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Regensburg
Montag, 11. Dezember 2017 4

Spatenstich

Wunde am Donaumarkt schließt sich

Auf dem früheren Areal der Wurstfabrik Ostermeier am Donaumarkt in Regensburg entstehen zehn Giebelhäuser. 70 Prozent der Flächen sind schon verkauft.
Von Heike Haala, MZ

Am Mittwoch war Spatenstich für das „Karree am Donaumarkt“. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Auf dem Donaumarkt beginnt sich die letzte städtebauliche Lücke der Altstadt zu schließen. Mit dem Spatenstich am Mittwoch entstehen auf dem ehemaligen Areal der Wurstfabrik Ostermeier zehn Giebelhäuser. Geplant wurden diese auf den Reißbrettern des Architekturbüros von Prof. Carsten Lorenzen, er ist ein ehemaliges Mitglied des Gestaltungsbeirats der Stadt.

Deswegen ist er sich der Verantwortung der Architektur auf diesem markanten Gelände bewusst. Er sieht seinen Entwurf als den Versuch, der traditionsreichen Geschichte der Stadt Regensburg einen Satz hinzufügen. Bei aller Bescheidenheit – wenn der Gebäudekomplex 2016 fertig ist, wird der Architekt das Gesicht der Stadt an dieser Stelle verändert haben. Das Karree wird die Ostengasse und den Donaumarkt sowie zwei durch den Bau entstehende Straßen– die Klostermeyergasse und die Gichtlgasse – klar definieren. Lorenzens Ansicht nach korrespondiert sein Entwurf genauso mit der Altstadtkulisse, wie er sich gegen sie absetzt. Zudem hätte er jedem der zehn Häuser seinen eigenen Charakter gegeben.

Deutlich emotionalere Rhetorik legte der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger an den Tag: Für ihn schließt sich mit dem neuen Quartier eine städtebauliche Wunde. Die Bauherren würden mit diesem Schritt Stadtreparatur und -sanierung betreiben. Seiner Ansicht nach werde mit den zehn Giebelhäusern besser auf die Umgebung eingegangen als mit der ehemaligen Wurstfabrik. Einen Verweis darauf, dass dies sein Wunschplatz für das Regensburger Kultur- und Kongresszenrum gewesen wäre, verkniff Schaidinger sich nicht.

Die Regensburger Traditionsfirma Ostermeier ging 1996 pleite. 2002 kaufte die Stadtbau das Ostermeier-Areal, weil dort das Kultur- und Kongresszentrum gebaut werden sollte. Mit diesem Ziel riss sie das Gebäude 2004 teilweise ab. Die Ruine wurde bis zu ihrem vollständigen Abriss im Jahr 2011 zur Kulisse von Kulturveranstaltungen und Kunstprojekten.

Laut Peter Trepnau, dem Geschäftsführer von Karree am Donaumarkt, sind 70 Prozent der Wohnungen und Geschäftsflächen, die im Zuge des neuen Ostermeier-Quartiers – oder des Karrees am Donaumarkt – entstehen sollen, verkauft. Er räumte dabei ein, dass sich diese Wohnungen nicht jeder leisten kann. Der Quadratmeterpreis liegt bei stolzen 4500 Euro. Dennoch wird hier Wohnraum geschaffen, sagt Trepnau. Wohnraum, von dem er weiß, dass der nicht ausschließlich weitervermietet werde. Die Käufer würden diesen auch selbst nutzen oder dies zumindest für später planen. Das ist möglich, weil die zehn Häuser über einen Lift und eine dreistöckige Tiefgarage verfügen.

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