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Sport

Leichtathletikhalle: OB reißt Hürde

Standortsuche als unendliche Geschichte: Jetzt scheiterten Grundstücksverhandlungen. Der Regensburger OB ist etwas ratlos.
Von Norbert Lösch, MZ

Diese Halle für das Training der Leichtathleten ist in Cottbus für rund 7 Millionen Euro realisiert worden. In Regensburg ist ein Bau in ähnlicher Größenordnung geplant. Quelle: Büro Arcon, Cottbus

Regensburg.Auf der Suche nach einem Standort für eine Leichtathletik-Trainingshalle gibt es weitere Rückschläge. „Wir bauen sie im nächsten Jahr“, hatte OB Joachim Wolbergs noch im Sommer den Regensburger Leichtathletik-Vereinen und übergeordneten Verbänden versprochen. Stellt sich die Frage, wo das mittlerweile auf sechs Millionen Euro „hochgerechnete“ Projekt verwirklicht werden soll. Denn nach MZ-Informationen wackeln zwei weitere mögliche Standorte: das Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne im Stadtosten und ein Areal zwischen dem Stadion an der Franz-Josef-Strauß-Allee und dem Stadtteil Oberisling.

„Eine Alternative habe ich nicht. Ich bin ein bisschen ratlos.“

Joachim Wolbergs

Beide Standorte haben aus Sicht der Stadt wegen der Nähe zu bestehenden Sportstätten Vorteile, aber einen gravierenden Nachteil: Sie gehören der Stadt nicht. Im Fall der Prinz-Leopold-Kaserne verhandelt die Stadt seit geraumer Zeit über den Verkauf von Teilflächen. „Der Bund geht mit seinen Liegenschaften derzeit sehr vorsichtig um. Wir haben uns intensiv darum bemüht, kommen dort aber zu keiner schnellen Lösung. Es gibt aktuell kein abschließendes Signal, was die Verkaufsbereitschaft an diesem Standort angeht“, räumt der OB im MZ-Gespräch ein.

Die zögerliche Haltung des Bundes, der ständig auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften ist, sei durchaus nachvollziehbar: „Das würde ich in der jetzigen Situation genauso machen.“ Für die Stadt und ihre Pläne in Sachen Leichtathletikhalle sei das aber ein klarer Rückschritt. „Eine Alternative habe ich nicht. Ich bin ein bisschen ratlos“, sagt Wolbergs. Einen Baubeginn noch heuer hält er mittlerweile für „völlig unrealistisch“.

Pläne scheiterten mehrfach

  • Nicht die ersten Hürden:

    Oberisling und die Prinz-Leopold-Kaserne sind nicht die ersten Standorte für die seit langem geforderte Leichtathletik-Trainingshalle, die sich zerschlagen haben.

  • Mit der Uni uneins:

    Gute Chancen wurden zuletzt einer Kooperation zwischen der Stadt und der Uni eingeräumt. Die Verhandlungen scheiterten an unterschiedlichen Vorstellungen über Finanzierungsanteile.

  • Weinweg schon lange vom Tisch:

    Schon lange vom Tisch ist der Standort Weinweg. Dort kollidierten die Pläne der Stadt mit den baurechtlichen Auflagen, die für ein Landschaftsschutzgebiet gelten.

Zumal sich ein weiterer möglicher Standort fürs Erste ebenfalls zerschlagen hat. Denn auch in Oberisling kommt die Stadt nicht weiter. Dort will die Stadt in großem Stil Flächen für ein „neues Sportgebiet“ kaufen – von insgesamt 1,2 Hektar Land ist die Rede. „Dieser Standort würde Synergieeffekte bieten, weil das Stadion mit seinen Parkplätzen und der gesamten Infrastruktur nur einen Steinwurf entfernt ist“, sagt der OB. Als er vor zwei Wochen die Verkaufsbereitschaft der Grundstücksbesitzer ausloten wollte, gab es mindestens einen Verweigerer. Weil es dabei um eine große Fläche im „Kerngebiet“ geht, ist auch diese Option laut Wolbergs „eher unwahrscheinlich“. Insgesamt bewertet er den Stand der Standortsuche so: „Es ist alles unsicher.“

„Uns reichen das Stadion und die Heckenpinkler.“

Grundstücksbesitzer

„Die ganze Vorgehensweise finde ich unmöglich. Man wollte uns regelrecht überfahren“, kritisiert ein Grundstücksbesitzer aus Oberisling die Verkaufsverhandlungen mit der Stadt. Er und weitere Eigner von landwirtschaftlich genutzten Flurstücken waren erst Ende September vom Liegenschaftsamt zu dem Gespräch mit dem OB eingeladen worden, sollten sich dann aber schnell entscheiden. „Ein gemeinsamer Termin und ein Preis von 70 Euro pro Quadratmeter sollten als Entscheidungshilfe ausreichen – das ist für so eine riesige Fläche doch völlig unmöglich“, sagt der Umworbene, der partout nicht verkaufen will. Denn: „Uns reichen das Stadion und die Heckenpinkler.“

Bereits um das Universitätsgelände als möglicher Standort hatte es Diskussionen gegeben. Auch neben dem Sportstadion der Universität und in unmittelbarer Nähe zur nagelneuen Continental Arena konnte man sich nicht auf eine Realisierung des Regensburger Zentrums für Leichtathletik einigen.

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