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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Event

Walhalla-Feuerwerk: Nicht für die Massen

Zuschauer erwünscht – aber bitte nur auf Schiffen. Die Organisatoren verzichten auf Werbung. 2003 gab es ein Verkehrschaos.
Von Micha Matthes, MZ

Zuletzt wurde die Walhalla 2003 imposant illuminiert. Viele Zuschauer wollen sich auch in diesem Jahr das Spektakel nicht entgehen lassen. Vonseiten der Stadt ist das so aber nicht unbedingt gewünscht. Archivfoto: Ferstl/Stadt Regensburg

Regensburg.Nach 14 Jahren wird die Walhalla am nächsten Wochenende erstmals wieder Schauplatz eines musikalischen Feuerwerks. Am Samstag, 21. Oktober, soll im Zuge der Veranstaltungsreihe „175 Jahre Walhalla“ von 21 Uhr an eine halbe Stunde lang rund um den berühmtesten deutschen Ruhmestempel ein Lichtermeer die Zuschauer verzaubern. Natürlich wollen sich viele dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Über 3000 Personen werden sich allein schon von insgesamt 13 Schiffen aus das Feuerwerk anschauen. Wie viele Zuschauer sonst noch kommen, kann derzeit niemand seriös sagen. „Sie können das Spektakel kostenlos vom Donaustaufer und vom Sarchinger Donauufer aus miterleben“, wirbt eine Broschüre der Gemeinde Donaustauf. Tatsächlich hofft Klemens Unger, der Kulturreferent der Stadt, aber, dass möglichst wenige Regensburger dieser Aufforderung folgen.

Wird der Landkreis vernachlässigt?

„Es war nie unser Ziel – und kann es auch nie sein –, dass wir da die großen Massen haben“, sagt Unger. Die Stadt verzichtet daher auch ganz bewusst auf Werbung, ein Plakat gibt es nicht. „Diejenigen, die kommen wollen, können das gerne miterleben. Aber je weniger auf den Damm kommen, umso günstiger ist es für alle Beteiligten.“

Bei so manchem Mitarbeiter aus dem Landkreis stoßen diese Äußerungen auf wenig Verständnis. Dort hält sich ein anderer Eindruck. Der Fokus der Stadt liege nur auf den zahlenden Schiffsgästen, die Reedereien machten ein gutes Geschäft, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Um den Landkreis kümmere sich aber niemand.

Zuletzt hatte es 1992 zum 150. Jahrestag der Eröffnung ein Lichterspektakel gegeben. 2003 hatte die Stadt ein Feuerwerk als Abschluss einer Veranstaltungsreihe zum 19. Jahrhundert finanziert. Anschließend folgte ein Verkehrschaos. Damals hatte man zwar von der Regensburger Donauarena aus einen Buspendelverkehr eingerichtet. Weil dieser aber kostenpflichtig war, kamen viele im Privatauto. Zahlreiche Besucher hatten kleine Straßen im näheren Umfeld der Veranstaltung zugeparkt und behinderten sich nach Abschluss des Feuerwerks lange Zeit gegenseitig bei der Abfahrt.

Eine MZ-Serie zum Thema 175 Jahre Walhalla finden Sie hier:

Im Anschluss von solchen Großveranstaltungen komme es immer zu Verkehrsbehinderungen, sagt Unger. Der Landkreis werde mit den Massen aber nicht alleine gelassen. Am Donnerstag seien dazu bereits gemeinsame Vorkehrungen getroffen worden. Unger gibt im Gespräch mit unserem Medienhaus aber auch unumwunden zu, dass ihm die Gäste auf den Schiffen die liebsten Zuschauer sind. „Natürlich ist es in unserem Interesse, wenn die Leute sich eine Schiffskarte kaufen, weil man das gut regeln kann.“ Unger versichert: Das Feuerwerk sei für alle Bürger aus Stadt und Landkreis gedacht. Bevorzugt werde niemand. „Wer es schön sehen möchte, hat dafür eine Karte gekauft. Sie beinhaltet die Schifffahrt, ein Abendessen und ein Teil wird zur Finanzierung des Feuerwerks verwendet“, erläutert er. „Wenn jemand keine Schiffskarte hat, ist das auch kein Problem, aber dann kann man eben nicht die optimale Variante haben.“ Der Andrang ist allerdings bereits so groß, dass es Wartelisten für die Schiffe gibt. Die Tickets kosten bis zu 75 Euro.

Gratis-Shuttlebus soll entlasten

Am Freitag haben Stadt und Landkreis nun eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht, in der es – im Gegensatz zu der Ankündigung der Gemeinde Donaustauf – heißt, dass das Donaustaufer Donauufer sowie das Gelände um die Walhalla selbst am Abend des Feuerwerks aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt sind. In Donaustauf wird die Staatsstraße ab Sulzbach bis Donaustauf Mitte zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr gesperrt. Der Uferbereich in Donaustauf – insbesondere der Radweg am Fuß der Walhalla – ist ab 18 Uhr vollständig gesperrt. Die Mitteilung weist eindringlich darauf hin, dass das südliche Donauufer die beste Sicht bietet. „Das Feuerwerk wird ausschließlich vom südlichen Donauufer aus gut zu sehen sein“, heißt es in der Mitteilung. Während der Veranstaltung erfolgt dann von der nördlichen Uferseite der Donau eine Beschallung über die Donau Richtung Sarching.

Lange Tradition

  • Die Tradition

    an der Walhalla bei Donaustauf geht zurück auf den berühmten bayerischen König Ludwig I.

  • Der Monarch ließ

    bereits 1842 bei der Einweihung den Monumentalbau mit bengalischem Licht illuminieren.

  • Zuletzt gab es 1992

    zum 150. Jahrestag der Eröffnung ein Lichterspektakel. 2003 finanzierte die Stadt Regensburg das Feuerwerk als Abschluss einer Veranstaltungsreihe zum 19. Jahrhundert.

Auch das Parken auf den landwirtschaftlichen Wegen gegenüber der Walhalla ist während der Veranstaltung nicht erlaubt. Wer sich widersetzt, wird abgeschleppt. Zum Damm am südlichen Donauufer gibt es ab 18.15 Uhr bis Mitternacht einen – in diesem Jahr kostenlosen – Busshuttle vom Hiendl-Parkplatz aus. Die Busse starten jeweils an der öffentlichen Bushaltestelle direkt an der Kreuzung B8/Zufahrt Hiendl Sulzfeldstraße. Weitere Parkplätze stehen am Sarchinger Weiher zur Verfügung.

Bereits am Montag findet ein Festakt der Bayerischen Staatsregierung mit Finanz- und Heimatminister Markus Söder in der Walhalla statt.

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