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Sonntag, 19. November 2017 7

Naturschutzbund

„Windkraft im Landkreis vor dem Aus?“

Bund Naturschutz-Kreisgruppe hält den Paintner Windenergiepark für umweltverträglich – „schlimm wäre für die Natur ein Scheitern der Energiewende“.

Für gefährdete Tierarten wie Fledermäuse stellt der geplante Windpark im Paintner Forst keine Beeinträchtigung dar, stellt der Bund Naturschutz anhand eines Gutachtens fest. Foto: dpa

Kelheim.Der geplante Windenergiepark im Paintner Forst ist auch in einem Landschaftsschutzgebiet „natur- und umweltverträglich zu betreiben“: Davon ist die Bund Naturschutz-Kreisgruppe Kelheim nach neuen Gutachten überzeugt – und befürchtet doch das „Aus für die Windkraft im Landkreis Kelheim“. Das hätte weitreichende Folgen, warnt Kreisvorsitzenden Peter Forstner: eine Stromtrasse quer durch Bayern für Braunkohlestrom – und womöglich sogar weiterhin Atomstrom.

Als Naturschutzverband ist der Bund Naturschutz (BN) an der Fachstellenbeteiligungen rund um das Paintner Windpark-Projekt beteiligt. Daraus liegt dem BN nun das Ergebnis der „speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung“ vor; sie prüft bei Windkraftprojekten, ob z.B. seltene Vögel oder Fledermäuse von den Rotorblättern gefährdet sind. Kernaussage sei, dass das Paintner Forst-Projekt „weder bau-, noch anlagen- oder betriebsbedingte Beeinträchtigungen“ von Tierarten auslöse, die laut Naturschutzgesetz nicht geschädigt oder gestört werden dürfen, fasst Forstner zusammen. Außerdem habe eine Vorprüfung ergeben, dass für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei, weil es „zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen sensibler Gebiete und Standorte des Arten- und Biotopschutzes kommt“.

Für die BN-Kreisgruppe sei das der Beweis, dass die 14 Windräder mit „maximal 20 Hektar Flächenbedarf“ in dem Landschaftsschutzgebiet gut verträglich seien – zumal im Gegenzug das Schutzgebiet Paintner Forst um den Frauenforst erweitert und dann 4000 Hektar groß würde.

„Es ist das gute Recht der Windkraftgegner und der BI aus Nittendorf, dies in Frage zu stellen und überprüfen zu lassen“, schreibt Forstner. Er lehnt aber „die von den Gegner zudem geforderten außerhalb des LSG gelegenen Standorte“ ab: Sie seien „zum Teil sogar ökologisch wertvoller“, etwa der Kelheimer Stadtwald.

Nötig sei der Windpark aus BN-Sicht als „wichtiger Baustein für eine dezentrale, umweltverträgliche und bürgereigene Energieversorgung“, neben Photovoltaik und Biomasse. Doch dieses Ziel sowie der hohe Planungsaufwand für den Windpark seien „vermutlich ,für die Katz’“, befürchtet der Kreisvorsitzende. „Denn geht es nach den Vorgaben aus Berlin und München, hat sich das Thema Windparkpark Painten eigentlich erledigt.“

Forstner warnt vor der Alternative: zum einen „eine Mensch und Natur gefährdende, 70 Meter hohe und quer durch Bayern führende Stromtrasse“ unseren Strom. Und zum anderen „schmutzigen“ Braunkohle-Strom aus natur- und umweltzerstörender Produktion. Der BN fürchte sogar, „dass hinter dem derzeitigen Chaos in der Energiewende eine Strategie steckt“ und man bald auch wieder gegen eine Laufzeit-Verlängerung für Atomkraftwerke demonstrieren müsse.(hu)

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