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Regensburg-Stadt
Mittwoch, 1. März 2017 3

Verein

Amateurfunk wird im Notfall gebraucht

Mit ihrer Technik können die Funker autark vom Stromnetz kommunizieren. Sie simulieren das Szenario bei ihren Fielddays.
Von Daniel GEradtz, MZ

Die „Brotdose“ von Semco begeistert die Funkamateure auch heute noch. Fotos: Geradtz

Regensburg.Als in den 1960er-Jahren die ersten handlichen Geräte auf den Markt kamen, sendeten die Regensburger Amateurfunker schon seit knapp 30 Jahren. Bis dahin nutzten sie vergleichsweise große Anlagen, die sie sich stationär einrichteten.

Im November 1936 wurde der Ortsverband Regensburg U13 gegründet. Am Freitag feierte er sein 80-jähriges Bestehen. Heute ist er im Verband „Deutscher Amateur-Radio-Club“ (DARC) organisiert, war aber auch schon in die vorhergehenden Dachorganisationen eingebunden.

Einer der ersten handlichen und mobilen Geräte war der „Semco 2m AM“. Wegen seiner Form wurde der Empfänger als Brotdose bezeichnet. Die technikbegeisterten Amateurfunker haben das Gerät selbst aus einem Bausatz zusammengesetzt. Das Besondere: Dabei wurden knapp 30 Transistoren montiert. Alleine sie haben Kosten von mehr als 350 D-Mark verursacht. Es sei für die damalige Zeit schon teuer gewesen, sagt Tobias Christoph, Vorsitzender des Ortsverbands.

Die Liebe zur Technik und das Basteln an den Geräten ist bis heute ein wichtiger Teil des Vereinslebens, sagt er. „Der Eigenbau geht zurück. An den normalen Geräten baut man heute kaum noch.“ Eher wenn es um spezielle Anforderungen gehe, würden die Empfänger noch aus verschiedenen Komponenten selbst zusammengebaut.

Im Gegensatz zur Technik habe sich der gesellschaftliche Teil des Vereinslebens nur geringfügig verändert, so der Vorsitzende. Auch heute zeichnen Wettkämpfe unterschiedlicher Arten den Club aus. So ist das Ziel des Bayern-Ost-Contests, innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Verbindungen zu anderen Amateurfunkern aufzubauen. Der Regensburger Ortsverband erreichte dabei in diesem Jahr den zweiten Platz.

Bei den jährlichen Fielddays simulieren die Funkamateure eine Katastrophensituation: Auf freiem Gelände und damit unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betreiben sie dann ihre Funkgeräte. „Wenn nichts mehr geht, können wir immer noch funken“, sagt Tobias Christoph. In Europa würden diese Szenarien nur selten eintreten. Aber in Regionen, die häufiger von Naturkatastrophen heimgesucht würden und die nicht so dicht besiedelt seien, würden die Fähigkeiten der Funkamateure eine größere Wertschätzung erfahren.

In Regensburg haben die Amateurfunker keine eigene Clubstation, von der sie Signale aussenden oder empfangen können. Das war zu Beginn der 1960er- Jahre anders. Damals trafen sich die Mitglieder im damals neuen Vereinsheim des SC Regensburg in der Alfons-Auer-Straße.

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