mz_logo

Regensburg-Stadt
Samstag, 25. März 2017 16° 3

Gedenkmarsch

Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors

Nur wenige der 400 Gefangenen im KZ-Außenlager „Colosseum“ überlebten den Todesmarsch. Am Mittwoch erinnert ein Erinnerungsmarsch an ihre Qualen.

Heute um 17 Uhr sttartet der Gedenkmarsch für Opfer des Faschismus in Stadtamhof. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Vor 69 Jahren, in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945, begann für die Überlebenden des „Colosseums“, Außenlager des KZ Flossenbürg, der letzte Marsch. 400 Gefangene traten den Todesmarsch über die Steinerne Brücke an. Nur wenige erlebten ihre Befreiung sieben Tage später, am 1. Mai bei Laufen an der Salzach. Ein Gedenkmarsch, der am Mittwoch um 17 Uhr am Denkmal in Stadtamhof startet, erinnert an die unmenschlichen Ereignisse vor 69 Jahren.

Vor 20 Jahren enthüllte die damalige Oberbürgermeisterin Christa Meier den Gedenkstein für die KZ-Gefangenen des Außenlagers. Meier wird auch heute bei der Kundegebung sprechen, ebenso Dr. Hans Simon-Pelanda, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg.

Fast 50 Jahre waren seit Kriegsende vergangen, ehe 1994 in der Nähe des ehemaligen KZ-Außenkommandos Colosseum in Stadtamhof ein Gedenkstein an die getöteten und gequälten Gefangenen dieses Außenlagers mitten in der Stadt Regensburg erinnerte. Nach der Entdeckung der schrecklichen Verbrechen an 400 Männern aus vielen Ländern Europas, an rassisch und politisch Verfolgten 1982 dauerte es noch einmal zwölf Jahre, bis ein Denkmal errichtet wurde.

„Kein Ruhmesblatt für Stadt und Bürger“, sagte damals die Oberbürgermeisterin Christa Meier. Tadeusz Sobolewicz warnte bei seinen Besuchen am Denkmal vor dem Vergessen und rief zum Frieden auf. Dr. Hans Simon-Pelanda sah in der mahnenden Inschrift „Kejn mol mer“ die Forderung, den Gedenkort als lebendigen Lern- und Begegnungsort zu gestalten. Die Akteure von damals erinnern sich: Tadeusz Sobolewicz, ehemaliger Gefangener im KZ-Außenkommando Colosseum, Christa Meier, die damalige Oberbürgermeisterin, Hans Simon-Pelanda, Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e.V.

Der Gedenkweg beginnt heute, Mittwoch, 17 Uhr, in Stadtamhof und führt über fünf Stationen durch die Stadt. An der ersten Station, am Denkmal in Stadtamhof, sprechen Oberbürgermeisterin a. D. Christa Meier und Dr. Hans Simon-Pelanda.

Wie immer in den letzten Jahren wird auch diesmal der Gedenkweg von einem 20 Meter langen Transparent mit 65 Namen begleitet. Es sind die Namen der Gefangenen, die im Colosseum ermordet wurden. Nur einmal im Jahr werden diese Namen in Regensburg sichtbar.

Das Gedenken auf dem Neupfarrplatz gilt den Opfern des alltäglichen Widerstands der „Neupfarrplatzgruppe“ (Oktober 1942 bis Juni 1943): Josef Bollwein, Postfacharbeiter; Johann Eibl, Vorarbeiter; Josef Haas, Invalide; Franz Herzog, Arbeiter bei der Wehrmacht; Johann Kellner, Arbeiter; Max Massinger, Gastwirt; Johann Schindler, Kasseninspektor; Georg Zaubzer, städtischer Arbeiter. Sie wurden ermordet, weil sie sich gegen den Krieg und für die Beseitigung des NS-Regimes äußerten.

Mit der Kranzniederlegung an der Jüdischen Gemeinde wird der Regensburger Juden gedacht. Sie wurden enteignet, beraubt und verschleppt. An die 250 wurden deportiert und in den Vernichtungslagern des NS-Regimes ermordet.

An der Gedenktafel für Wolfgang Waller am Minoritenweg wird erinnert an den Widerstand und die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Regensburg. Auf dem Dachauplatz, dem Platz der Frauendemonstration, die am 23. April 1945 die kampflose Übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen forderte, endet der Weg im Gedenken an Dr. Johann Maier, Domprediger (39); Josef Zirkl, Lagerarbeiter (70), und Michael Lottner, Hauptwachtmeister a. D. (46), die letzten Regensburger Opfer des Naziregimes.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht