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Regensburg-Stadt
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Verkehr

Ausbau A3: Die Vorarbeiten laufen schon

Im Februar geht’s los. Allein der Bau der Burgweintinger Brücke über 23 Gleise dauert vier Jahre - Bombenfunde eingerechnet.
Von Heinz Klein

Sie ist der dickste Brocken. Wo die A3 bei Burgweinting über 23 Gleise läuft, muss die Autobahnbrücke abgebrochen und neu gebaut werden. Allein diese Maßnahme wird vier Jahre in Anspruch nehmen.

Regensburg.Einen Vorgeschmack auf das kommende Verkehrschaos hatten wir schon. In drei Nächten wurden vor und nach der Burgweintinger Autobahnbrücke die Mittelstreifenüberfahrten geteert. Es gab Staus und zwei Unfälle. Über diese Überfahrten wird im Frühjahr 2018 der Verkehr Richtung Nürnberg auf die südlichen Brücke (Fahrtrichtung Passau) gelenkt.

Die südliche Brücke muss dann für zwei Jahre auf vier Fahrspuren den gesamten Verkehr in beiden Richtungen bewältigen. In dieser Zeit wird die nördliche Brücke (Fahrtrichtung Nürnberg) abgebrochen und neu gebaut. Dann ist die andere Seite dran.

Bahn braucht zwei Jahre Vorlauf

„Der Ausbau der A 3 wird ein Kraftakt für die gesamte Region“, da macht sich Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, nichts vor. Der größte Brocken ist die Burgweintinger Autobahnbrücke. Sie wird stückchenweise gebaut und im Taktschiebeverfahren immer ein Stückchen weiter über die insgesamt 23 Bahngleise geschoben. Dazu wird es vielfältige Sperrpausen für die einzelnen Gleise geben, die manchmal nur Stunden oder auch Tage dauern. Eine Gleissperrung muss bei der Bahn bereits zweieinhalb Jahre im Vorlauf beantragt werden. Darum muss alles klappen.

„Der Ausbau der A 3 wird ein Kraftakt für die gesamte Region“

Josef Seebacher, Autobahndirektion Südbayern

„Wenn wir neue Gleissperrungen bräuchten, würde das Jahre dauern“, deutet Josef Seebacher den schlimmsten Fall an, der nicht eintreten darf. Natürlich sind bei den beantragten Gleissperrungen Pufferzeiten mit einkalkuliert. Die werden aber auch nötig sein, denn die Autobahnbauer rechnen mit nicht wenigen Bombenfunden. Die Bahngleise waren Ziel der Alliierten Bomber im Zweiten Weltkrieg. Die Kampfmittelsondierungen laufen bereits. „Womöglich stecken auch unerkannt gebliebene Bomben im Autobahndamm“, befürchtet Seebacher.

Vorbereitungen: Entlang der A3 zwischen der Burgweintinger Autobahnbrücke und der Ausfahrt Burgweinting wurde gerodet und eine Rampe gebaut. Foto: Klein

Ein weiteres Problem: Der Platz für den Brückenbau bei laufendem Verkehr ist extrem knapp. Dazu wurde bereits eine Rampe von der Landshuter Straße parallel zur Autobahn bis zu den Bahngleisen angelegt und die Böschung gerodet.

Insgesamt müssen auf den 14,66 Kilometern A 3-Ausbau 16 Brücken neu gebaut werden. „Die eigentliche Fahrbahnverbreiterung läuft sozusagen im Windschatten des Brückenbaus“, sagt Josef Seebacher. Klar ist auch: Der Verkehr muss in den jeweils aktuellen Bauabschnitten in jeder Richtung auf zwei Spuren laufen. Eine einspurige Verkehrsführung würde ins sichere Verkehrschaos führen.

Aufwendig wird auch der Neubau der Autobahnüberführung bei Neutraubling sein. Mit einer Behelfsbrücke wollen die Autobahnbauer den die A 3 kreuzenden Verkehr zwischen Neutraubling und Barbing ebenso aufrecht erhalten wie die Anschlussstellen bei Neutraubling. In diesem Bereich wurden bereits Bäume gefällt und entlang des Lärmschutzwalls Fahrwege für Baufahrzeuge angelegt.

Entlang dem Lärmschutzwall der A3 zwischen den Ausfahrten Neutraubling und Regensburg wurde bereits gerodet und eine Anfahrt für Baufahrzeuge aufgeschüttet. Foto. Jaumann

In Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt wird 2018 auch der Knotenpunkt bei Barbing ertüchtigt. Erste Arbeiten laufen bereits. Lediglich für kurze Zeiträume werde es zu Sperrungen kommen, weil dies technisch nicht anders lösbar sei.

Natürlich wird es viele Staus geben. „Wir wollen aber nicht, dass der Verkehr von der Autobahn runtergeht“, sagen die Autobahnbauer. Das umliegende Straßennetz sei nicht geeignet, um als Umleitung den Autobahnverkehr aufzunehmen. Eine weitere Regensburger Besonderheit: Es gibt einen starken örtlichen Verkehr, der sich auf die Autobahn stützt. Und hier wäre es schon der Wunsch der Autobahndirektion, dass sich der lokale Verkehr umorientiert und statt die Autobahn zu nutzen lieber auf innerstädtischen Fahrbahnen bleibt. Die Regensburger können manches beeinflussen, meint Seebacher: Fahrgemeinschaften bilden, nicht zu Zeiten der Verkehrspitzen unterwegs sein, auf nicht unbedingt nötige Fahrten verzichten.

Autofahrer sind unterschiedlich

Erfahrungsgemäß sind bei großen Baumaßnahmen mit hoher Staugefahr zehn bis 20 Prozent des Verkehrs weg, weiß Seebacher aus Erfahrung. Er weiß aber auch: „Was bei einer Autobahn funktioniert, muss bei einer anderen nicht automatisch ebenfalls funktionieren. Die Autofahrer, die unterwegs sind, sind unterschiedlich. Und es ist viel Psychologie im Spiel.“

Eine große Gefahr ist das Auffahren auf das Stauende. „Wir werden Stauwarner aufbauen und mit großen LED-Anzeigen arbeiten“, kündigt Seebacher an. Von den Autofahrern erhofft er sich konzentriertes Fahren auf den verengten Fahrbahnen im Baustellenbereich. Hier muss der Verkehr auf 12,20 Meter Breite laufen. Jeder Blick hinüber auf das Baugeschehen sei ein Risiko. „Wir werden Baustellenfotos im Internet zeigen“, kündigt er als Trost für Neugierige an.

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