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Benedikt XVI. kam einen Tag heim

2006 stattete Joseph Ratzinger seinem „Häusl“ in der Bergstraße einen Besuch ab. Pentling stand dafür Kopf.
Von Josef Eder, MZ

  • Mit einem übergroßen Papstbild wurde das Feuerwehrhaus in Pentling für den Papstbesuch geschmückt. Fotos: Archiv/Eder
  • Rupert Hofbauer begrüßt Benedikt in Pentling.
  • Bei seinem Besuch nahm Benedikt viele Willkommensgrüße entgegen.

PENTLING.Am 14. September 2006 war vermutlich der größte Tag in der Geschichte des Ortes sowie der Gemeinde Pentling. Ehrenbürger Papst Benedikt XVI. besuchte seine Heimat. Er hielt sich mehrere Stunden in seinem Haus am Bergweg auf. Die TV-Anstalten übertrugen weltweit dieses Ereignis und so wurde der Name Pentlings in die Welt hinausgetragen.

Eigentlich bringt man immer nur den Namen seines Geburtsortes Marktl am Inn mit Joseph Ratzinger in Verbindung oder Städte, an deren Universität er gelehrt hat, vereinnahmen ihn. Aber in Pentling hatte er viele Jahrzehnte seinen Lebensmittelpunkt verbracht. Sein „Häusle“, wie er es selbst nannte, steht in der Bergstraße der Landkreisgemeinde.

„Einer von uns ist Papst“

Heute ist wie damals Ruhe im Heimatort des emeritierten Heiligen Vaters. Kein Denkmal wurde errichtet und auch keine Straße nach ihm benannt. Bei jeder Aktion wird seine Zustimmung durch das Gemeindeoberhaupt eingeholt. Lediglich eine große Bildergalerie sowie die Lebensgroße aus Holz geschnitzte Statue im Foyer des Verwaltungsgebäudes erinnern daran, das der emeritierte Papst viele Beziehungen zu Pentling hatte. Des Weiteren sind am Straßenrand Schilder Heimatort Papst Benedikt XVI. angebracht. Ein schmaler Durchgang unweit seines Hauses wurde inoffiziell als Ratzinger-Gassl benannt, hier durch verlief sein täglicher Weg zur Pentlinger Kirche.

Die Bilder vom Papstbesuch 2006:

Dem Kirchenfürsten zu Ehren hat die Kirchenverwaltung ein schlichtes Hinweisschild neben der Eingangstüre von St. Johannes anbringen lassen. Es lautet: „An dieser Kirche wirkte als Seelsorger Joseph Ratzinger. Bürger von Pentling seit 1969. Professor - Erzbischof - Kardinal; 19. April 2005 Benedikt XVI.“. „So ist Pentling im tiefsten Sinne ein Daheim“, sagte Papst Benedikt XVI am 8. September 2005 in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo bei einer Privataudienz für den Pentlinger Gemeinderat. Nachdem viele seiner Briefe mit dem Suffix „Euer Mitbürger“ enden, war es eine Selbstverständlichkeit, diese Tafel anfertigen und anbringen zu lassen, sagten sich die Pentlinger.

In Pentling blieben die Bürger und alle Verantwortlichen gelassen, als ihr Kardinal Papst wurde: Benedikt XVI.. Ein Festakt, ein Gedenkgottesdienst und die vom Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit initiierte Papstausstellung mit dem Titel, den Professor Dr. Wolfgang Beinert kreierte: „Einer von uns ist Papst“. Hier wurde das Leben und Wirken des Seelsorgers in Pentling in Wort und Bild im Rathaus publiziert. Circa 10 000 Besucher haben sich an den Ausstellungsterminen im Frühjahr und Herbst 2006 informiert. In diesem Jahr gab es eine erneute kleinere Schau mit mehreren Tausend Besuchern. Den Anstoß gab wie damals der AK. Die Idee hatte beide Male Gemeinderat Josef Eder.

Im Umfeld des Hauses wurden beim Besuch 2006 viele Sicherungsmaßnahmen getätigt. Bis zur letzten Minute haben die Hofbauers gewischt, gesaugt, geputzt. Bis der große Tag kam und Benedikt XVI. vorfuhr. Das war ein großer Moment, so die Hofbauers. Ein besonderes Gefühl beschlich sie schon, als der Mann, der ihnen so vertraut war, plötzlich im Papstgewand vor ihnen stand. Noch heute pflegt das Ehepaar das schmucke Anwesen. Obwohl der Mann, der hier mal wohnte, nie mehr zurückkehren wird. Der 14. September 2006 war Papst Benedikts wohl letzter Besuch in Pentling. Die Hofbauers aber waren schon mehrere Male bei ihm im Vatikan.

Seit sieben Jahren gehört das Haus der Stiftung Papst Benedikt XVI., die das Gebäude umgebaut hat. Ratzinger hatte es in den Siebzigerjahren eingerichtet. Das Interesse am Haus, das etwas versteckt liegt, ist ungebrochen. Eine Besichtigung ist nur mit Anmeldung beim Institut möglich.

„Der lieben Gemeinde Pentling und allen Bewohner wünsche ich von Herzen Gottes Segen“, mit diesen handschriftlichen Worten grüßte Papst Benedikt XVI. seine Mitbürger. Der Heilige Vater hat sich bei seinem Besuch in seinem Wohnhaus an der Bergstraße in das Goldene Buch der Kommune eingetragen. Als Zeichen seiner Verbundenheit wich er damals von seinem Protokoll ab undPapst kehrt heim nach Regensburg fuhr am Mittwochabend gegen 20 Uhr durch den Ort. Weit über 1500 Bürger jubelten dem Pontifex zu. Leider erfüllte sich die Hoffnung nicht, dass Benedikt XVI. ein Bad in der Menge nehmen werde. Dass diese Ausnahme zustande kam, ist Hausverwalter Hofbauer Erzbischof Gänswein und Kardinal Gerhard Ludwig Müller zuverdanken.

„Eine Aufwertung des Orts“

Der Altar, an dem Papst Benedikt XVI am 14. September auf dem Islingerfeld in Regensburg die Messe zelebrierte, ist in seiner Pentlinger Heimatkirche St. Johannes, sie ist heute die Papstkirche der Diözese, als Volksaltar zusammen mit dem Ambo aufgebaut. Dass der Opfertisch gerade in der Kirche, in der seine Heiligkeit seit 1969 bis zu seiner Wahl am 19. April 2005 regelmäßig Gottesdienste feierte, installiert wurde, ist eine Aufwertung, so sagte Kirchenpfleger Erwin Hopfensperger noch heute.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung über den Papstbesuch im Jahr 2006 nach!

Zehn Jahre Papstbesuch in Regensburg

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