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Regensburg
Montag, 29. Mai 2017 30° 2

Tiere

Wo ist das dritte Falkenkind?

Die Regensburger Falkenfans konnten sich heuer über drei Küken im Rathausturm freuen. Doch von einem fehlt nun jede Spur.
Von Andrea Rieder, MZ

Auf den Bilder der Webcam sind nur noch zwei Jungtiere und die Falkeneltern zu sehen. Foto: Webcam/Aumer

Regensburg.Die Freude bei den Regensburger Falkenfans war groß, als um Ostern herum drei Küken im Rathausturm schlüpften. Seitdem schauen sie den drei kleinen Vögeln per Webcam beim Aufwachsen zu. Doch nun sind die Vogelbeobachter sehr in Sorge: In den vergangenen Tagen waren nur zwei Jungfalken im Horst zu sehen, von dem dritten fehlt jede Spur. Das letzte Bild, auf dem alle drei zu sehen sind, stammt vom 14. Mai.

Der Betreiber der Webcam, Thomas Aumer, ist angesichts der Bilder aus dem Rathausturm „sehr, sehr beunruhigt“. Auf der Facebook-Seite der Rathausturm-Wanderfalken schrieb er am Donnerstagabend: „In den letzten Tagen waren immer nur zwei kleine Falken auf den Bildern zu sehen... wo ist das Dritte?“ Er versprach, gleich am Freitagmorgen auf den Turm zu steigen und nachzusehen.

Doch auch der Weg hoch in den Turm hat keine Erkenntnis gebracht. Aumer hat durch die Türspione wieder nur zwei kleine Falken gesehen. „Ich habe keine Ahnung, wo das dritte abgeblieben ist“, sagt er. Mehrere Szenarien seien möglich. Der junge Falke könne Opfer eines anderen Raubvogels geworden sein. Er könne aber auch aus dem Nest gefallen sein. Dann gebe es wieder mehrere Möglichkeiten: „Er könnte irgendwohin gesegelt sein und jetzt dort sitzen“, sagt Aumer. Würden die Eltern seine Schreie hören und ihn finden, würden sie ihn weiter füttern. Natürlich könnte dem Kleinen bei dem Sturz auch etwas passiert sein. Er könnte sich zum Beispiel in einem Taubennetz verfangen haben.

Regensburger sollen Augen offen halten

Ganz ausschließen lässt sich aber auch dieses Szenario nicht: Der Jungvogel könnte noch immer im Horst sitzen, in irgendeine Ecke gekauert. „Wir können nicht reingehen und nachschauen“, sagt Aumer. Die Vögel dürften in ihrem Nest nicht gestört werden, da gebe es eine klare Gesetzgebung. Sogar für die Webcam brauche es eine Ausnahmegenehmigung.

Soweit es möglich war, hat Aumer alle umliegenden Dächer am Freitag abgesucht. Er hat auch am Boden um den Rathausturm herum nach dem Kleinen gesucht. Die Hoffnung hat er noch nicht ganz aufgegeben. Die Regensburger bittet er, die Augen offenzuhalten: „Wenn jemand den kleinen Falken irgendwo sieht, soll er uns bitte informieren.“ Die E-Mail-Adresse lautet: wanderfalken@aumer-mail.de. Auch über die Facebook-Seite ist es möglich, Aumer zu kontaktieren. Mitglieder des Landesbunds für Vogelschutz, der die Webcam mit betreut, werden ebenfalls nach dem Falken Ausschau halten.

Einen kleinen Trost für die Regensburger Falkenfans hat Aumer am Ende noch: Die Turmfalken, die in direkter Nachbarschaft zu den Wanderfalken im Rathausturm wohnen, brüten gerade fleißig. In Kürze könnten die Küken schlüpfen. „Dass Turm- und Wanderfalken sich so nah nebeneinander niedergelassen haben, ist schon eine Besonderheit“, sagt Aumer.

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