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Dult
Freitag, 28. Juli 2017 25° 3

Feiern

Ärger über „Müllberge“ der Dult-Besucher

„So schlimm war es noch nie“, sagen Anwohner über den Dreck am ersten Dult-Wochenende. Verantwortliche haben schon reagiert.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

Gibt es ein Müllproblem um den Dult-Platz herum? Anwohner sagen ja, die Stadt hat schon reagiert. Foto: Geisenhanslüke

Regensburg.Zerbrochene Bier- und Weinflaschen in Massen. Eine Bushaltestelle, die voll von Erbrochenem ist. Plastiktüten, leere Pappkartons und drumherum kleine Schnapsflaschen. So sah es am ersten Dultwochenende nicht nur um den Dultplatz herum aus – sondern in vielen Teilen der Stadt. Das berichten Anwohner und Geschäftsleute – und fürchten sich schon vor dem zweiten Wochenende der Maidult 2017. Denn viele sagen: So schlimm wie heuer war die Müllbelastung es noch nie.

Besonders deutliche Worte fand Karola Lorek vom gleichnamigen Optikergeschäft in der Gesandtenstraße. Sie kommentierte zunächst einen öffentlichen Post von Jürgen Huber, dem für Umweltbelange zuständigen Bürgermeister, im Sozialen Netzwerk Facebook. Er hatte ein Foto veröffentlicht, das ihn beim Müllkehren in der Innenstadt zeigt. „UNFASSBAR!“, schrieb Karola Lorek dort in Großbuchstaben. Dann beschrieb sie, dass sie mit ihren Kindern gegen 21 Uhr auf dem Weg zum Feuerwerk gewesen sei – und völlig entsetzt, „durch welche Müllberge ich mich kämpfen musste“. In einem Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigte sie ihren Eindruck: „Ich finde das extrem, was da abends an Müllbergen in der Stadt herumliegt. Ich war wirklich erschrocken. Vor ein paar Jahren war das noch nicht so schlimm.“ Durch eine kleine Gasse habe sie wegen der vielen Scherben mit ihren Kindern gar nicht erst hindurchgehen wollen.

Dult-Beschicker haben reagiert

Durch die Engpässe am Eingang zur Dult sammelt sich hier viel Müll. Container und Abfalleimer sollen Abhilfe schaffen. Foto: Geisenhanslüke

Auf Nachfrage schreibt Dagmar Obermeier-Kundel von der Pressestelle der Stadt Regensburg: „Wenn viele Menschen auf relativ kleinem Raum zusammenkommen, dann fällt natürlich immer Müll an.“ Durch die Errichtung von Zufahrtssperren habe sich ein zusätzlicher Schwerpunkt ergeben. Der Grund ist: Hier würden häufig Flaschen abgestellt, die nicht mit auf den Festplatz genommen werden dürften. Diesen Engpass haben auch die Dult-Verantwortlichen erkannt. Laut Dult-Sprecher Hans-Christian Wagner war der Müll um den Dultplatz herum bereits am Montag Thema in der Beschickerversammlung. Wagner sagt: „Es hat Beschwerden gegeben, aber das Problem ist gleich am Montag auch gelöst worden.“ Es seien direkt vom städtischen Fuhramt mehr Müllbehälter aufgestellt worden. PET-Flaschen würden ohnehin von den Flaschensammlern sehr schnell eingesammelt.

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Ob das Problem damit gänzlich gelöst werden kann? Auch ein Einzelhändler aus Stadtamhof, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagt: „Samstag in der Früh wäre ich am liebsten wieder umgedreht: alles voller Scherben, Dreck und Müll. Das grenzt an Wahnsinn.“ Er betreibe seit mehr als vier Jahrzehnten seinen Laden in Stadtamhof, habe soetwas aber noch nicht erlebt. Doch das ist nicht das einzige, was ihn stört. Er berichtet auch von einem Gespräch mit einem Straßenkehrer, der sagt, sie hätten viel zu wenig Zeit, um den ganzen Dreck aufzuräumen: gerade einmal etwas mehr als drei Stunden. Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt Regensburg, bestätigt ein solches Zeitbudget nicht, sagt aber, dass in Stadtamhof auch während der Dult-Zeit die ganz normalen „Regelreinigungszeiten“ gelten. Natürlich gebe es immer wieder Überlegungen, während der Dult mehr und länger reinigen zu lassen. Doch: „Wer zahlt das?“ Deshalb müsse man auch immer wieder an die Vernunft der Besucher appellieren, die Flasche doch noch ein paar Meter weiterzutragen und nicht einfach wegzuwerfen.

Appell an die Besucher

Auch der Mülleimer hilft nicht: Die Gasse, die Schopperplatz und Liebllstraße verbindet ist regelmäßig vermüllt. Foto: Geisenhanslüke

Feiern auf der einen, Lärm und Müll auf der anderen Seite: Wie so oft bei diesem Themen spielt auch bei der Dult das sogenannte „Vorglühen“ eine große Rolle. Dult-Besucher machen sich – mit Bier und vor allem Schnaps gerüstet – auf den Weg zum Fest. Das bestätigt auch Dult-Sprecher Wagner, sagt aber, dass das weniger mit der Dult als solcher zu tun habe. Am Ende bleibt an dieser Stelle meist nur der Appell an die Besucher, die Mülleimer doch bitte auch zu nutzen. In einem Gespräch mit unserem Medienhaus, in dem es generell um das Thema Lärm in den Innenstadt ging, hatte der städtische Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig vor einigen Wochen bereits gesagt: „Wir werden die Leute, die nachts brüllen, an Wände pinkeln und Flaschen schmeißen, nicht umerziehen können“. Er nahm das Elternhaus in die Pflicht. Das sagt auch die städtische Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra: „Jeder muss auch was tun, damit es sauber bleibt.“

Auf dem Dultplatz selbst sind laut der Stadt hingegen die Schausteller und Marktkaufleute selbst für die Müllentsorgung zuständig – und zwar jeweils im Bereich ihres Standes oder Fahrgeschäfts jeweils bis zur Mitte des Durchgangsweges. Auch die Müllsäcke dort müssen von den Beschickern gewechselt werden. Die Stadt sagt: „Die Schausteller kommen dieser Verpflichtung sehr gut nach.“

„Jeder muss auch was tun, damit es sauber bleibt.“

Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra

Insgesamt holt das Fuhramt rund 1300 Säcke Müll in einer Dultsaison ab. Täglich sei die Straßenreinigung mit 2 bis 3 Straßenreinigern und einem kleinem Lastwagen auf der Dult. Das Team sammelt die Säcke ein und reinigt frühmorgens für 3 Stunden. Da die Dult über mehrere Wochen veranstaltet wird, ist auch hin und wieder der Einsatz von Kehrmaschinen erforderlich. Wenn die Dult vorüber sei, würden alle zur Verfügung gestellten Abfallständer von der Straßenreinigung wieder eingesammelt. Abschließend erfolge eine gründliche Reinigung des Platzes. Und dann haben auch die Anwohner wieder Ruhe – bis zur Herbstdult.

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