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Dult
Samstag, 23. September 2017 21° 3

Rückschau

Lichte Reihen sind Gesprächsstoff

An manchen Tagen blieben viele Bierbänke leer. Dennoch fällt die Dult-Bilanz der Beschicker in Regensburg positiv aus.
von Heike Haala, MZ

  • Aus polizeilicher Sicht verlief die Dult 2017 ruhiger als die im vergangenen Jahr. Foto: MZ-Archiv/Daniel Steffen
  • Erstmals wurde auf der Dult 2017 ein SanCart zum Patiententransport auf dem Dultgelände eingesetzt. Foto: BRK

Regensburg.Bei der Regensburger Herbstdult hatten die Besucher die Qual der Wahl. Und das nicht nur, wenn sie sich für eine der kulinarischen Köstlichkeiten entscheiden sollten, sondern auch dann, wenn es um die Platzwahl ging. Denn bisweilen blieben einige Reihen der Bierbänke leer. Immer wieder meldeten sich Menschen bei unserem Medienhaus und berichteten uns davon. Auch einige Mitglieder aus der knapp 22 000 User starken Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Regensburger, wenn ...“ diskutierten in der ersten Dultwoche über den ausbleibenden Besuch.

Zeltwirt Alfred Glöckl räumt im Gespräch mit unserem Medienhaus ein, dass in seinem Bierzelt unter der Woche weniger los war als an den Wochenenden. Er habe während dieser Herbstdult auch weniger Umsatz gemacht als sonst. „Es war eine ordentliche Dult“, sagt dagegen sein Festwirt-Kollege Michael Hahn. Er habe nicht weniger Umsatz als üblich gemacht. Allerdings betont er, dass die Herbstdult einen anderen Charakter hätte als die Maidult. Im Frühjahr kämen mehr Jugendliche, im Herbst gehe es eher familiär zu.

Schörnig sucht Erklärungen

In dieses Horn stößt auch Dr. Wolfgang Schörnig, Rechts- und Umweltreferent der Stadt. Die starke Maidult in diesem Jahr, während der es an elf von 17 Tagen keinen freien Platz mehr in den Bierzelten gegeben habe, sei mit einer Herbstdult nicht zu vergleichen. Viele Menschen seien zum Startschuss der Herbstdult noch im Urlaub, zudem sind während der zweiten Saison Semesterferien. Außerdem spiegle sich die weltpolitische Lage auch immer in den Besucherzahlen von Volksfesten wieder. Das kenne er aus früheren Jahren. Etwa die Raketentests in Nordkorea oder der sich zuspitzende Konflikt zwischen Deutschland und der Türkei könnten die Besucher ausbleiben haben lassen.

Dultwirt Glöckl nennt etwa das Wetter als einen weiteren Grund. Während der ersten Dulthälfte wollte sich die Hitze einfach nicht aus Regensburg verabschieden. Vergangene Woche aber machte sich der Herbst mit wesentlich kühleren Temperaturen und Regenwetter über der Domstadt breit.

Aber dann kamen die Wahlkämpfer: am Freitag der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, am Samstag die Grünen-Politikerin Claudia Roth und am Sonntag FW-Chef Hubert Aiwanger. Zudem wurde das Wetter etwas schöner. „Die letzten drei Dulttage aber zauberten ein Lächeln auf die Gesichter der Beschicker“, sagt Zeltwirt Hahn, er ist zugleich Vorsitzender der Werbegemeinschaft der Regensburger Dulten. Weder für ihn noch für Schörnig und Glöckl steht eine der Dulten zur Debatte. Sie halten an zwei Volksfestsaisonen in Regensburg fest, die Wirte wollen ihre Zelte weiterhin auf dem Dultplatz aufbauen.

Schlägerei am Donauufer

Als „ruhig“ bezeichnen die Rettungskräfte vom Bayerischen Roten Kreuz und der Polizeiinspektion Nord die Regensburger Herbstdult. Am ersten Tag hatten die Sanitäter und Polizisten allerdings gleich einiges zu tun. Am Eröffnungstag wurde dabei um 22.30 Uhr eine größere Schlägerei mit 40 Beteiligten am Donauufer gemeldet. Fünf Personen haben einen 18-Jährigen mit Händen und Füssen traktiert und dabei leicht verletzt. Einer der Täter konnte noch am Tatabend festgenommen werden, die Ermittlungen gegen die weiteren Täter laufen. An diesem Abend mussten von den Sanitätern 45 Personen versorgt werden. Der Rest der Dult verlief „ruhig und unspektakulär“. Diese Bilanz zieht Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Eder. Polizeihauptkommissar Ludwig Stegerer von der zuständigen Polizeiinspektion Nord spricht sogar von einer friedlichen Herbstdult.

Für Aufsehen sorgten auch zwei Betrunkene, die freiwillig in die Donau sprangen. Beide waren 25 Jahre alt. Der Erste konnte selbst zum Ufer schwimmen, wo die Beamten erst einmal seinen Pegel kontrollierten: Er hatte knapp drei Promille. Am vergangene Freitag sprang der zweite Feierprinz in den Schleusenkanal und löste damit einen gemeinsamen Einsatz der Deutschen Lebenrettungsgesellschaft und der Wasserschutzpolizei aus, die ihn anschließend anzeigte.

Dafür mussten die Polizisten trotz „intensiver Kontrollen“ lediglich vier Jugendliche beanstanden: Einer rauchte, obwohl er das nicht durfte, drei Personen durften sich aufgrund ihres jugendlichen Alters und der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr auf der Dult aufhalten.

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