Regensburg-Stadt 16.11.2011, 15:25 Uhr

Auf Spurensuche in der Renaissance

welterbe Das Herbstsymposion am Wochenende leuchtet eine Epoche aus, die in Regensburg wenig hinterlassen hat.


        Das Goliathhaus: Das Gemälde entstand nach dem Vorbild aus der Renaissance. Foto: Ferstl

Das Goliathhaus: Das Gemälde entstand nach dem Vorbild aus der Renaissance. Foto: Ferstl

Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg. Die Renaissance erlebt gerade eine Renaissance: Die große Ausstellung in Berlin, die kleine in München und die TV-Serie „Die Borgias“ entwickelten sich zu Blockbustern. Die Epoche, mit der die Neuzeit begann, die sich auf die Antike besann und die den Menschen ins Zentrum rückte, hat in Regensburg wenig hinterlassen. Das Herbstsymposion geht jetzt auf Spurensuche und macht wach für die hier wenig beachtete Zeit zwischen Gotik und Barock.

Zwölf Experten holen am Wochenende (18. bis 20. November) im Thon-Dittmer-Palais einzelne Aspekte aus dem Dunkel. Das Symposion folgt wissenschaftlichem Anspruch, ist aber gedacht für interessierte Laien. Die Vorträge bleiben deshalb unter 30 Minuten, der Eintritt ist frei. Die Veranstalter wollen vor allem eins: sensibilisieren für den Wert des Welterbes.

Die Neupfarrkirche ist eins der wenigen und sicher das bekannteste Erbstück der Renaissance in Regensburg, ein anderes der Campanile von St. Emmeram. Im Dom blieb das Grabdenkmal für einen blutjungen Kirchenfürsten aus der Renaissance erhalten: Philipp Wilhelm von Wittelsbach wurde mit drei Jahren Bischof, mit 20 Kardinal von Regensburg und war mit 22 tot. Der Leichnam des Prinzen liegt in der Frauenkirche München, sein Kenotaph steht im Regensburger Dom. Der junge Philipp, ein stattlicher Mann mit wulstigen Lippen, kniet da in Rotmarmor und schaut zum Altar.

Die Zeit zwischen ungefähr 1500 und 1650: Die Altstadt in jener Zeit muss man sich vorstellen als großen Bilderreigen. Die Häuser waren mit effektvollen figürlichen Darstellungen geschmückt. Prachtvolle Malereien zierten nicht nur das Goliathhaus, auf dem heute ein nachempfundenes Fresko den Kampf zwischen dem schmächtigen David und einem Riesen in Rüstung zeigt, sondern auch das Weiße Lamm, den Goldenen Turm oder das Alte Rathaus.

Die Vorträge am Freitag (ab 14 Uhr) und Samstag (ab 10 Uhr) im Thon-Dittmer-Palais sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Zum Rahmenprogramm gehören der Festakt im Thon-Dittmer-Palais am Samstag (20 Uhr) sowie Führungen und Exkursionen am Sonntag, Info und Anmeldung: Tel. (09 41) 507 24 52, trapp.eugen@regensburg.de

 

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