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Sonntag, 22. Oktober 2017 19° 3

Gesellschaft

Zwischen Wort und Bild

Wie lässt sich Architektur vermitteln? Eine neue Vortragsreihe untersucht, wie Planer und Bürger zusammen kommen und schafft Zugänge zu Baukultur.
Von Marianne Sperb, MZ

  • Riklef Rambow, Vater der Architektur-Kommunikation, ist Gast in der neuen Vortragsreihe. Foto: Architekturkreis
  • Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur Potsdam, referiert zum Auftakt der neuen Reihe heute (19 Uhr) im Salzstadel. Foto: Architekturkreis

Regensburg.Regensburg. Die Gedanken haben zwei Wege, um aus dem Kopf hinaus in die Welt zu treten: das Wort und das Bild. Menschen, die sich über Sprache äußern, und Menschen, die über den Bild-Kanal senden, tun sich also miteinander schwer. Ein Paradebeispiel ist Architektur. Beim Reden über Baukunst münden Kommunikationsversuche häufig im resignierten „nix verstehn“.

Mit Riklef Rambow kommt jetzt der Vater der Architektur-Kommunikation nach Regensburg: Der Professor am Institut für Technologie Karlsruhe, referiert im Salzstadel über „Miteinander reden: Grundlagen der Baukultur“ (27. Februar). Der Psychologe ist Gast in einer ambitionierten Reihe des Architekturkreises Regensburg, die an der Schnittstelle von Baukultur und Öffentlichkeit andockt – eine Thema, das im Trend liegt, wie Vorsitzender Andreas Eckl und Beirätin Silke Bausenwein im Vorfeld erläutern.

Zum Auftakt spannt Reiner Nagel heute (19 Uhr) im Salzstadel den Horizont weit auf: Der neue Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur Potsdam geht der Frage nach, was Baukultur heute leisten kann und welche Rolle sie für die Öffentlichkeit spielt.

Christina Budde vom Deutschen Architekturmuseum spinnt den Faden weiter: Das DAM Frankfurt/Main galt früher als hermetisch verwalteter Elfenbeinturm, setzt heute aber stark auf Vermittlung, geht an Schulen und holt Schüler ins Haus. Budde, nicht nur Architektur-Fachfrau, sondern auch Pädagogin, beschreibt den „Bildungsraum Architektur(Museum)“.

Einen ähnlichen Ansatz pflegt das Zentrum Paul Klee in Bern. Das ZPK holt zum Beispiel auch Unternehmen in sein Gebäude, entworfen von Star-Architekt Renzo Piano, und sucht den Austausch mit Menschen im Stadtraum. Boris Szélpal, ein Schüler von Riklef Rambow und Workshopleiter am ZPK, fragt „Baukultur-Vermittlung: Wer hat’s erfunden?“ (20. März). Szélpal vermittelt als Profi zwischen Architekten, Bauherren und Bürgern, sein Leitsatz: „Architektur erklärt sich nicht von selbst.“

Wolfsburg arbeitet seit 2001 im kommunalen „Forum Architektur“ an der Vermittlung von Baukunst. Die Auto-Stadt, nach dem Krieg aus dem Boden gestampft, hat interessante Solitärbauten, aber insgesamt ein Identitätsproblem. Das „Forum“ – es sitzt in einem Haus von Alvar Aalto – hält gegen: „Bürger werden bei Bauvorhaben früh mitgenommen“, schildert Bausenwein. „Wenn etwa eine neue Schule geplant ist, entwickeln auch Lehrer und Schüler Vorstellungen.“ Details erzählt Nicole Froberg am 23. Januar.

Die Vorträge beginnen jeweils 19 Uhr im Welterbe-Besucherzentrum (Untergeschoss Salzstadel), der Eintritt ist frei. Info: www.architekturkreis.de

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