenle. Wichtig sei auch, den Begabungsschatz von Menschen gleich welchen Alters zu nutzen. „Wir haben den Anspruch, Bildungsland Nummer eins in der Republik zu sein.“

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