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Regensburg
Montag, 25. September 2017 20° 3

Untersuchung

Wolbergs verlieh Medaille als Privatmann

Die Landesanwaltschaft kommt zu dem Ergebnis: Joachim Wolbergs trat bei der Challenge nicht als Oberbürgermeister auf.
Von Micha Matthes, MZ

Joachim Wolbergs hängte bei der Challenge Regensburg dem zweitplatzierten Sebastian Neef eine Medaille um. Das sorgte für viel Verwunderung – nicht nur beim Publikum. Foto: Brüssel

Regensburg.Joachim Wolbergs ist bei der Challenge Regensburg als Privatperson aufgetreten. Zu diesem Ergebnis kommt die Landesanwaltschaft, die eine Untersuchung eingeleitet hatte, nachdem Wolbergs dem Zweitplatzierten der Triathlon-Sportveranstaltung im Zielbereich eine Medaille überreicht hatte. Mit seinem Auftritt im für Zuschauer abgesperrten Zielbereich hatte Wolbergs am 13. August für viel Gesprächsstoff gesorgt. Während er selbst beteuerte, er sei nur als Privatperson anwesend gewesen, zeigte sich die Landesanwaltschaft (LAB), die für die Suspendierung des Oberbürgermeisters zuständig ist, zunächst verwundert über den Auftritt und ging der Sache nach. Jetzt liegt das Ergebnis vor und die Behörde sieht „keine Anhaltspunkte dafür, dass Wolbergs Angabe nur vorgeschoben war“. Wolbergs selbst wollte sich auf Nachfrage unseres Medienhauses am Donnerstag zu dem Ergebnis nicht äußern.

„Im Rahmen unserer Prüfung haben sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Stellungnahme des suspendierten Oberbürgermeisters, er sei als Privatperson anwesend gewesen, unzutreffend sein könnte“, sagt Dr. Jörg Spennemann, stellvertretender Pressesprecher der Landesanwaltschaft. „Ein Verstoß gegen die von uns verfügte vorläufige Dienstenthebung ist somit nicht gegeben.“

Wolbergs wurde zu Auftritt befragt

Wolbergs erwartete die Sieger im Zielbereich. Foto: Dr. Christoph Rummel

Für ihre Untersuchung hat die LAB nach eigenen Angaben verschiedene Personen befragt, die bei der Veranstaltung waren. Auch Wolbergs selbst wurde dazu angehört. Genauere Details zum Ablauf der Untersuchung möchte Sprecher Spennemann nicht nennen. „Ich bitte um Verständnis, dass wir Einzelheiten zur Art unserer Ermittlungen und Sachverhaltsfeststellungen aus grundsätzlichen Erwägungen nicht mitteilen“, sagt er. Spennemann versichert: „Wir haben den Sachverhalt ausführlich geprüft und werden solchen Sachverhalten auch künftig nachgehen.“ Laut MZ-Informationen sprach die Behörde auch mit offiziellen Vertretern der Stadt.

Suspendierung gilt umfassend

Die Landesanwaltschaft hatte die Suspendierung von Wolbergs am 27. Januar ausgesprochen. Am Donnerstag betonte Spennemann nun noch einmal: Eine Suspendierung gelte umfassend. „Es können und dürfen keinerlei Amts- oder Repräsentationshandlungen vorgenommen werden“, sagte Spennemann. „Sobald Wolbergs die Eigenschaft als Oberbürgermeister hätte, wäre das unzulässig.“

Alle Nachrichten rund um die Korruptionsaffäre finden Sie hier.

Unter anderem war Wolbergs schon im März vor SPD-Parteigremien aufgetreten. Parteifunktionäre aus der Stadt reagieren daraufhin alarmiert und rieten Wolbergs zu politischer Zurückhaltung. „Öffentliche Auftritte von Wolbergs halte ich für parteischädigend“, hatte etwa Dr. Klaus Rappert, Fraktionsvorsitzender der Regensburger SPD, im März gesagt. Auch die Spitze der Landes-SPD hatte sich entsprechend geäußert.

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