Regensburg 17.10.2012, 19:13 Uhr

Auch die Heimat bangt um ihre Existenz

Eine Kettenreaktion droht: Verschwindet die Filmbühne, muss auch die Heimat ihre Bleibe im Taubengässchen verlassen – denn dort würde die Filmbühne einziehen.

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Der Geschäftsführer der Heimat, Andreas Zorn: „Wenn eine Institution wie die Filmbühne so einfach dicht gemacht wird, geht natürlich die Existenzangst rum.“ Foto: Schleidgen

Der Geschäftsführer der Heimat, Andreas Zorn: „Wenn eine Institution wie die Filmbühne so einfach dicht gemacht wird, geht natürlich die Existenzangst rum.“ Foto: Schleidgen

Von Dominik Schleidgen, MZ

Regensburg. Nach dem möglichen Aus der Alten Filmbühne ist eine weitere Szene-Kneipe in Regensburg von der Schließung bedroht: Macht die Filmbühne im Februar dicht, wird die Heimat aus ihrem Lokal im Taubengässchen ausziehen müssen. Die Räume an der Donau sind von den Betreibern der Filmbühne an die Heimat unterverpachtet worden. Muss die Filmbühne aus dem Keller unter dem „Haus der Begegnung“ ausziehen, wird sie voraussichtlich in das Lokal im Taubengässchen ausweichen.

Seit Februar 2008 betreibt Andreas Zorn gemeinsam mit drei Partnern die Heimat. Ihr Ziel sei gewesen, einen Laden zu eröffnen, in dem Musik abseits des Mainstreams gespielt werde – von Indie-Rock bis Electronic. Ihre Zielgruppe sei „studentisch und alternativ“. Der Geschäftsführer der Heimat macht seinen Verpächtern keinen Vorwurf: „Die Chefs der Filmbühne stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Zorn. Trotzdem will er das Aus seiner Kneipe nicht einfach hinnehmen. Seit knapp zwei Wochen beteiligt sich die Heimat an einer Petition zum Erhalt der Alten Filmbühne. Um die 2000 Unterschriften sind schon zusammengekommen. Inzwischen beteiligen sich auch fünf weitere unabhängige Gastronomien an der Aktion: das „Mood“, das „Mono“, „Franky’s Sportsbar“, das „Büro“ und das „Hab und Gut“.

„Die Existenzangst geht um“

„Wenn eine Institution wie die Filmbühne so einfach dicht gemacht wird, geht natürlich die Existenzangst rum“, sagt Zorn. Als „Institution“ bezeichnen auch die Vertreter der Studenten die Filmbühne. Der Studentische Konvent hat in einer Sitzung am Dienstagabend beschlossen, sich für den Erhalt der Kneipe einzusetzen. Die Alte Filmbühne sei eine der ältesten Institutionen des studentischen Lebens in Regensburg, heißt es in dem entsprechenden Antrag. Eine Schließung bedeute einen unwiederbringlichen Verlust für Regensburgs Charakter als Studentenstadt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Universitätsleitung das studentische Gemeingefühl fördern wolle und gleichzeitig etablierte Orte studentischen Lebens schließe.

 

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