Regensburg 28.10.2012, 22:09 Uhr

Bunte Liga schließt Teams aus

Gewalt statt Fairplay: Bei einem Spiel der Bunten Liga Regensburg fliegen die Fäuste. Der SC Hellas erstattet gegen alle Spieler des Gegners Funclub Anzeige.

Claudia Bernhard (links) auf einem Archivfoto neben ihrer Mutter: Die Bunte-Liga-Leiterin ist entsetzt von der Eskalation am Weinweg. Foto: MZ-Archiv

Claudia Bernhard (links) auf einem Archivfoto neben ihrer Mutter: Die Bunte-Liga-Leiterin ist entsetzt von der Eskalation am Weinweg. Foto: MZ-Archiv

Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg. Bei einem Fußballspiel von zwei Teams aus der Bunten Liga Regensburg kam es am Samstagnachmittag zu einer Prügelei. Mehrere Spieler von Funclub und SC Hellas gerieten sich auf dem Platz am Weinweg in die Haare. Fäuste flogen, Fußtritte wurden ausgeteilt; die Partie wurde abgebrochen. Zwei Spieler erlitten Prellungen bzw. eine Platzwunde; die Verletzungen blieben aber kleinerer Art, so Polizeihauptkommissar Günter Grätz am Sonntag zur MZ. SC Hellas erstattete gegen die komplette Mannschaft Funclub Anzeige bei der Polizeiinspektion Süd. Die Gründe für die Eskalation sind im Detail unklar; bislang liegen der Polizei nur die Aussagen der beiden Anzeigenerstatter vor.

Claudia Bernhard, Leiterin der Bunten Liga, zeigte sich am Sonntag erschüttert von dem Vorfall. Gewalt statt Fairplay – das ist exakt das Gegenteil der Werte, für die der Verein steht. Die Bunte Liga wurde 2004 ins Leben gerufen, um durch Sport Integration zu fördern. Bislang 30 Teams mit rund 400 Kickern spielen in dem Verband, eine Vielzahl von Nationalitäten, Gesellschaftsschichten Religionen sind vertreten. „Von Korea bis zu den arabischen Ländern, von Schweden bis USA – bei uns sind Sportler fast jeder Herkunft und Farbe aktiv – außer Braune“, spielt Bernhard auf die Grundsätze des Vereins an, der sich gegen Rassismus und für Toleranz stark macht.

Die Liga-Chefin hatte das Spiel am Samstag beobachtet. Ausgerechnet, als sie kurz in den Kiosk gewechselt war, um sich nach ihrem langen Aufenthalt bei nasskaltem Nieselwetter im Freien etwas aufzuwärmen, kam es zur Eskalation. Offenbar, so Bernhard, hatte es mehrfach Handspiel gegeben. Die beiden Teams gerieten sich in die Haare. Ein Funclub-Kicker meldete ihr im Kiosk schließlich, dass man die Partie abgebrochen habe. Der Spieler blutete und trug den Abdruck eines Fußballschuhs im Gesicht, schilderte Bernhard. Später erfuhr sie von dem zweiten Verletzten, einem Hellas-Kicker, der mit Prellungen in einer Klinik versorgt worden war.

Bernhard beriet sich mit Vorstandskollegen. Nachdem es bereits vor einigen Wochen, unabhängig voneinander, zu zwei Rangeleien in den Reihen von Funclub und Hellas gekommen war, fiel der Beschluss: Beide Teams werden aus dem Verein ausgeschlossen. Bernhard hofft jetzt, dass die Prügelei vom Weinweg keinen langfristigen Imageschaden anrichtet. Sie verweist auf die jahrelange erfolgreiche Arbeit der Initiative, die mit zwölf Teams gestartet war. Die Idee entstand 2004 im Büro der Sozialen Straßenzeitung „Donaustrudl“. Als Verein gründete sich die Bunte Liga 2006, das Konzept: Sport verbindet, schenkt Selbstbewusstsein und fördert das gesellschaftliche Miteinander.

 

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