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Regensburg
Donnerstag, 19. Oktober 2017 19° 4

Advent

Wüstenschiffe vor St. Emmeram

Die Kamel-Wallache Caruso und Corfa waren die Attraktion auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt im fürstlichen Schloss.

  • Eine Runde auf dem Rücken der Kamele Caruso und Corfa war das Erlebnis für die Kinder. Foto: Hueber-Lutz
  • Ein Selfie muss sein: Corfa schaut Jorge (links) und Michael über die Schulter. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Nein, die Heiligen drei Könige waren am Wochenende nicht aus dem Morgenland zum Romantischen Weihnachtsmarkt im fürstlichen Schloss gekommen. Aber Caruso und Corfa, die beiden zwölf und acht Jahre alten Kamele von Thomas und Beatrix Zintl aus dem hessischen Eiterfeld. Reiten, streicheln, ein Foto fürs Erinnerungsalbum schießen – die beiden Wallache waren die Attraktion am Weihnachtsmarkt.

„Mein Mann hat den Drang zu außergewöhnlichen Tieren, je größer, desto bester“, erzählt Beatrix Zintl. Sie hat gerade ein bisschen Zeit, denn Caruso und Corfa haben Pause und bekommen von Maximilian Zintl einen kleinen Snack aus duftendem Heu. Gestreichelt dürfen sie aber schon werden. Fast alle Besucher ziehen dazu die Handschuhe aus, um das dichte Fell der Tiere hautnah zu fühlen.

„Wer ist denn da jetzt das Kamel?“

Fotos mit den beiden tierischen Stars gehen natürlich auch während der Pause. Fast sieht es so aus, als wären die beiden Trampeltiere Profimodels und wüssten genau, wo sie die Köpfe hindrehen sollen. „Wer ist denn da jetzt das Kamel?“, ist eine der gern gehörten Frotzeleien derer, die hinter den Kameras stehen und Erinnerungsfotos schießen. Michael und Jorge machen ein Selfie. Die Jungs strahlen in die Kamera und Corfa schaut sehr würdevoll.

Jorge ist als Austauschschüler aus Ecuador bei Michael und seiner Familie zu Gast. So nah habe er ein Kamel noch nicht gesehen, erzählt er. Und vor allem nicht mit Nikolausmütze, schiebt er lachend nach. Dann drehen sie eine Runde auf den schwankenden Rücken der Tiere. Vorher verpasst ihnen Kamelführerin Ann-Katrin noch einen Helm. Über eine kleine Leiter besteigen sie die Tiere. Anschnallen und los geht’s. Draußen am Zaun des Schlossgartens bleiben die Leute stehen, beobachten die Wüstenschiffe, die da mit ihren roten Mützen am Kopf durch das Gelände ziehen.

14 Kilometer Laufstrecke

Am Samstag haben sie 14 Kilometer zurück gelegt, erzählt Beatrix Zintl, die ein Kind nach dem nächsten auf die haarigen Rücken setzt. Manche der jungen Reiter sind skeptisch und schauen die Tiere lieber nur an. Yelva (8) und Juna (4) schwingen sich dagegen zwischen die Höcker, als gehörte Kamelreiten zu ihren täglichen Beschäftigungen. Die beiden Mädchen genießen den Ritt durch den Schlosspark und strahlen noch, als sie schon wieder festen Boden unter den Füßen haben.

„Das hat sich sooo kuschlig angefühlt zwischen den Höckern“, berichtet Yelva. Und ein bisschen geschwankt hat es auch. Andere Kinder sind fast andächtig, als sie absteigen. „War’s cool?“ fragt ein Papa. Aber das Töchterchen beachtet ihn gar nicht und hat nur Augen für Caruso.

Nun sind Johanna (7) und Magdalena (9) an der Reihe. Sie sind es gewohnt auf Pferderücken zu sitzen und sind ganz gespannt auf den Kamelritt. Eine der Schwestern sitzt schon im Sattel, die zweite muss noch warten. „Wir müssen noch mal einparken“, sagt Maximilian Zintl. Denn Corfa hat die Kurve nicht ganz gekriegt und wird noch mal im Kreis an die Leiter geführt.

„Schöner als am Pferd“, befindet Magdalena nach dem Ritt. Aber nein, ein Kamel wird das Christkind nun nicht bringen, stellen die Eltern schon mal klar. Im Rest des Jahres bleibt es bei den Pferden.

Wer noch mal reiten will oder die Gelegenheit dazu versäumt hat: Am dritten Adventswochenende ist dazu wieder Gelegenheit, dann sind die Zintls mit ihren Kamelen wieder am Weihnachtsmarkt. (lhl)

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