Regensburg 08.08.2012, 11:28 Uhr

Auf den Boden, bitte!

Weltweit treten Jan Zander und Hannah Rauch an. Der Weg war hart, das Resultat kann sich sehen lassen: Deutscher Vize-Meister und EM-Dritte.

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Jan Zander zeigt im Training eine Würgetechnik.

Jan Zander zeigt im Training eine Würgetechnik.

Von Christoph Hollender, MZ

Regensburg. Es ist ein heißer Junitag. Die Schweißtropfen auf der Stirn von Jan Zander glitzern in der stechenden Sonne. Er ist aufgeregt. „Ein wenig“, sagt er. Sportliche Anstrengung soll ihn in einigen Stunden noch mehr zum Schwitzen bringen. Der Regensburger ist unterwegs nach Augsburg, dort wird es sich entscheiden. „Sieg oder Niederlage“, eine andere Option kennt der 21-jährige Regensburger nicht.

Jan Zander ist leidenschaftlicher Kampfsportler. Doch alles andere als ein Kampfsportler aus der Klischeekiste, der auf einen anonymen Gegner einfach nur „eindrischt“, bis dieser auf die Bretter sinkt. Jan Zanders sportliche Leidenschaft nennt sich Brazilian Jiu-Jitsu und „nur wild rumprügeln ist hier nicht“, sagt er.

Der Weg nach Augsburg ist lange, zumindest fühle es sich sehr lange an, meint er. Die Hitze ist unausstehlich, die Temperaturanzeige des kleinen Pkws misst 31 Grad. „Die Chancen stehen gut“, sagt er selbstbewusst. „Heute ist mein großer Tag.“ Noch 20 Kilometer. Wird er den Titel des Süddeutschen Meisters heute noch nach Regensburg bringen?

Die Meisterschaft lockte Hunderte Kämpfer nach Augsburg zu dieser, sagen wir „nicht alltäglichen Kampfsportart“. Doch was ist dieses Brazilian Jiu-Jitsu eigentlich? „Es ist eine Sportart, die sich vor allem auf Bodenkampf konzentriert“, sagt der Regensburger Jan Zander.

Technische Raffinesse ist gefragt

In Fachkreisen spricht man von einer Weiterentwicklung der japanischen Kampfkunst Judo. „Eine Sportart, die von sehr viel Koordination und technischer Raffinesse lebt“, beteuern die Teamkollegen von Jan Zander. Die Sporthalle in Augsburg ist groß und hell, die Gegner sind ausgezeichnet trainiert und „heiß“.

Bald wird es sich zeigen, ob das monatelange Training Sinn hatte. In den schwarzen Kampfdress, ähnlich einem Judoanzug, ist Jan bereits geschlüpft. Seinen blauen Gürtel bindet er sorgfältig und mit einer bestimmten Technik um den Bauch und zieht ihn fest. Das wirkt fast schon wie ein Ritual.

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