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Regensburg-Stadt
Montag, 11. Dezember 2017 7

Gastronomie

Weihnachten: „Leider schon ausgebucht!“

Spontan essen gehen? Fehlanzeige! In der Adventszeit geht in Regensburger Lokalen ohne langfristige Reservierung fast nichts.
Von Kathrin Robinson

Wer im Advent gern schön essen geht, sollte langfristig planen und reservieren – am besten vielleicht sogar jetzt schon für 2018. Foto: Marcus Brandt/dpa

Regensburg.Wer eher zur spontaneren Sorte Mensch gehört und sich derzeit in Regensburg kurzfristig in einem Restaurant oder Café mit Familie oder Freunden verabreden und einen Tisch reservieren möchte, kann schier verzweifeln. „Leider schon ausgebucht!“, heißt es meistens am Telefon. Selbst wenn man drei, vier Tage Vorlauf hat, ist es fast aussichtslos, einen Platz zu ergattern. Beliebte Lokale sind vor allem an den Adventswochenenden schon seit langem ausgebucht.

„Bei uns sind die Wochenenden bis zum 24.12. komplett ausreserviert“, erzählt etwa Nicole Reichinger von der Brauereigaststätte Kneitinger. Nur unter der Woche sind Reservierungen zum Teil noch möglich. Weil im Kneitinger immer einige Tische für die Laufkundschaft freigehalten werden, kann es sein, dass kleinere Gruppen noch Glück haben und spontan Platz finden. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht – der Andrang in der Adventszeit ist groß, auch bedingt durch die vielen Besucher, die sich auf den Christkindlmärkten tummeln und danach gerne in die Traditionswirtschaft oder andere Gasthäuser und Kneipen gehen.

Reserviert wird immer frühzeitiger

Der Dezember ist Reservierungs-Hochzeit. Viele Betriebe halten ihre Weihnachtsfeiern ab und auch Privatpersonen gehen zum Jahresausklang gerne aus. Dabei stellen viele Gastronomen in der Domstadt über die letzten Jahre eine Entwicklung fest: Die Leute reservieren immer frühzeitiger. „Wir haben schon im August die erste Reservierungsanfrage für die Weihnachtszeit bekommen“, sagt Tobias Dickert, Geschäftsführer des Alex am Neupfarrplatz. Der Dezember ist in dem Zusammenhang allerdings keine Ausnahme. Auch sonst lassen sich Gäste immer früher einen Tisch vormerken. Wann man wo wie essen gehen möchte, wird schon weit vorab genauestens geplant. „Bei kurzfristigen Reservierungsanfragen sind die Leute enttäuscht, wenn sie keinen Platz mehr bekommen“, erklärt Dickert. „Da reserviert man dann lieber Ewigkeiten vorher.“ Im Alex sollten Gäste in der Vorweihnachtszeit mindestens eine Woche Vorlaufzeit einplanen, damit eine Reservierung noch klappt.

„Der Dezember ist eine Katastrophe.“

Michele Rinaldi

Michele Rinaldi, Inhaber des Caffé Rinaldi am Kornmarkt, spricht halb scherzend von einer „Katastrophe“, wenn man ihn nach der Reservierungsauslastung im Dezember fragt. „Es ist kein Geheimnis, dass es bei uns viele Reservierungen für das Frühstück gibt“, sagt er. Zur Frühstückszeit sei das Lokal in der Vorweihnachtszeit so gut wie ausreserviert. „Kleinere Gruppen können noch Glück haben, größere nicht“, gibt Rinaldi zu. Und wer noch mit dem Gedanken spielen sollte, sich am 24. Dezember ein Frühstück im Rinaldi schmecken zu lassen, der muss ebenfalls enttäuscht werden. „An dem Tag sind wir schon seit August ausgebucht.“ Seit mehr als elf Jahren betreibt er das Café und auch er berichtet, dass Reservierungen immer früher eingehen – nicht nur von Firmen, sondern auch von kleineren Gruppen von Privatpersonen. Erst neulich hätten zwei Freundinnen einen Tisch für März 2018 reserviert. „Ich finde das lustig“, sagt Rinaldi, denn das entspricht nicht seinem eigenen Naturell. „So was macht mich nervös. Wer weiß denn, was in drei Monaten ist“, lacht er. In seiner Heimat Italien sind Reservierungen eher die Ausnahme, erzählt er. Dort wird meist spontan zum Essen gegangen.

Ein Restaurant, das zumindest für Freitag-, Samstag- und Sonntagabend keine Reservierungen annimmt, ist die Pizzeria Taormina in Königswiesen. „Von unserer Regel machen wir auch in der Adventszeit keine Ausnahme“, sagt Betreiber Guido Mondi, „weder für Firmen noch für Privatpersonen.“ Hier können Kurzentschlossene also auch ohne Reservierung noch Glück haben und einen Tisch bekommen. Damit ist das Taormina aber wohl eine von wenigen Ausnahmen in Regensburg.

Immer öfter kommen Gäste einfach nicht

Ulrich Korb vom Hotel- und Gaststättenverband Oberpfalz kann den bei uns offenbar weit verbreiten Wunsch nach langfristiger Planungssicherheit verstehen. „Reservierungen sind sinnvoll. Dann kann ich mich als Gast darauf freuen, dass ich im gewünschten Lokal mit Sicherheit einen Platz bekomme.“ Allerdings bestätigt er einen Trend, der auch vielen Regensburger Gastronomen zu schaffen macht: Immer häufiger kommt es vor, dass Gruppen, die einen Tisch gebucht haben, einfach nicht auftauchen. „Das ist eine Unsitte“, sagt Korb. Denn für das Lokal bedeutet das nicht nur einen Umsatzausfall, sondern auch, dass man unter Umständen andere Gäste aufgrund der Reservierung abgewiesen und vielleicht verärgert hat – und das umsonst. „Manche Wirte, die mehrfach auf die Nase gefallen sind, wollen sich nicht mehr auf Eventualitäten einlassen“, sagt Korb. Einige Lokale lassen sich daher mittlerweile bei Reservierungen verbindliche Daten der Gäste geben und informieren sie vorab, dass bei unangekündigtem Nichterscheinen eine Pauschale fällig wird. Im Regensburger Spitalgarten ist das beispielsweise bei großen Gruppen so. Dort gibt es übrigens schon jetzt die ersten Reservierungen für die Adventszeit 2018. Einige Termine sind sogar schon komplett ausgebucht. Besser, Sie beginnen früh zu planen!

Alle Restaurants in Regensburg finden Sie in unserer interaktiven Karte:

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